Dieses Buch ist in meinen Augen etwa 100 Seiten zu lang…. Der ich-Erzähler, ein Schriftsteller (Überraschung!), möchte sich in einem Hotel in den schweizer Bergen von einer schmerzlichen Trennung und von der Trauer um seinen Verleger u und Freund erholen. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Zimmernummer 622 fehlt, entwickelt sich eine intensive Recherche für einen neuen Roman um einen Mord in eben jenem Zimmer 622. Und als wolle Joel Dicker beweisen, dass er eine Geschichte wirklich durchkonstruieren kann, entwickelt sich Wendung um erstaunliche neue Wendung um erneut eine unerwartete Wendung usw. Mich hat das eher ermüdet. Wobei die Twists am Anfang wirklich überraschend sind: nichts ist, wie es scheint.
Eine Buchhändlerin hat mir dieses wenig bekannte Buch empfohlen. Es ist eine besondere, ruhige Geschichte, erzählt in wunderbarer, präziser, poetischer Sprache. Der hellsichtige David Winkler träumt von einem Unwetter, in dem seine kleine Tochter Grace ertrinkt. Er tut alles, um zu verhindern, dass dieser Traum wahr war - und tragischerweise führt genau das dazu, dass er den Kontakt zu seiner Frau und zu seiner Tochter verliert. Und erst viele Jahre später den Mut findet, sie zu suchen.
Kurze, konstruktive, engagierte Auseinandersetzung mit den europäischen Grundrechten, geschichtlich eingebunden und von Optimismus geprägt. Es werden 6 zusätzliche Artikel vorgeschlagen, die unsere Gesellschaft verbessern helfen sollen. Kurz und knackig und lesenswert - für mich hätte es gerne etwas ausführlicher sein dürfen.
Auf dieses Buch bin ich durch eine Leseprobe aufmerksam geworden. Drei Generationen Frauenleben auf einem Hof werden aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Es geht um die Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Lebensmodellen, verschiedenen Vorstellungen von Frausein, um Pflichterfüllung und Autonomie. Und um das Zusammenleben und die Nähe trotz dieser Unterschiede. Auch um die Unmöglichkeit von Nähe. Melancholisch und berührend. Sprachlich wunderbar erzählt mit Sympathie für jede einzelne Frau und ihre Sichtweise.
Dieses Buch ist 2015 erschienen - aus heutiger Sicht wirkt es erschreckend aktuell, sowohl was pandemische als auch was gesellschaftlich-ökonomische Themen angeht. Auch Rutger Bregmans Fragen, ob der Mensch im Grunde nicht doch „gut“ ist, wird beantwortet. Vielleicht etwas kitschig und vorhersehbar, aber mir hat es gefallen.
Eigentlich lese ich gerade „A little Life“ und „Der Wal und das Ende der Welt“; aber dann ist mir heute in meinem neu ungeordneten Bücherregal dieses Bändchen ins Auge gefallen. Und es ist so toll! Berührend und lustig. Patchworkfamilienleben aus der Sicht der 11jährigen Polleke: „wir alle für immer zusammen. Amen.“
Heloise Kaldan ist Journalistin in Kopenhagen. Sie erhält Briefe einer überführten Mörderin, die auf eine Verbindung zwischen ihnen hindeuten. Die Auflösung ist spannend und schlüssig und berührt Fragen von Gerechtigkeit und Selbstjustiz bei sexualisierter Gewalt. Ich mag es ja, wenn man auch über das Privatleben der ErmittlerInnen etwas erfährt; deshalb möchte ich gerne den 2. Band auch lesen.
Manchmal ist es gut, wenn man umzieht, und dabei die Ordnung der Bücher völlig durcheinander gerät. So ist mir dieses Buch in die Hände gefallen, das ich einmal zum Geburtstag geschenkt bekommen und dann ganz vergessen hatte. Die Geschichte einer großen Liebe, melancholisch und fesselnd erzählt. Schwelgerisch und abschweifend, mit vielen Nebenerzählungen (die nicht alle überzeugen, wie zB Irinas ‚Wunderheilung‘ nach jahrelanger sexualisierter Gewalt), dabei klug und voller Wärme für die Menschen, auch und gerade für die alten Menschen. Ich habe auch Neues gelernt über den Umgang der Amerikaner mit der japanisch stämmigen Minderheit nach dem 2. Weltkrieg; davon hatte ich vorher noch nichts gehört. Insgesamt eine wunderbare Familien- und Freundschaftsgeschichte.
Der 3. Band der Reihe ist der beste; spannend und tragisch.
Band 2. nicht wirklich spannend, für mich einfach mehr desselben mit Längen.
Ein spannender Krimi, Band 1 von 3, mit einer Ermittlerin, deren persönliche Geschichte für den Fall wichtig ist. Das mag ich.
Die Lebensgeschichte einer Einwanderin aus Polen, die die erste Präsidentin der USA werden möchte. Wieder ein typischer Jeffrey Archer-Schmöker. Diesmal jedoch vor allem gegen Ende viele Längen - und der Schluss selbst ist für meinen Geschmack zu kitschig.
Klara, eine künstliche Intelligenz, erzählt aus ihrer Sicht die Geschichte ihrer menschlichen Freundin. Hat mich an den Film „Ich bin Dein Mensch“ erinnert, geht in der Konsequenz aber noch einen Schritt weiter. Aufgrund der ungewöhnlichen Erzählperspektive erschließen sich manche Aspekte erst im Verlauf der Geschichte. Eine ruhige, dystopische Geschichte, die nachdenklich macht.
Eine Geschichte, die einen unglaublichen Sog entwickelt. Wie ist es nur möglich, so erzählen zu können? Dieses Buch feiert das Leben und die Freundschaft, ist dabei so berührend und so sehr traurig. Erzählt wird nur ein Tag, eine Fotoausstellung in Brüssel. Von Foto zu Foto wird in Rückblenden und Erinnerungen von der Freundschaft zwischen 4 Frauen erzählt; eine davon die Fotografin. Das Buch fordert uns LeserInnen etwas ab, keine Grausamkeit wird ausgelassen, manchmal tut das Lesen richtig weh. Und gleichzeitig ist es so voller Liebe und Mitgefühl und Leben. Großartig!!
Es fällt mir schwer, dieses Buch zu beschreiben. Es ist keine chronologische Geschichte. Es besteht eher aus Gedanken, scharfen Analysen, Erfahrungen, die aneinandergereiht werden, ein literarisches Experiment, das unter die Haut geht. Mich hat es beeindruckt.