"Schwitters" von Ulrike Draesner ist eine fiktionale Biografie um den DADA Künstler Kurt Schwitters, mit Fokus auf sein Leben als geflüchteter Deutscher im norwegischen und dann im englischen Exil. Sprachlich manchmal eigenwillig, sprachlich aber meistens sehr schön, kann man richtig gut im Roman schwelgen. Wer nichts mit der (Kunst-)Figur Schwitters und DADA anfangen kann, wird das Buch vermutlich nicht mögen. Ich fand es toll, wie die Person Schwitters dargestellt wurde, auch durch die Beschreibung der Landschaften, seiner Kunst und durch die anderen Figuren. Lesenswert!
Diplomatentochter Nothomb hat Hunger. Sie ist hungrig nach Süßigkeiten, betrinkt sich schon als Kind, zuerst mit Wasser, dann mit Champagnerresten. Sie ist hungrig nach Aufmerksamkeit. Hunger nach Liebe, Hunger nach Leere und einem Verschwinden - und endlich Hunger nach Leben. Dynamische Sätze, Wörter wie glitzernde Perlen, ein Fieberwahn und eine Reise um die Welt.
Die Geschichte im Briefform mit altem Deutsch ist anfänglich schwer zu lesen, weil die Protagonistin erst nach ca. 50 Seiten überhaupt geboren wird. Aber wenn man erstmal drin ist in der Geschichte und die dramatischen Verwicklungen und Gefühle aushält, wird man bestens unterhalten. Schade, dass das noch nicht verfilmt wurde. Könnte ein deutsches "Downton Abbey" werden.