Lesetagebuch
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Bücherregal lädt …
Confessions of a Shopaholic
 320 Seiten

Es war genau das, was ich erwartet hatte: Leicht und schnell zu lesen, nicht wirklich tiefgehend, aber trotz der Vorhersehbarkeit doch unterhaltsam. Zwischendurch war ich etwas genervt von der Protagonistin und leider war die Entwicklung der Liebesgeschichte - selbst im Kontext des Genres - insgesamt zu konstruiert und daher unglaubwürdig. Insgesamt aber eine nette Lektüre für Zwischendurch.

& Good Omens
 416 Seiten

Gaiman ist ein alter Bekannter, mit Pratchett hatte ich hier zum ersten Mal das Vergnügen. Grundsätzlich mochte ich das Buch: Es war humorvoll, an einigen Stellen auch etwas drüber, aber vor allem gefielen mir die Charaktere sowie die Idee hinter dem Buch. Das harmoniert alles, aber im Mittelteil war es schlichtweg einfach viel zu lang und zu überladen.

Das Ungeheuer
 688 Seiten

Zugegeben, Terézia Moras Stil ist gewöhnungsbedürftig, und ja, phasenweise war dieses Buch auch anstrengend. Und das ist nicht einmal negativ gemeint. Ausgangspunkt dieses zweiten Bandes der Trilogie um Darius Kopp ist der Suizid seiner Frau Flora. Auf zwei Ebenen erzählt Mora die Geschichte eines Paares, die ihr Leben vielleicht miteinander verbracht, aber nur in Bruchstücken miteinander geteilt haben. Die Erzählung ist unglaublich intensiv, gewohnt sprachgewaltig und alles andere als lebensbejahend: Die Seiten stecken voller Trauer und Verzweiflung, Mora setzt sich in diesem Roman tief mit dem Thema Depressionen auseinander – darauf muss man sich einlassen (wollen) – und so skurril die Reise des Trauernden Darius‘ auch sein mag, der Grundton bleibt derselbe.
Am Ende bleibt der Roman mehr Momentaufnahme als abgeschlossenes Gesamtwerk. Viele der Fragen, die Mora im Verlauf aufwirft, bleiben offen, das Finden von Antworten liegt bei den Leser/innen und zumindest ich fand Gefallen daran. Ein äußerst gelungener Roman.

Die Physiker
 95 Seiten

Ich hatte etwas anderes erwartet. Dürrenmatt findet zwar eine gute Balance zwischen Komik und Dramatik, auch die Grundfrage nach der Verantwortung der Wissenschaft halte ich für wichtig und besonders auch in der Art gut erarbeitet, aber der Funke konnte nicht so richtig überspringen. Ich glaube, als Inszenierung hätte es mich deutlich mehr begeistern können. In der Form war es für mich teilweise leider zu platt.

Fragebogen
 92 Seiten

Es waren einige gute Denkanstöße dabei, gerade die Fragebögen zu Freundschaft und dem Sterben/Tod gefielen mir sehr gut, aber der Großteil der Fragen richtet sich an Männer und Personen eher mittleren Alters. Für mich also ohne Relevanz.

Schuld
 208 Seiten

Diese Kurzgeschichtensammlung war auf jeden Fall in der Intention weniger klar als Verbrechen, aber der reduzierte Stil, dessen sich von Schirach bedient, zieht mich immer wieder in seinen Bann. Die einzelnen Geschichten waren eher kurze Momentaufnahmen als wirklich in sich geschlossene Einheiten, für mich ging das Konzept aber trotzdem auf.

