Lesetagebuch
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Bücherregal lädt …
Invisible Women: Exposing Data Bias in a World Designed for Men
 432 Seiten

Auch, wenn die Thesen, die die Autorin aufstellt, nicht mehr wirklich neu sind, kriegen sie gerade durch diese sehr dichte Ansammlung von Statistiken und wissenschaftlichen Belegen eine ganz neue Dimension und Schlagkraft. An einigen Stellen fühlte ich mich etwas von der Informationsflut überschlagen und las daher in Häppchen. Das störte ein wenig den Lesefluss und zudem hätte ich mir vielleicht noch ein paar Worte zu einer tieferen Differenzierung, d.h. über das binäre hinaus, in den Datenlücken gewünscht. Nichtsdestotrotz: Unglaublich wichtiges Buch!

Kim Jiyoung, geboren 1982
 208 Seiten

Interessanter Mix aus Fakten und Fiktion. Zu Beginn hatte ich etwas mehr Die Vegetarierin erwartet, zumindest erinnerte mich die Rahmenhandlung daran. Also war ich etwas enttäuscht, dass sich der Rest dann im Wesentlichen wie die Biografie einer Frau las, anhand derer die Auswirkung patriarchaler Strukturen und damit einhergehender gesellschaftlich akzeptierter Misogynie sehr genau aufgeschlüsselt wurde. Zwar steht hier Korea im Zentrum, allerdings lässt sich vieles davon so oder in abgeschwächter Form auch in Westeuropa beobachten. Die Art, wie die Statistiken und Fußnoten in den Text eingearbeitet wurden, erinnerten mich doch sehr an ein Sachbuch und störten für mich die fiktionale Erzählung. Leider ein Manko für mich.

Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit
 368 Seiten

Ich mochte das Buch, es war kurzweilig, interessant und schafft es, auf eine lockere und mitunter witzige Art Wissen zu vermitteln. Das Problem, was ich allerdings hatte, war, dass es sich an vielen Stellen eben doch nur anfühlte wie ein Skript zu einem ihrer Videos. Vielleicht ist das von einem populärwissenschaftlichen Buch zu viel verlangt, aber hier hätte ich mir, gerade weil es ein Buch ist, dann doch eine etwas tiefere Auseinandersetzung mit der Materie gewünscht. Gerade in den Kapiteln, die sich thematisch nicht im MINT-Bereich bewegen, war mir der Blick insbesondere auf die Methodik dann doch zu einseitig. Diese Positionierung, die dadurch implizit mitschwingt, hätte das Buch an anderen Stellen, gerne auch in expliziter Form, vertragen können.

Red, White & Royal Blue
 432 Seiten

Ich verstehe nicht ganz, warum diesen Roman so viele Leute derartig hypen. Ja, auch mir gefiel die Geschichte um den britischen Thronfolger Henry und den Präsidentinnensohn Alex, und ich schätze den politischen Wert und die Aktualität der Thematik sehr. Dennoch fand ich das Buch - und das mag vielleicht auch eine Eigenart des Genres sein - phasenweise leider einfach unglaublich platt, ausgelutscht, machte auf mich den Eindruck, an vielen Stellen zwanghaft witzig sein zu wollen, und war unglaublich vorhersehbar. Es ist eine schöne Lektüre für Zwischendurch, aber mir fehlte hier dann doch das gewisse Etwas, was ich bei all dem Hype erwartet hätte.

↑ 2022
2021 ↓
Bevor ich jetzt gehe
 208 Seiten

Ich finde es immer schwer, für Autobiographien die richtigen Worte zu finden, gerade wenn sie wie hier unvollendet geblieben sind. Gerade die Art und Weise wie Paul Kalanithi Leben und Sterben einmal aus seiner Perspektive als Neurochirurg, dann aus seiner Perspektive als Krebspatient beleuchtet, konnten mich sehr berühren. Selbst, wenn einige Stellen nüchtern wirkten, hatte es insgesamt auch etwas poetisches. Vor allem aber war er sehr reflektiert in dem, was er schrieb. Zumindest bei mir hallt dieses Buch noch nach.