Fand ich richtig gut! Cory Doctorow erklärt, was er eigentlich mit „Enshittification“ meinte, als er den Begriff erfand, macht dann eine Bestandsaufnahme, die mich richtig wütend gemacht hat, und gibt schließlich einen Ausblick, wie wir hier wieder rauskommen – und der wirkt nicht mal ganz so unrealistisch. Machte mir dann doch Mut und ich werde noch eine Weile darüber nachgrübeln.
Ein Buch wie ein Pringle: Man findet es im ersten Moment ganz spannend, ist sehr schnell durch, es ist nicht viel dran und es kommt einem etwas zu künstlich vor. (Insbesondere, wenn man herausfindet, dass Freida McFadden jedes Jahr etwa vier sehr ähnliche Bücher veröffentlicht.)
Das Buch ist ja schon relativ kurz, aber es könnte noch kürzer sein, wenn die Prosa nicht mit so vielen Belanglosigkeiten aufgebläht wäre. Je länger ich das Buch las, umso mehr nervten mich die genauen Beschreibungen über jede einzelne Bewegung, die die Hauptfigur machte.
I fumble on the dresser by my bed for the phone Nina bought me. The time is 3:46 in the morning. Not quite time to get up for the day. I shove the itchy covers off my legs and roll off the cot as my eyes adjust to the light from the moon filtering in through the tiny window. I‘ll hit the bathroom, then I‘ll try to fall back to sleep.
My feet creak against the bare floorboards of my tiny bedroom. I yearn, taking a second to stretch until my fingertips almost reach the lightbulbs on the ceiling. This rooms makes me feel like a giant.
I get to the door of my room and I grab the knob.
Das sind DREI Absätze, bis ihre Hand überhaupt die Türklinke berührt. Kein Wunder, dass so vier Bücher pro Jahr voll werden.
(Außerdem immer sehr verdächtig: Wenn die Hauptfigur in Büchern sagt, wie toll lesen ist. (Immerhin nicht im Zitat oben.) Ich habe das Gefühl, das soll speziell Booktoker ansprechen und es kommt mir immer sehr transparent vor.)
Ich würde sagen: Muss man nicht lesen.
oh god it’s wonderful
to get out of bed
and drink too much coffee
and smoke too many cigarettes
and love you so much
Danke an die unbekannte Person in Friedrichshain, die dieses Buch in eine „Zu verschenken“-Kiste gelegt hatte. Richtig gute, sehr lustige Geschichte, die trotz aller Abgedrehtheit einen Kern hat, der einen melancholisch seufzen lässt.
Was für eine Achterbahnfahrt. Ein Buch, das so lang ist, hat natürlich viele gute Stellen, aber so richtig mitgerissen hat es mich erst am Ende. (Fast, als könnte man den Anfang vielleicht etwas straffen. Nehmt die Mistgabeln runter, ich meine ja nur.) Durch die sieben Hauptfiguren, die alle Interaktionen mit dem titelgebenden Monster haben, bekommt man auch oft siebenfache Beschreibungen von … fast allem. Von ihrer Kindheit, von Reisen, von den Monstersichtungen … es ist einfach sehr viel.
Vielleicht wäre das Buch nur halb so lang, wenn Sätze, in denen Ben vorkommt, nicht immer erklären müssten, wie sein dicker Schwabbelbauch gegen seine monströsen Waden schwabbelte, während er dick war und einen Schokoriegel aß. Einige Szenen waren unangenehm genug, dass ich innerlich „Steeeepheeennnnn noooo“ rufen musste. Aber das Buch nimmt mit der Zeit zum Glück immer mehr an Fahrt auf, und die umfangreichen Beschreibungen von Bens Umfang werden dadurch seltener und schlussendlich bekommt man zwei Showdowns auf einmal und ein ziemlich mitnehmendes Ende. Insgesamt: Geht in eine gute Richtung, ist aber im Detail ziemlich aus der Zeit gefallen.
Ein großes Lob aber noch an Steven Weber, der die 45 (!) Stunden Hörbuch so unglaublich gut vorliest, dass die Kinder, die Erwachsenen, die Monster und die ganze Stadt richtig lebendig wird.
Sehr traurig und sehr gut geschrieben. Die Situationen sind so eindrücklich beschrieben und genau die richtigen Details ausgearbeitet, dass ich immer wieder das Gefühl hatte, das alles gut zu kennen, als ob ich selbst dabeigewesen wäre. Und nicht nur traurig wegen dem, was in den Figuren so vor sich geht, sondern dass man auch viel von sich selbst darin wiederfinden kann. Da weiß auf jeden Fall jemand, wie man wütende Entwürfe für Textnachrichten schreibt aber keine davon abschickt.
Ein weiteres Buch von Dave Copeland, diesmal ein Framework für Senior Softwareentwickler. Ich fand es wieder sehr gut und realistisch. Copeland ist nicht so hand-wavey, wie andere Leute schnell werden, sondern sagt auch mal „Und wenn du deine Vorgesetzten mit diesem Argument auch nicht überzeugen kannst, dann stell dich auf eine lange Diskussion ein, oder poliere schon mal deinen Lebenslauf.“
Viele im Buch angesprochenen Sachen habe ich mir in meiner Laufbahn bereits angeeignet, aber einige auch noch nicht. Es war in jedem Fall gut, alles so gesammelt zu lesen.
Im berühmten großen ???-Regal der Tuttlinger Stadtbibliothek gab es auch den Feuerteufel. Es war der einzige Band, der mit Softcover vorlag, und daraus ergab sich für Vergangenheitsdaniel logischerweise, dass es sich um eine spezialgelagerte Sonderfolge handeln musste. Vielleicht hat das dazu beigetragen, dass ich diese Folge damals unglaublich gruselig fand. Inzwischen ist mein Gemüt zwar etwas härter, aber für eine ???-Folge ist es trotzdem ziemlich spooky.