Bücherregal lädt …
Carl's Doomsday Scenario
448 Seiten

Carl und Prinzessin Donut sind in der dritten Ebene angelangt, wo eine neue Art von Herausforderung auf sie wartet: Quests. Mordecai, der zu ihrem Manager geworden ist, rät ihnen dringend, sie nicht anzunehmen, weil sie nur wenig Zeit haben, die Ebene zu schaffen, doch natürlich werden Carl und Donut trotzdem in zwei spektakuläre Quests hineingezogen …

In diesem Band wird die gesamte dritte Ebene des Spiels behandelt, was mich zugegeben überraschte – da im ersten Band die erste und zweite Ebene beschrieben wurden, hatte ich erwartet, zumindest ein paar Bände lang zwei Ebenen pro Buch zu lesen. Tatsächlich wäre mir die Reihe etwas zu lang, wenn jede der kommenden fünfzehn Ebenen ein Buch bekommt, denn schon hier im zweiten Band habe ich mir gewünscht, dass die zwei Quests, die Carl und Donut bearbeiten, in zwei Ebenen stattgefunden hätten.

Was die Quests selbst angeht, fand ich die erste mit dem verfluchten Zirkus durchaus interessant und das Finale der Quest gelungen, aber die wahre Stärke des Romans war definitiv die zweite Quest mit den ermordeten Prostituierten, die nicht nur überraschend spannend zu lesen war, sondern in einem wahrhaft epischen Ende gipfelte, das zu meinen absoluten Lieblingsszenen gehört.

Carl und Donut waren in diesem Band weiterhin genial und ich mochte ihre Schlagabtäusche sehr, sie sind und bleiben eine große Stärke des Romans. Was ich dagegen sehr vermisste, waren andere Crawler. Erst ab der zweiten Hälfte spielen sie überhaupt eine halbwegs wichtige Rolle (und ich mochte Katia, die zwar spät zu Carl und Donut stößt, aber einen sympathischen Eindruck machte), aber in der ersten Hälfte werden sie höchstens erwähnt und gaben eine große Schwäche des Quest-Prinzips preis:

Obwohl die NPCs des Spiels auf ihre Weise durchaus lebendig sind, fand ich es schwer, mich tatsächlich um sie zu sorgen. Viel mehr hätte ich mir gewünscht, mehr von den anderen Crawlern zu sehen. Carl und Donut zum Beispiel mit anderen Crawlern zusammenarbeiten zu lassen, um Quests abzuschließen, wäre meiner Meinung nach ein guter Weg gewesen, auch wirklich mit den Quests mitzufiebern und sie nicht als unwichtige Nebenquest zu empfinden. Die zweite Quest mochte ich zum Beispiel nicht zwingend, weil ich sie besser fand, sondern weil das Leben anderer Crawler auf dem Spiel stand; aber selbst, wenn dem nicht so gewesen wäre, fand ich sie allein durch das Auftauchen anderer Crawler interessanter (und relevanter für die Handlung) als die pure NPC-Zirkus-Quest.

Insgesamt immer noch ein guter Band, der vor allem durch Carls und Donuts Chemie brilliert, doch hoffe ich sehr, dass wir im nächsten Band noch mehr von den anderen Crawlern sehen werden!

Dungeon Crawler Carl
481 Seiten

Carl überlebt die Apokalypse nur zufällig, als er Donut, die Katze seiner Exfreundin, aus einem Baum rettet. Die Erde wurde von Außerirdischen eingenommen, die für die Millionen Überlebenden, die es noch gibt, etwas ganz Spezielles planen: Eine Spielshow, bei dem sie sich durch mehrere Ebenen kämpfen müssen, wie in einem Videospiel, mit Achievements, Leveln und vielem mehr. In Ermangelung besserer Möglichkeiten wird auch Carl zusammen mit Donut ein Dungeon Crawler – und gerät so in ein gefährliches, abgefahrenes Abenteuer …

Wie wohl viele andere hatte ich viel Gutes von dem Buch gehört, doch der Hauptgrund, aus dem ich es las, war letztendlich persönliches Interesse: Eine Spielshow, die sich an Videospielen orientiert und sowohl humorvoll als auch spannend ist, klang schlicht sehr nach meinem Geschmack. Und tatsächlich war es für mich als Videospielfan besonders spaßig zu lesen!

Ich bin mir zugegeben nicht sicher, ob Leser:innen, die nichts mit Videospielen anfangen können, ebenfalls Freude an dem Buch haben werden, weil es für mich schon sehr stark so wirkte wie ein Buch speziell für Gamer. Die Level, Monster, Achievements, Fähigkeiten usw. spielen eine große Rolle und waren hervorragend umgesetzt, aber gerade deshalb vielleicht irritierend für diejenigen, die keine Spiele spielen, obwohl durchaus alles erklärt wird. Das nur als Anmerkung, falls man diesbezüglich unsicher sein sollte.

Die eigentliche Handlung erstreckt sich über zwei der achtzehn Level, was mich zunächst überraschte, weil ich erwartete, dass mehrere Level in dem Buch vorkommen werden, doch letztendlich bin ich dankbar, dass den Leveln so viel Zeit gegeben wurde. So lernen wir nicht nur Carl und Donut sehr gut kennen (die beide fantastische Protagonisten sind), sondern auch das Spiel selbst und alles, was damit zu tun hat. Es ist sehr deutlich, dass sehr viel Liebe hinter dem Design steckt, denn die Welt ist so voller Details, dass es fast schon absurd ist. Der Autor hat wirklich an alles gedacht und vermutlich sogar noch an mehr!

Ich liebte nicht nur Carls Charakterentwicklung und Donuts Charme (sie hat nicht umsonst ein hohes Charisma!), sondern auch, auf welche kreative Weise sie sich der Monster entledigten. Es gibt viele Kampfszenen und ich war positiv überrascht darüber, wie abwechslungsreich und spannend sie gestaltet waren. Gerade die Bosskämpfe waren großartig, aber auch in anderen Gefechten bewies Carl immer wieder sein schnelles Denken und seine Kreativität. Das fand ich wirklich großartig!

Andere Charaktere stechen so halb hervor; ich mochte die Nebenstory mit Brandon, Agatha und mehreren Senioren, denen sie durch den Dungeon helfen wollen, aber um die Charaktere wirklich kennen- und lieben zu lernen, hätten sie noch etwas mehr Screentime gebraucht. Es gibt durchaus gute Ansätze (ich frage mich, was Carls und Donuts Mentor Mordecai wohl durchgemacht hat und was genau in Carls und Donuts Vergangenheiten geschah), aber spätere Bände werden den Nebencharakteren hoffentlich noch mehr Zeit schenken. (Zugegeben sind Carl und Donut wirklich das Highlight, aber ich hätte trotzdem gerne noch mehr von einigen Nebencharakteren gesehen.)

Das Pacing war trotz der Tatsache, dass wir nur zwei Ebenen erleben, überraschend gut; ich glaube, nur am Anfang der zweiten Ebene fühlte sich die Geschichte ein wenig langsam(er) an, aber auch hier nahm sie zügig Fahrt auf und triumphierte mit dem wohl besten Bosskampf des gesamten Buches. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr, über die anderen Ebenen zu lesen und hoffe, dass auch hier die Detailliebe gezeigt werden wird!

Insgesamt ein sehr spaßiges Buch, das vor allem für Videospielfans perfekt geeignet ist!