Fand ich richtig gut! Cory Doctorow erklärt, was er eigentlich mit „Enshittification“ meinte, als er den Begriff erfand, macht dann eine Bestandsaufnahme, die mich richtig wütend gemacht hat, und gibt schließlich einen Ausblick, wie wir hier wieder rauskommen – und der wirkt nicht mal ganz so unrealistisch. Machte mir dann doch Mut und ich werde noch eine Weile darüber nachgrübeln.
Hat mir gut gefallen! Es war ganz anders, als ich erwartet hatte. Sehr schön, auch wenn ich immer noch nicht glauben kann, dass [Sorry, das Lesetagebuch hat keine Spoiler Tags, lest das Buch und findet die Stelle, die unglaublich ist.]
Vielleicht passt der Schreibstil nicht sooo gut zu einem Hörbuch. Er besteht aus vielen Auflistungen („Phoebe wants A. Phoebe wants B. Phoebe doesn’t want C. Phoebe feels like D.“), und aus viel direkter Rede, die bestimmt snappy sein soll, aber von viel „Phoebe said“, „Gary said“, „Phoebe said“, „Gary said“ ausgebremst wird. Beim Selberlesen könnte man das entsprechend überfliegen und die Snappyness besser bewahren.
Murder Mystery? Jein! Super spannend, nicht nur inhaltlich fesselnd sondern auch wie es konstruiert ist. Im ersten Teil noch irritierend aber dann hab ich verstanden, wie die beiden Handlungsläufe zusammenhängen. Hab noch nie sowas gelesen. Und eigentlich geht es um Trauer und das Leben. Traurig und schön.
Was ich an Doctorow auch schon bei „Enshittification“ gut fand, ist sein Fokus auf Arbeiter*innenschaft und Ausbeutung. Das diskutiert er auch in diesem Buch wieder gut.
Ganz am Ende hat er mich etwas verloren, als er argumentiert hat, dass Chatbots als „Psychotherapeut*innen“ vielleicht doch okay sind, solange sie lokal laufen – ich persönlich denke, der KI-Psychose ist es egal, ob die schmilzende GPU in meinem eigenen Laptop steckt.