Eigentlich wollte ich nur ein anderes Buch aus dem Buchladen abholen, aber mir fiel dieses hier Dank des roten Umschlags und guten Klappentexts ins Auge. An der Kasse sagt mir die Buchhändlerin, dass sie die Theaterfassung im Berliner Ensemble gesehen hätte. Eigentlich wäre sie misstrauisch gewesen, weil es von einer jungen Frau aus dem Westen geschrieben wurde. Im Theater hätte sie es dann aber realistisch und bedrückend gefunden. „Ja, so hat sich das damals angefühlt.“
Wenn ich ein Deutschlehrer wäre, würde es sich vermutlich wie ein Sechser im Lotto anfühlen, dieses Buch in die Finger zu bekommen. Es ist so gut geschrieben, manchmal konnte ich es gar nicht glauben oder weglegen. Es gibt so viele Absätze, mit denen sich problemlos eine Doppelstunde füllen ließe.
Rita wollte als Sekretärin arbeiten. Mit eigenem Tisch und eigenen Stempeln. Bestimmt, weil man mit Stempeln alles verbieten kann.
Oder:
Mutters Brief lag auf dem Kopfkissen. Daneben eine rote Rose, sicher einfach von der Hecke geknipst. Beim Berühren fiel gleich ein Blatt aus der Blüte, rutschte zur Seite und landete auf dem Laken. Überhaupt sehr still im Zimmer.
Aber irgendwie auch okay, kein Deutschlehrer zu sein, denn so habe ich den großartigen Text ganz für mich alleine. Wie wichtig hier alles war, was nicht gesagt wurde, und wie respektvoll es sich für mich als Leser anfühlte, dass mir diese ganzen Auslassungen zugetraut wurden, war so wunderbar.
Vielleicht muss ich jetzt auch ins Berliner Ensemble.
Ich habe mir das Buch angehört, weil ich Carolines Podcast mag und die Sprecherin vom Hörbuch auch kenne. Es handelt sich um YA Fantasy, was ich schon länger nicht gelesen habe. Aber ich fand es nice! Das world building ist interessant (auch wenn mich ein plot hole fertig macht, aber irgendwas ist ja immer). Die Charaktere sind auch gut gezeichnet. Ich bin nur nicht sicher, ob das dual POV eine gute Idee war, da man so gar keine Spannung hat, ob sie beide die gleichen Gefühle füreinander haben (es ist von Anfang an klar, dass das der Fall ist). Aber alles in allem ist das Buch unterhaltsam und ich würde es empfehlen.
Also ich weiß ja nicht, wie realistisch das ist, dass aus einer Hassnachricht im Internetz eine langanhaltende Brieffreundschaft mit Aussicht auf lebenslange Verbundenheit entspringt, aber vielleicht hab ich ja auch einfach keine Ahnung. Hab ich auch wirklich nicht von Internetphänomenen. Trotz stellenweise abstoßender unsympathischer Ausstrahlung der Hauptfiguren ließ es sich gut und schnell weglesen und ehrlichgesagt kann ich mich schon nicht mehr an Einzelheiten erinnern, weil ich wohl leider einer literarischen Vergesslichkeit unterliege. :(
Meine zweitlustigste Lektüre dieses Jahr! Ich hab es extralangsam in kleinen Häppchen gelesen, damit es nicht so schnell vorbei ist, aber heute wars dann soweit, hach. Ich finde gut, dass Kacki und Peter am Ende nach Wien fahren. Aber ich wusste am Ende nicht, wer dieser Klaus sein soll?! Langsam lesen in Häppchen hat wohl auch Nachteile, keine Ahnung wer das gewesen sein soll... Kerstin ist mir sehr ans Herz gewachsen! Und ich denke ich möchte jetzt auch eine IKEA Musterwohnung kaufen mit Lungebakken
Sehr spannend geschrieben und trotzdem informativ. Habe jetzt eine bessere Vorstellung davon, was in Nordirland los war.
Ich wollte das Buch nochmal lesen, nachdem ich den Film geguckt habe und ihn stupid fand. Das Buch ist wirklich so viel besser!
Der Anfang dieses Buchs ist so lustig. Die Erklärung, wie er dazu kam, die gekürzte Ausgabe von diesem Buch zusammenzustellen, hat mich mehrmals laut lachen lassen. Der Rest des Buchs und die eigentliche Geschichte selbst sind auch gut, aber irgendwie passiert – dafür, dass so viel passiert – auch irgendwie erstaunlich wenig. Aber die Art, wie das echte Geschehen und die Meta-Handlung verwoben sind, ist beeindruckend und tröstet über alles hinweg.
Die Figur von Buttercup tat mir diesmal auch etwas leid, weil sie unter all den eindimensionalen Figuren die ganze Zeit die eindimensionalste blieb. (Das kommt davon, wenn die ganzen 18 Monate Prinzessinnenausbildung einfach weggeschnitten werden!) Noch schlimmer und unnötiger fand ich nur das meiste, was Goldman über seinen (fiktionalen) dicken Sohn sagt – aber das musste man in den 70ern vermutlich so machen.
„Knots and Crosses“ ist das erste Buch mit Inspector John Rebus und spielt die ganze Zeit relativ offensichtlich mit einer „Jekyll und Hyde“-Situation. Die war zum Erscheinungstermin wahrscheinlich noch spannender, denn inzwischen sind schon 24 weitere Rebus-Bücher erschienen und darum kam in mir nie ganz das Gefühl auf, dass er im ersten Buch ein Serienmörder ist. (Aber was für ein Plot Twist das gewesen wäre, wenn doch!)
An sich fand ich es ganz gut, auch wenn man manchmal merkt, dass es von einem jungen Mann geschrieben wurde, der vielleicht etwas zu stark beweisen wollte, wie schlau er ist. (Das sagt Ian Rankin aber auch in seinem viele Jahre später geschriebenen Vorwort.)