Bücherregal lädt …
Einträge mit dem Tag sklaverei.

James, von anderen Jim genannt, ist ein Sklave. Zusammen mit seiner Frau und Tochter lebt er ein beschwerliches Leben, das nur noch schwerer wird, als er verkauft werden soll und zusammen mit dem jungen Huck gezwungen ist, zu fliehen. Die beiden erleben auf ihrer Flucht viele Abenteuer und Strapazen, und die ganze Zeit muss James verschweigen, wie gebildet und intelligent er eigentlich ist – während er gleichzeitig darum kämpft, zu seiner Familie zurückzukehren …

„Huckleberry Finn“ habe ich tatsächlich nie gelesen, aber gerade deshalb fand ich, dass es interessant wäre, die Ereignisse des Romans aus James’ Sicht zu erleben. Letztendlich bin ich positiv überrascht, wie gefesselt ich von der Geschichte war, auch wenn ich zugegeben durchaus das Gefühl hatte, dass mir durch die fehlende Lektüre von „Huckleberry Finn“ etwas entgangen ist. So fand ich die Szenen zwischen Huck und James am interessantesten, weil ihre Beziehung so einnehmend und kompliziert war, während die Szenen mit den anderen Charakteren mich insgesamt weniger interessierten.

Natürlich gab es auch außerhalb der Szenen zwischen Huck und James so einige Szenen, die mich bewegt und berührt haben, weil sie realistisch von James’ Sklavenleben erzählten, doch speziell die Mitte des Romans, in dem er sich ohne Huck durchschlug, las sich für mich ein wenig zu langsam – was wiederum daran liegen könnte, dass ich „Huckleberry Finn“ nicht kenne und nur wenig Kontext für die erzählten Szenen habe. Das Ende hat mir dafür aber umso besser gefallen, weil es so zufriedenstellend ist, zu sehen, wie James aus den Fesseln der Sklaverei ausbricht.

Insgesamt betrachtet aber immer noch eine faszinierende Lektüre, die ich speziell denjenigen ans Herz legen würde, die „Huckleberry Finn“ gelesen haben und interessiert an einer anderen Interpretation sind!

↑ 2024
2023 ↓

Als Theo im Sperrmüll seiner Nachbarn das alte Gemälde eines Pferdes entdeckt, ist seine Neugier sofort geweckt, weil er unbedingt wissen will, wer dieses Pferd ist, wer es gemalt hat und was es im Allgemeinen mit dem Bild auf sich hat. Gleichzeitig folgen wir der Geschichte von Jarret, der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts bei der Geburt des zukünftigen Rennpferdes „Darley“ Lexington hilft und sehr bald eine enge Verbindung zu ihm aufbaut. Beide Protagonisten müssen sich zudem mit dem Rassismus auseinandersetzen, der ihnen entgegengebracht wird …

„Das Gemälde“ beruht auf der wahren Geschichte des Rennpferdes Lexington und erzählt in teils fiktiven, teils auf Wirklichkeit basierenden Passagen die Geschichte seines Erfolgs im 19. und seiner Wiederentdeckung im 21. Jahrhundert. Geraldine Brooks hat einige interessante Kapitel geschrieben, die sich vor allem auf die Bindung zwischen Jarret und Lexington konzentrieren und akkurat zeigen, wie damals Pferde in Rennen eingesetzt wurden.

Doch so interessant ich die Geschichte an sich fand, gab es so einige Längen, die es mir schwer gemacht haben, mich völlig in sie fallen zu lassen. Manchmal habe ich richtig mit Jarret und Lexington mitgefiebert, mich an anderen Stellen aber sehr gelangweilt. Es ist insgesamt eine recht ruhige Geschichte, was jetzt nicht zwingend schlecht ist, für mich jedoch nicht das Richtige war.

Zwiegespalten bin ich auch gegenüber dem Ende. Es ist vollkommen verständlich, warum die Autorin sich dafür entschieden hat und es passt (leider) zur Thematik, aber im Endeffekt war es für mich vergleichbar mit einer Geschichte, bei der ein Charakter plötzlich bei einem Autounfall ums Leben kommt, ohne, dass es mit der eigentlichen Geschichte in engem Zusammenhang stünde. Ja, der Zusammenhang bei Geraldine Brooks war durchaus stärker, doch trotzdem passte das Ende nicht so gänzlich zum Rest des Romans. Das liegt wahrscheinlich daran, dass so viel Fokus auf die Geschehnisse im neunzehnten Jahrhundert gelegt wird, dass ein plötzlicher Schicksalsschlag auf der gegenwärtigen Zeitlinie, die deutlich weniger Fokus erhält, sehr deplatziert wirkt. Andererseits basieren die Geschehnisse beider Zeitlinien auf wahren Ereignissen, weshalb ich nicht zwingend die Ereignisse an sich kritisierte, sondern die Art und Weise, wie sie in die Geschichte implementiert wurden.

Letztendlich kann ich sagen, dass Menschen, die ein spezielles Interessante an dem Rennpferd Lexington haben bzw. es entwickeln wollen, bestimmt ein schönes Lesevergnügen haben werden, ich selbst jedoch leider nicht allzu interessiert an den Ereignissen war. Jedoch nicht, weil es sich um ein schlechtes Buch handelt, sondern einfach, weil es nicht meinem Geschmack entspricht. Deshalb hoffe ich, dass andere Leser/innen hier das finden werden, was mir gefehlt hat.