Unsichtbare Frauen
496 Seiten

Dieses Buch sollte Pflichtlektüre sein!! Mit unendlicher Sorgfalt und Präzision zusammengestelltes Wissen über das Fehlen oder die unzureichende Berücksichtigung von Frauen - von Kuscheltieren über Schneeräumen bis zu Kunst, Kultur und Wissenschaft. Ich bin wirklich erschüttert, wie sehr -immer noch!- Männer die Norm und Frauen die Ausnahme sind. Und wie ich mich sogar selbst dabei ertappen musste, dass das manchmal auch im eigenen Denken noch so ist. Ein wirklich wichtiges Buch. Gestört hat mich, dass die Autorin ( oder vielleicht die Übersetzerin?) durchgängig von Mutterschafts- bzw. Vaterschafts-„Urlaub“ spricht. Dadurch werden falsche Vorstellungen begünstigt. Warum nicht einfach „Elternzeit“?

Wo die Wölfe sind
432 Seiten

Vordergründig geht es um ein Auswilderungsprojekt für Wölfe und um Naturschutz. Hintergründig haben fast alle Themen einen doppelten Boden, werden die Wölfe durch Menschen gespiegelt. Es geht um Macht und Gewalt, um Schutz der eigenen Grenzen, um das Wilde, Instinktive, Unberechenbare. Aber auch um Liebe und Verbundenheit. „Es gibt viel Grausamkeit, die wir überstehen, gegen die wir ankämpfen müssen, aber vor allem gibt es auch Sachtheit, unsere Wurzeln reichen tief und sind miteinander verflochten. Das tragen wir in uns, das nehmen wir immer mit, diese Art, wie wir uns umeinander kümmern“.

Zur See
253 Seiten

Für alle, die die Nordsee und die Inseln lieben ein ganz wunderbares Buch - in einer besonderen Sprache voller Schönheit und Melancholie. Und Menschen, die man ins Herz schließt. Ich habe versucht, jeden Morgen nur ein Kapitel zu lesen, damit ich nicht so schnell fertig werde.

Der Papierpalast
448 Seiten

Eine Frau zwischen Familie und Liebhaber. Erzählt wird ein Wiedersehen im Sommerurlaub und in Rückblenden ein ganzes Leben. Die Entscheidung am Ende bleibt offen, das hat mich eher enttäuscht. Sonst eine einfühlsame, richtig spannende, besonders erzählte Geschichte, teils in zarter, präziser Sprache - so wird zum Beispiel die Natur und das Schwimmen beschrieben, teils vulgär, passend zu den Erfahrungen der Protagonistin. Auf jeden Fall eine intensive Lektüre.

Sommernacht
448 Seiten

Für mich ein absoluter Pageturner, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Erzählt wird die Hochzeit von Jules und Will auf einer Insel vor Irland. Aus unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Zeiten erzählt, ergibt sich eine unglaubliche Spannung, allmählich fügen sich die Geheimnisse der Protagonisten ineinander und alles rast auf ein Ende zu, das sich erst ganz kurz zuvor erahnen lässt.

Der Wal und das Ende der Welt
476 Seiten

Dieses Buch ist 2015 erschienen - aus heutiger Sicht wirkt es erschreckend aktuell, sowohl was pandemische als auch was gesellschaftlich-ökonomische Themen angeht. Auch Rutger Bregmans Fragen, ob der Mensch im Grunde nicht doch „gut“ ist, wird beantwortet. Vielleicht etwas kitschig und vorhersehbar, aber mir hat es gefallen.

Klara und die Sonne
352 Seiten

Klara, eine künstliche Intelligenz, erzählt aus ihrer Sicht die Geschichte ihrer menschlichen Freundin. Hat mich an den Film „Ich bin Dein Mensch“ erinnert, geht in der Konsequenz aber noch einen Schritt weiter. Aufgrund der ungewöhnlichen Erzählperspektive erschließen sich manche Aspekte erst im Verlauf der Geschichte. Eine ruhige, dystopische Geschichte, die nachdenklich macht.