Lesetagebuch
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Es
 1537 Seiten

Ich hörte viele von "Es" schwärmen und dachte "Pah, eh überbewertet", da ich King nie sonderlich gruselig fand. Dann fing ich an zu hören und ich muss sagen, dass zwar auch dieses Buch nicht gruselig, aber unfassbar gut ist. Geradezu meisterhaft werden die zwei Zeitstränge verknüpft, eine verrückte, aber in sich schlüssige Mythologie geschaffen und sechs Hauptcharaktere geschaffen, die ich alle gleichsam mochte; ich war emotional richtig gecatched. Egal ob es Big Bill war, der mit Trauer und Stottern zu kämpfen hatte; Haystack mit seinem Gewicht oder seiner Liebe; Eddie mit seiner Mutter und seinem Asthma; Mike mit seinem Dasein als einziger Schwarzer; Stan als Jude und Neurotiker; Richie als Schandmaul und Fehlsichtiger; Beverly als Opfer der Fäuste ihres Vaters. Ich habe selten so sehr Charaktere "verstehen" können und das gefiel mir. Die letzten Kapitel, in denen Bill nochmals den Teufel auf Silver schlägt und es allgemein um Vergänglichkeit geht, denn dieses Buch ist auch eine Hymne auf die Kindheit, die nicht mehr zurückkommt, sind mitunter das Beste und Schönste, was ich in den vergangenen Monaten gelesen habe.

Es
 1537 Seiten

Meine Erwartungen waren wohl zu groß: Leider hat mich das mich nicht sonderlich gepackt. Durchaus war es an manchen, einzelnen Stellen spannend, ansonsten eine rechte breite und aufgeblähte Angelegenheit. Teilweise auch kindisch und sehr "abgefahren". Richtig gruselig war es tatsächlich vielleicht nur ein- oder zweimal. Erwartungen senken, dann ist es womöglich wirklich ein Meisterwerk!