Lesetagebuch
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Bücherregal lädt …
Jahresringe
 256 Seiten
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Diese in drei Teilen erzählte Familiengeschichte lebt im Wesentlichen von ihrem guten Lesefluss, den detailreichen Darstellungen und dem unglaublich starken ersten Teil. Das Gesamtpaket kommt, trotz der eher schweren Thematik, ziemlich leicht daher, an manchen Stellen im ersten Drittel haftet dem Roman gar etwas Surreales an - und um ehrlich zu sein hat mir genau dieser Aspekt in den beiden folgenden Teilen gefehlt. Der Übergang auf die zweite und dritte Generation gelingt in meinen Augen nur bedingt. Zwar schafft es Wagner, die Familiendynamik und die Entwicklung des Hambacher Forsts ganz gut zu verknüpfen, die Umstände, die den Generationswechsel einleiten, empfand ich leider als zu gewollt. Die Charaktere, insbesondere die Geschwister der dritten Generation, bleiben im Verhältnis zu Leonore, deren Fluchtgeschichte und der damit verbundenen Suche nach Heimat bis zum Ende das Gerüst bildet, leider sehr blass. Mir fehlte hier teilweise einfach eine klarere, innere Perspektive. Aufgrund seiner Thematik wird der Roman wohl viele Leser/innen begeistern - mir blieb er aber über weite Teile schlichtweg zu oberflächlich und deshalb nur eine sehr eingeschränkte Empfehlung von mir.

Homers letzter Satz
 320 Seiten
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Die Anzahl der Simpsons-Episoden, die ich in meinem Leben gesehen habe, lässt sich vermutlich an einer Hand abzählen - und selbst diese Kontakte liegen mehr als 10 Jahre zurück. Mir fehlt schlicht und ergreifend der Bezug zum Fandom; und vielleicht ist das ein Grund, warum ich dieses Buch eher weniger mochte.

Zunächst denke ich, dass man die Simpsons nicht kennen und lieben muss, um dieses Buch lesen zu können. Simon Singh gibt sich sehr viel Mühe, die Episoden, mit denen er sich näher beschäftigen will, nachzuerzählen. Damit erklärt er aber leider auch die Witze, weil hier zu weiten Teilen die Mathematik einfließt. Die mathematischen Sätze und Probleme, die er sich herausgepickt hat, bieten einen netten Überblick über die Bereiche der Mathematik und sind auch für Laien - soweit ich das beurteilen kann - gut nachvollziehbar. Der Anhang, der als vertiefende Beschäftigung angeteasert wird, ist nicht wirklich umfangreich und bleibt auch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Das Niveau, auf dem die Mathematik hier stattfindet bzw. erklärt wird, unterscheidet sich nicht signifikant von dem im Hauptteil, hätte also auch dort einen Platz finden können. Das größte Problem, das ich mit Singhs Ausführungen hatte, war aber der Fokus, den er auf die Bildungsabschlüsse der Autor/innen hinter den Simpsons gelegt hat. Direkt zum Einstieg hebt er hervor, dass viele Uni-Abschlüsse im MINT-Bereich, insbesondere auch in der Mathematik selbst, haben. Leider wird Simon Singh aber auch nicht müde, das in jedem kleinen Kapitel, nochmals ausführlich darzulegen. Ab einem gewissen Punkt fand ich das eher redundant und unnötig als interessant. Am Ende kamen dann noch einige Kapitel zu Futurama, hinter der dieselben Autor/innen wie hinter den Simpsons stecken.

Homers letzter Satz bleibt weit hinter meinen Erwartungen und dem, was ich von Simon Singh erwartet hatte, zurück. Vielleicht kommen Simpsons-Anhänger dem Fandom wegen hier eher auf ihre Kosten als ich, wer sich aber eher für die Mathematik interessiert und sich deshalb für dieses Buch entschieden hätte, sollte lieber zu Simon Singhs Fermats letzter Satz greifen.

Baba Dunjas letzte Liebe
 153 Seiten
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Nach der Nuklearkatastrophe kehren einige alte Menschen in ihr altes Zuhause im Dorf Tschernowo zurück. Baba Dunja, eine betagte Dame, ist eine von ihnen. Durch ihre Augen verklärt sich das kleine Dorf, gelegen inmitten der Todeszone, in eine merkwürdige Idylle. Zumindest solang die alteingesessenen Dörfler unter sich bleiben.. Die Geschichte ist kurzweilig, Humor und Tragik reichen sich hier die Hand und es ist alles nett zu lesen, aber auf mich wirkte vieles nicht bis zum Ende ausgearbeitet, fast wie eine Art Entwurf. Ab dem Punkt, an dem die Fremden in die Dorfgemeinschaft eintreten, hatte das Buch etwas erzwungenes. Für mich war Baba Dunja an vielen Stellen zu ruhig, zu unaufgeregt, mir fehlten da Regungen, die manchmal nur vage Andeutung gefunden haben, und stellenweise fühlte ich mich der in Deutschland lebenden Tochter, über die sie berichtet, näher als ihr.

(Für mich noch ein klarer Pluspunkt: Die Wahl von Sophie Rois als Sprecherin für Baba Dunja. Passte ziemlich gut.)