Three Women
 320 Seiten

Mir fällt es schwer, die richtigen Worte für dieses Buch zu finden. Ich glaube, ich hatte schlichtweg etwas anderes erwartet. Es dreht sich nicht wie angeworben um das weibliche Begehren im Allgemeinen, um ehrlich zu sein schien mir das auch nie durch die Autorin beabsichtigt, sondern vielmehr um die Schicksale dieser speziellen drei Frauen. Gerade, wenn man dieses Buch als universales Werk lesen will, darf und muss man die Zusammensetzung dieser Gruppe kritisieren, denn Diversität ist quasi nicht vorhanden. Lisa Taddeo beschreibt hier keine Frauenschicksale, die voller Empowerment stecken, tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Und auch, wenn die Erzählweise, derer sich Lisa Taddeo bedient, es schnell vergessen lässt: Hinter Maggie, Lina und Sloane verbergen sich echte Frauen, stehen echte Geschichte. Diese schildert die Autorin intensiv und vor allem auch sehr explizit. Vieles davon ist erschreckend, macht traurig und auch ein bisschen wütend. Das liegt weniger an den Frauen als an dem System, an der Gesellschaft, die das, was ihnen passiert, begünstigt. Selbst, wenn keine Frau dieses Schicksal vollumfänglich teilt, werden sich viele vermutlich in einigen der Punkte wiederfinden. Dort, wo ich mir am Ende ein Fazit der Autorin gewünscht hätte, blieb aber leider eine Leerstelle.

Das Geschenk
 368 Seiten

Nicht ganz so schlecht wie ich zu Beginn erwartet hatte, aber trotzdem immer noch nicht gut. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass Fitzek im Grunde jedes Mal das gleiche Buch schreiben möchte. Bisschen anderer Plot, bisschen andere Protagonisten, aber das Schema bleibt dasselbe - und ab einem gewissen Punkt ist das nicht nur ermüdend, sondern auch einfach langweilig. Gerade das Ende war, nicht nur wegen des Anfangskapitels, doch sehr vorhersehbar und einige Twists hatten zwar etwas überraschendes, gleichzeitig aber auch etwas erzwungenes an sich und waren für meinen Geschmack viel zu konstruiert. Es ist ein bisschen wie mit Groschenromanen: Man liest das Buch relativ schnell weg, lässt sich irgendwie berieseln und am Ende weiß man nicht so recht, weshalb überhaupt.

Maigret und Pietr der Lette
 208 Seiten

Gerade, nachdem mir Simenons Detektivgeschichten immer angepriesen wurden, bin ich nach seinem ersten Maigret-Roman absolut enttäuscht. Ich fand weder den Plot wirklich gut, noch seine Art, zu schreiben. In meinen Augen gibt Simenon dem Erzähler zu viel Raum, bricht damit mit dem Show, don't tell!-Prinzip und nimmt in meinen Augen auch komplett die Spannung heraus. Leider überhaupt nicht mein Fall.

Komplett Gänsehaut
 192 Seiten

Mag sein: Vielleicht habe ich einfach keinen Sinn für Humor, vielleicht aber auch nicht für den Passmannschen, denn für mich war dieses Buch eines: Viele Wörter, aber leider sehr wenig Inhalt. Das, was als Selbsthass vermarktet wird, ist das Abrechnen oder fast schon Entlarven einer gesamten Generation, der Sophie Passmann selbst angehört. Einigen wird genau das gefallen, einige werden sich vielleicht sogar von Passmann ertappt fühlen und wieder andere werden sich fragen, warum man das ausgerechnet auf knapp 200 Seiten darlegen muss. Es gab auch einige Passagen, die ich gut fand. Gut beobachtet, gut analysiert, aber was Passmann dann daraus gemacht hat, missfiel mir schlichtweg: Es wirkte nicht nur schrecklich gewollt pointiert - mag an meinem Humorverständnis liegen -, sondern leider auch ziemlich arrogant. Am Ende fehlt mir aber leider etwas, was ich persönlich aus der Lektüre mitnehmen kann. Als Unterhaltung für zwei Spaziergänge hat es seinen Zweck getan, darüber hinaus werde ich es leider nicht in Erinnerung behalten.