Der erste Teil hat mir etwas besser gefallen, aber auch diesen hier fand ich interessant. War mir aber im direkten Vergleich etwas zu lang und nicht verstrickt genug.
Das Buch schafft sehr gut den Spagat zwischen einem klassischen Whodunnit, wie ich sie von Agatha Christie gewohnt bin, und einem Meta-Kommentar über Kriminalromane allgemein. Der Fall wird vom Erzähler und den Figuren mit anderen Krimis verglichen, die Leute im Buch lieben Kriminalromane, und es wird natürlich sowas gesagt wie „Ja, in einem Roman könnte man das so machen, aber das hier ist das echte Leben!“
Den Erzähler fand ich allgemein richtig gut, ich mochte die leicht nichtlinearen Erklärungen und dass er es sich am Ende nicht nehmen ließ, noch mal zu erklären, dass er von Anfang an die Lösung korrekt angeteasert hatte. Top!
Ich muss zugeben, dass ich trotz Claras Empfehlung lange nicht richtig in das Buch reingekommen bin und ein paar Monate festhing. Jetzt, wo sich das Jahr zu Ende neigt, aber mein Leseziel noch nicht, habe ich es wieder in die Hand genommen und gemerkt, dass es offenbar doch so gut ist, dass man die letzten 200 Seiten am Stück lesen kann. Es war nicht komplett mein Buch, aber das Ende ist perfekt.
Zum ersten Mal etwas von Agatha Christie, mal wieder empfohlen von Clara. Perfekte Ergänzung zum Spooktober!
Die ersten 50 Seiten braucht man, um überhaupt mal reinzukommen, und dann geht die Geschichte richtig los und lässt bis zur letzten Seite nicht mehr los. Die Geschichte ist so spannend, so durchdacht, so neat, so perfekt – Ich war die ganze Zeit fasziniert vom Geschehen, und auf einer Über-Ebene auch fasziniert davon, wie man etwas so Schlaues schreiben kann.
Allerorten heißt es, dass And Then There Were None Christies beste Geschichte sei – auf der einen Seite ist es natürlich toll, dass ich sie lesen konnte, auf der anderen Seite hoffe ich aber auch, dass es von hier an nicht zu stark bergab geht. Denn ich bin mir sicher, dass ich demnächst noch mal was von ihr lesen will!
Dieser Teil hat mir leider nicht so gut gefallen. Ich wünschte, es hätte mehr Detektiv/Krimi-Elemente gegeben – irgendwie kamen diese in meinen Augen sehr kurz und es ging stattdessen zu viel um … Höhlen. Ich glaube, ich mache mal eine Yokomizo-Pause.