Siegfried
 180 Seiten
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Am Ende der Lektüre war ich etwas ratlos. Die Rahmenhandlung und damit die Idee des Protagonisten, eines fiktiven Autors, sich mit der Person Hitler zu befassen, um sie zu verstehen, fand ich auch leider weniger bis überhaupt nicht spannend aufgearbeitet. Die Sache, auf die er dann allerdings stößt - hier schafft Harry Mulisch eine alternative Geschichte, ohne die eigentliche anzutasten - war dermaßen gut und fesselnd, dass ich für die wenigen Kapitel das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Die philosophischen Ergüsse, die sich dem anschließen, waren dann dermaßen wirr (oder mir unverständlich), dass ich, wäre das Buch nicht so kurz, hier ausgestiegen wäre. Das Ende ist vielleicht etwas zu tragisch, aber im Kontext des Romans schlüssig. Für mich war das Buch leider nichts.

Kurzer Abriss meines Lebens in der mongolischen Steppe
 301 Seiten
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Gerade zu Beginn fand ich die Geschichte doch sehr steif, gerade auch aufgrund der Sprache, und brauchte einige Zeit, um mich in die Geschichte einzufinden. Dzaja, aufgewachsen in der Steppe, beschließt mit Erreichen der Volljährigkeit ihrem Nomadinnendasein zu entfliehen und in die Stadt zu ziehen, um dort ihr Glück zu finden. Hier ist sie die Fremde, das Mädchen aus der Steppe, und schildert ihren Alltag. Im weiteren Verlauf des Romans kommen auch Dzajas Tochter sowie ihre Mutter zu Wort und stellen deutlich den Stellenwert der Frau heraus. Petra Hůlová portraitiert mit ihrem Debütroman drei Frauen-Generationen, die sich auf den ersten Blick vielleicht stark unterscheiden, sich allerdings in dem einen Punkt einen: Sie alle stehen irgendwann zwischen Tradition und Moderne, müssen sich entscheiden und zwangsläufig auf etwas verzichten. Auf mich wirkte das phasenweise etwas befremdlich, aber auf eine Art, die mich doch zum Nachdenken angeregt hat.

Fräulein Gold: Schatten und Licht
 384 Seiten
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Fräulein Gold: Schatten und Licht ist der Auftakt von Anne Sterns Trilogie um die Hebamme Hulda Gold, die im Berlin der 1920er Jahre wirkt. Es ist insgesamt gut geschrieben, die Beschreibungen sind wirklich anschaulich und ich hatte einige wirklich gute Lesestunden. In vielen Aspekten erinnert der Roman sehr an Babylon Berlin - sowohl die Serie als auch die Romanvorlage von Volker Kutscher -, aber er bleibt in manchen Punkten doch sehr vage und am Ende fehlte mir ein bisschen eine Art Alleinstellungsmerkmal. Der Tod einer Prostituierten, auf dem in diesem Band der Fokus liegt, ist zu Beginn noch interessant, allerdings empfand ich die Verknüpfung der einzelnen Handlungsebenen ab einem gewissen Punkt etwas zu konstruiert als dass es glaubhaft gewesen wäre. Dabei gefielen mir die Hauptcharaktere, die Hebamme Hulda Gold sowie der Kriminalkommisar Karl North, eigentlich recht gut und allein deren Geschichte hätte einen Roman füllen können. So war es zwar ein netter Roman, mehr aber eben auch nicht.

Small World
 336 Seiten
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Gefiel mir sprachlich unglaublich gut. Die Struktur, die der Roman hat, passt auch ganz gut zur Alzheimer-Thematik, mit der er sich befasst. Es ist spannend und interessant, einzig und allein die Auflösung wirkte auf mich, vielleicht der Knappheit geschuldet, zu gewollt.

Das Foucaultsche Pendel
 848 Seiten
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Geschafft! Thematisch fand ich das Buch zu spannend, um es einfach abzubrechen, allerdings war es zu trocken, um wirklich lange Etappen am Stück zu lesen. Diese Auseinandersetzungen rund um Verschwörungstheorien gefielen mir gut, allerdings fand ich es unglaublich kompliziert, gerade aufgrund der vielen Sprünge im Mittelteil, dem wirklich ohne Probleme folgen zu können. Wer (wie ich) nicht so viel Ahnung von griechischer und römischer Mythologie hat, wird an der ein oder anderen Stelle vielleicht etwas frustriert sein, allerdings lässt sich das alles mit entsprechender Recherche doch nachvollziehen können. Größtes Problem, das ich hatte, war dann allerdings, dass ich weder Französisch noch Italienisch lesen (oder sprechen) kann, weil recht viele Passagen ohne deutsche Übersetzung dort standen. Schwere Kost, die sich aber irgendwie auch gelohnt hat.

The Cuckoo's Calling
 449 Seiten
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Ich mag Detektivromane, von dem hier habe ich viel erwartet, am Ende war er in meinen Augen aber doch eher nur Durchschnitt. Der Plot erinnert irgendwo im entfernten an einen klassischen Whodunnit, vielleicht auch der gesamte Aufbau, in dem von einem Verhör zum nächsten gesprungen wird. Das ist alles unglaublich dialoglastig und so richtig spannend wurde es in meinen Augen dann leider nicht. Und sprachlich war es mir an manchen Stellen leider auch etwas zu überladen.