Lesetagebuch
Jetzt anmelden Zum Login
Klara und die Sonne
 352 Seiten

Klara ist eine künstliche Freundin und wird eines Tages gekauft, um Josie, einem kranken Teenager, Gesellschaft zu leisten. Klara hat die fixe Idee, dass die Sonne eine besondere Nahrung ausschicken kann, daher versucht sie alles, Josie von ihrer Krankheit zu befreien. Doch ist es das Opfer, dass sie bringen muss, auch wert? Ich fand die Geschichte total schön erzählt und bemerkenswert. Im Klappentext steht, dass man Klara nie wieder vergessen wird und ich glaube, das es stimmt.

Klara und die Sonne
 352 Seiten

Klara ist eine KF, eine "Künstliche Freundin" und dafür geeignet, sich um junge Kinder und Teenager zu kümmern. Als sie in das Schaufenster ihres Ladens gestellt wird, begegnet sie bald darauf Josie, die ihr verspricht, sie sehr bald zu holen, was sie dann auch tut. Nun muss Klara mit Josie, ihrer Krankheit, ihren Freunden und ihrer Familie zurechtkommen - und allgemein mit ihrem neuen Leben, begleitet von der Sonne, von der sie sich Hilfe verspricht ...

Dieses Buch war sehr angenehm zu lesen, auch wenn die Geschichte sich letztendlich in eine andere Richtung entwickelte, als ich es vorhersah. Es geht nämlich nicht, wie ich ursprünglich annahm, um Klaras und Josies Freundschaft und Klaras Weg zum Menschsein, sondern auch darum, wie Klara mit den anderen Menschen in Josies Leben zurechtkommt. Klara selbst zeigt ganz zu Anfang menschliche Züge, muss sich dann aber eine ganz andere Frage im Bezug auf ihre Identität stellen.

Gegenüber der Sonne, deren Solarenergie Klara antreibt, entwickelt sie so etwas wie eine Religion und glaubt fest daran, dass Wünsche, die sie an die Sonne richtet, in Erfüllung gehen. Das war der Teil von Klara, der gut gezeigt hat, dass sie eine Maschine ist, aber eben eine menschliche Maschine: Sie macht falsche, für sie jedoch logische Schlussfolgerungen, woraus dann ein fester Glauben entsteht.

Ein Teil von mir wünscht sich durchaus, Klaras Beziehung zu Josie wäre noch vertieft worden, weil man nie den Eindruck gewinnt, Klara wäre für Josie eine echte Freundin, aber gleichzeitig bin ich froh, dass wir so auch erleben durften, wie andere Menschen mit ihr umgehen und wie Klara wiederum mit ihnen umgeht.

Nur Klaras manchmal sehr menschliches, manchmal sehr maschinenhaftes Verhalten hat mich verwirrt. Stellenweise vergaß man fast, dass sie eine Maschine war, weil sie so menschlich handelte und dachte, aber dann gab es wiederum genug Szenen, die zeigten, dass sie logisch und ohne Gefühle operiert. Hier hätte ich eine graduelle Veränderung von Maschine zu Mensch besser gefunden als das Hin und Her.

Davon abgesehen finde ich den Roman sehr empfehlenswert - er gehört eher zu den ruhigeren, philosophischen Romanen, aber genau das fand ich sehr ansprechend!