Große Schrift und wenig Seiten - das kommt mir sehr entgegen bei meinen verzweifelten Bemühungen bis zum Ende des Jahres mein größenwahnsinniges Leseziel zu erreichen!
Auf Seite 105 habe ich verstanden, dass sein Kumpel Didier nicht irgendein Didier ist, sondern DER Didier Eribon, OMG hab ich mir gedacht, wie konnte es so lange dauern, aber damit rechnet man ja nun nicht, dass jemand mit so einem Star befreundet ist und keine große Sache daraus macht! Auf Seite 148 musste ich sehr weinen, es war ganz rührend alles! Bis dahin habe ich, optmistisch wie ich bin, die ganze Zeit gedacht dass gleich was fürchterliches passiert und alles schiefgeht, ich frage mich ob das an der Komposition der Buchstaben oder meinem schon erwähntem Optimismus liegt?
(Ich traue mich gar nicht hier meinen üblichen Witzesenf dazuzugeben, weil ich die Autorin höchstpersönlich kenne und das dem Buchthema nicht gerecht werden würde und ganz und gar unpassend ist... Aber ich bin hier ja auch quasi undercover und mit Decknamen unterwegs... Vielleicht schreibe ich später was seriöses! Ich habs auf jeden Fall innerhalb von 24 h gelesen, soviel sei gesagt! Da haben sich mein Jahresende-und-das-Leseziel-ist-nicht-erreicht-Ehrgeiz mit der Buchqualität zu Turbogeschwindigkeit exponentiell gesteigert/vermengt! ach jetzt ist es doch quatschig:()
Ich will ja nicht an Perfektion rütteln, aber ich glaube, das Buch wäre etwas angenehmer, wenn es zwischen den verschiedenen Perspektiven wechseln würde (wie ein modernes Buch), damit man nicht stundenlang ohne Atempause mit den Hobbits durch die Einöde klettern muss. Für mich noch schlimmer gemacht davon, dass ich Andy Serkis’ Gollum-Stimme so furchtbar finde. Trotzdem (obviously) gut!
Ein Buch über Freundschaft UND Endometriose UND Nachwendekinderdasein, ist das denn die Wirklichkeit, ich bin völlig von den Socken, das sind ja fast alle meine Lieblingsthemen! Würden noch Fledermäuse rumflattern wärs komplett um mich geschehen... (Und also echt jetzt, das ist glaube ich das erste Buch das mir jemals über den Weg gelaufen ist in dem es um Endometriose geht, gibts überhaupt noch mehr endometriotische Schriftstücke?!) Es gibt viele Listen, das mag ich. Die Klinikdarstellung am Ende finde ich etwas hanebüchen, das klang nach Kalenderspruchtherapiepsychologie (ach gibts ja vielleicht auch wirklich), aber sonst erste Sahne, gutes Buch. ich glaub das körpermanifest am ende hats wieder rausgerissen, das war erfrischend, schön dass die körpis zu wort gekommen sind, kurz hab ich sogar überlegt das zu kopieren und an eine meiner vielen wände zu hängen, so sympathisch fand ichs, aber das war mir dann doch zu pathetisch.
Was mich noch beschäftigt: wie soll ich in den nächsten tagen 11 Bücher lesen?!?!? Ich werde mein Leseziel wohl nicht erreichen:( das ist traurig, der Anspruch war mal wieder zu hoch... muss ich das dann zu meinem leseziel 2026 dazuaddieren?! Oder noch schnell ein paar Pixibücher?
Meinetwegen kann Cornelia Funke für jeden Feiertag ein Gespensterjägerbuch schreiben.
Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und bietet auch eine insights zu sociopaths. Aber ich werde das Gefühl irgendwie nicht los, dass sie vielleicht nicht die beste Person ist, um ihre eigene Geschichte zu erzählen (doppelt sogar, wenn man das Buch, wie ich, als Hörbuch hört). Irgendwie ging es mir manchmal zu viel darum, was für ein cooles Leben sie lebt und wie schlagfertig sie immer ist und zu wenig um echte insights. Ich hätte mir auch mehr wirklich informative wissenschaftliche Teile gewünscht aber das war wohl nicht das Buch, das sie schreiben wollte.
Voll spannend und informativ!