Nachdem in einer Chemie-Fabrik eine Explosion stattgefunden hat, werden Tara und Alún, die sich davor heftig stritten, voneinander getrennt. Tara bleibt im verseuchten Gebiet und lernt das Mädchen Ste kennen, das nun in Alúns Haus wohnt; Alún kommt in die Großstadt und malt als Streetartist Taras Augen an die Gebäude, in der Hoffnung, dass sie sie irgendwie zu sehen bekommt und ihm verzeiht. Was er nicht weiß: Immer mehr Leute in der verseuchten Zone erblinden ...
Die Geschichte von Tara und Alún spielt in einer dystopischen Welt, doch geht es im Gegensatz zu anderen Dystopien nicht darum, das Regime zu stürzen, sondern einfach zu zeigen, wie Menschen dort leben. Das hat zu einem recht ruhigen Leseerlebnis geführt, das zunächst ungewohnt war, mir aber immer mehr und mehr gefiel, weil mir der neue Fokus auf die Menschen und ihr Leben sehr zusagte.
Von diesen Menschen lernen wir zugegeben nur Tara, Alún und Ste näher kennen, die anderen Charaktere bleiben recht blass. Es gibt am Ende des Buches verschiedene Register über Personen, Begriffe und Orte, die ich mehrmals konsultieren musste, weil ich die Namen der Nebencharaktere recht schnell vergaß.
Der Schreibstil ist dafür sehr angenehm zu lesen und führt einen flüssig durch die Geschichte durch. Wer für ein paar Stunden eine schöne Ablenkung in Form einer ungewöhnlichen, dystopischen Liebesgeschichte sucht, wird hier eine finden, die zum Glück weder kitschig noch ablenkend ist, sondern die Geschichte genau im richtigen Maße versüßt!
Cleo freut sich nicht besonders darüber, ein Achtsamkeitstagebuch gewonnen zu haben, aber benutzen will sie es probehalber trotzdem. Außerdem steht bald Fasching an, was so einige Vorbereitungen und Probleme mit sich bringt: Als was nur soll Cleo an Fasching gehen? Mal ganz davon abgesehen, dass der Alltag auch ganz schön drüber und drunter geht, was für Cleos Gehirn manchmal eine Überforderung darstellt ...
Was für ein grandioses Kinderbuch! Unglaublich unterhaltsam und vor allem witzig zu lesen, sodass ich tatsächlich mehrmals laut auflachen musste, weil Cleos Humor so fantastisch war! Das beste daran war, dass Cleo selbst nicht bewusst zu sein schien, wie witzig sie ist, aber so oder so liebte ich ihren Humor unglaublich - allein schon, weil er für alle Altersgruppen geeignet ist!
Die Tatsache, dass Cleo ADHS hat, spielt im Roman durchaus eine Rolle, aber keine ausschließliche, sodass es meiner Meinung nach egal ist, ob man selbst neurotypisch oder neurodivers ist – so oder so erwartet einen eine großartige Geschichte.
Neben Cleos Humor mochte ich auch ihre Infoblöcke, in denen sie Fun Facts über diverse Themem vorstellt, die sie gerade beschäftigen, sowie ihre witzigen (und gleichzeitig passenden) Antworten auf die Fragen in ihrem Achtsamkeitstagebuch.
Ansonsten wird hauptsächlich ihr regulärer (Schul-)Alltag beschrieben, aber das auf so herrliche und humorvolle Art, dass es mir unglaublich viel Spaß machte, Cleos Erlebnisse über den Monat hinweg, in dem das Buch spielt, zu verfolgen.
Für mich ist das Buch zu einem richtigen Highlight geworden, das nicht nur für Kinder geeignet ist!