Seit seine Mutter umgebracht wurde, ist Will auf der Flucht, auf der Suche nach ihrem Mörder - Simon, der den Dunklen König wiederbeleben will. Doch als die Männer, die ihn suchen, Will finden und gefangennehmen, scheint sein Schicksal besiegelt. Bis Violet, deren Familie Simon dient, ihn befreit und Will selbst Fähigkeiten zeigt, von denen er bisher nie eine Ahnung hatte. Als Violet erfährt, wer Simon wirklich ist, schließt sie sich Will an, der zu den Stewards gebracht wird - einer Gruppe von Kämpfern, die im Verborgenen leben. Während Violet ihre Herkunft zu verbergen versucht, übt Will, seine magischen Kräfte vollständig zu wecken. Und da ist da noch James, der General des Dunklen Königs und Wills Gegenspieler, zu dem Will sich seltsam hingezogen fühlt ...
Die Geschichte von Will und Violet war unglaublich fesselnd zu lesen, vor allem dank des sehr angenehmen Schreibstils, aber auch wegen der Charaktere selbst. Bei Will war ich von Anfang an begeistert von seinem Charakter, aber auch Violet konnte mein Herz im Flug erobern. Ihre Freundschaft ist großartig beschrieben, wobei vor allem ihre jeweiligen Beziehungen zu James und Katherine (in Wills Fall) und zu Justice und Cyprian (in Violets Fall) faszinierten.
Die Handlung enthält auch so einige Twists. Den "Haupttwist" sah ich meilenweit kommen - nach weniger als hundert Seiten hatte ich zum ersten Mal die vage Theorie, die im Laufe des Romans immer offensichtlicher wurde, sodass ich am Ende ein zufriedenes "Ich wusste es!" von mir gab. Zum Glück enthält der Roman noch so einige andere Twists - und die waren so überraschend und so schockierend, dass es eine wahre Freude war, zu sehen, wie die Handlung sich danach entwickelt.
Anmerken möchte ich am Ende nur, dass man das Buch nicht ausschließlich wegen der LGBTQ+-Aspekte lesen sollte - Will und James haben nur eine Handvoll Szenen, die zwar sehr intensiv, aber nicht der Fokus der Handlung sind. Zum Glück war die Handlung an sich fesselnd genug, um mich stets begierig weiterlesen zu lassen ;)
Somit spreche ich eine sehr starke Empfehlung für das Buch aus, da es einen mühelos am Ball hält und eine spannende Lektüre bietet!
Aufgrund seines berühmten Rockstar-Vaters, der gerade sein Comeback feiert, hat Luc noch mehr Probleme mit der Presse als ohnehin schon. Man rät ihm, sich einen respektablen Freund zu suchen, um sein Image aufzupolieren. Oliver scheint der perfekte Typ dafür zu sein: Anwalt, Vegetarierer und absolut skandalfrei. Die beiden starten eine Fake-Beziehung, die allerdings sehr bald um einiges realer wird, als beide es planten ...
Ich brauchte mal wieder eine schöne Feel-Good-Romanze und diese Erwartung hat "Boyfriend Material" definitiv erfüllt. Ein schöner lockerer Schreibstil, ein wunderbarer, dreidimensionaler Hauptcharakter und natürlich eine süße Romanze, mit der man mitfiebert. Auch der Humor gefiel mir außerordentlich gut, vor allem, weil er gut gewürzt war und auch viel Raum für emotionale und dramatische Momente gelassen hat.
Natürlich gibt es auch ein paar Schwächen, wobei die größte davon wohl Oliver ist. Er ist nämlich zu perfekt. Erst in den letzten hundert Seiten zeigt er auch ein paar Schwächen, die ihn menschlicher machen, aber bis dahin wirkt er nicht wie ein richtiger Charakter, sondern wie eine Mary Sue. Hier hätte es sehr geholfen, die Geschichte nicht nur aus Lucs, sondern auch aus Olivers Sicht zu lesen.
Was die Nebencharaktere angeht, mochte ich vor allem Lucs Mutter, seine beste Freundin Bridget und seinen Mitarbeiter Alex. Dafür lernte man den Rest der Nebencharaktere leider nicht so gut kennen und selbst diese drei sind nicht allzu stark charakterisiert.
Trotz der Schwächen habe ich den Roman sehr genossen, weil er einfach gut zu lesen war und mir ein paar sehr schöne Stunden bereitet hat. Allein Luc und sein Humor sind es wert, dass man hier mal reinschaut. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Teil, der Anfang nächsten Jahres erscheint!
Persephone ist zwar die Göttin des Frühlings, zieht jedoch ein menschliches Leben vor, weil ihre einzige Fähigkeit darin besteht, Pflanzen zu töten. Als sie im Club Nevernight auf Hades trifft und von ihm ausgetrickst wird, wird sie auf eine harte Probe gestellt: Innerhalb von sechs Monaten muss sie es schaffen, in der Unterwelt Leben zu erschaffen, oder sie bleibt für immer Hades' Gefangene ...
Leider muss ich sagen, dass mir dieser Roman überhaupt nicht gefallen hat – hauptsächlich wohl, weil ich mit gänzlich falschen Erwartungen an ihn heranging. Ich habe nämlich damit gerechnet, eine interessante Adaption der griechischen Mythologie zu lesen, aber tatsächlich handelt es sich hierbei eher um einen Erotikroman, der mich schnell ermüdet hat.
Hades' und Persephones Beziehung basiert nämlich rein auf Sex – was an sich ja okay wäre, wenn sie nicht als die große Liebe verkauft worden wäre. Tatsächlich ist es mir ein absolutes Rätsel, wie die beiden sich ineinander verliebt haben, weil sie etwa die eine Hälfte ihrer Zeit mit Sex und die andere Hälfte mit Streitereien verbringen. Das ist – auch aufgrund von Hades' besitzergreifendem Verhalten und Persephones Passivität – keine schöne romantische Beziehung, sondern eher ein "enemies with benefits".
Es gab in dem Buch keinen einzigen Charakter, mit dem ich warm geworden bin, weil sie alle sehr eindimensional beschrieben wurden. Deshalb haben mir Charaktere wie Minthe fast schon leid getan, weil ihre einzige Rolle darin bestand, die Rivalin zu spielen, die am Ende dafür auch sehr unangemessen bestraft wird.
Der Schreibstil ließ sich durchaus sehr flüssig lesen – aber der Roman selbst war für mich leider viel zu oberflächlich.