- Wie Risse
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- Liebesdreieck
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- Tod
- Schöner Schreibstil
Jahre ist es her, seit Beth ihre erste Liebe Gabriel getroffen hat. Seitdem ist viel passiert – sie hat ihre zweite Liebe Frank geheiratet, ihren Sohn Bobby verloren und Gabriel inzwischen einen bekommen. Beths Ehemann Frank warnt sie, lieber keinen Kontakt mehr zu Gabriel und dessen Sohn Leo aufzunehmen, doch als Gabriel anbietet, dass sie gegen gute Bezahlung auf Leo aufpasst, stimmt sie zu. Doch natürlich wallen alte Gefühle wieder auf und bald fühlt Beth sich zwischen zwei Männern hin und her gerissen – wobei einer von beiden sich in der Zukunft wegen Mord auf der Anklagebank finden wird …
Ich persönlich mag ja Bücher, die mich an „Der Gesang der Flusskrebse“ erinnern, weil der wunderschöne Schreibstil, den sie in der Regel haben, es so leicht macht, sich in die Geschichte fallen zu lassen. Sehr begrüßt habe ich auch die kurzen Kapitel und die vergleichsweise große Schrift, die es noch leichter machten, den Roman in einem Rutsch zu lesen.
Trotzdem fiel es mir am Anfang ein wenig schwer, hineinzukommen, weil ich mit den drei verschiedenen Zeitlinien etwas durcheinanderkam. Obwohl an sich klar ist, welche Geschichte zu welcher Zeitlinie gehört, verwechselte ich sie am Anfang oft, bis ich mich schließlich an die Struktur gewöhnte. Dafür hatten beide Haupt-Zeitlinien Dinge, die sie gleichermaßen ansprechend machten: In der Vergangenheit folgen wir Beths Beziehung mit Gabriel und ihrer Zeit mit ihrem Sohn Bobby, während wir in der Gegenwart ihre Wiederbegegnung erleben, die zusätzlich durch Beths Ehemann Frank und Gabriels Sohn Leo verkompliziert wird. Beide Zeitlinien hatten emotionale Momente, die mich sehr berührten; vor allem Bobbys Leben und Tod stechen hier hervor.
Allerdings gab es auch Dinge, die mich störten. So war das Liebesdreieck um Beth, Gabriel und Frank sehr enervierend zu lesen, denn obwohl ich dem Roman zugute halten muss, dass beide Männer sehr sympathisch dargestellt wurden, hat mich Beths Hin- und Hergerissenheit sehr gestört. Ich bin zugegeben kein Fan von Liebesdreiecken, weil sie entweder zu offensichtlich sind oder – wie in diesem Fall – zu sehr von den interessanten Aspekten des Romans ablenken. Auch hier gab es eine Phase, in der das Liebesdrama meiner Meinung nach zu viel Platz einnahm.
Was das Ende angeht, gab es zwei sehr angenehme Überraschungen, die ich nicht kommen gesehen habe, auch wenn das eigentliche Ende etwas zu kitschig ist. Natürlich nur nach meinem Geschmack, aber ich persönlich hätte die Epilogszene nicht gebraucht.
Trotz den Kritikpunkten spreche ich dem Roman jedoch eine Empfehlung aus, weil er sich einfach so wunderschön und emotional las. Der flüssige Schreibstil und der Umgang mit einem verlorenen Familienmitglied waren großartig umgesetzt und sind ein Leseerlebnis wert!
Brendan und Ronan sind beste Freunde, doch als Ronan am ersten Tag des letzten Schuljahres im Rollstuhl zur Schule kommt, ist Brendan komplett überfordert mit der Situation. Ronan hat einen schweren Unfall erlitten, kann sich kaum artikulieren und ist nicht mehr die Person, die er mal war. Brendan möchte herausfinden, was passiert ist und bemüht sich, seinem besten Freund zu helfen, doch wie soll er ihre Freundschaft fortführen, wenn alles, was Ronan zu Ronan machte, verschwunden zu sein scheint?
Colin Morgan kannte ich bisher nur als „Merlin“-Schauspieler und war deshalb positiv überrascht, einen Roman von ihm zu lesen, doch muss ich leider sagen, dass er mir leider nicht so gut gefallen hat, wie ich es mir gewünscht hätte.
Zunächst aber die große Stärke des Romans: Brendans und Ronans Freundschaft. Auch, wenn ich mir mehr Szenen mit Ronan gewünscht hätte, weil es sich teils so anfühlte, als wäre er ein Nebencharakter in seinem eigenen Buch, mochte ich die Szenen zwischen Brendan und Ronan sehr und freute mich, ihre Freundschaft auf andere Weise wieder aufblühen zu sehen. Auch andere Beziehungen wie die zu Brendans Crush Jennifer oder seinem Arbeitgeber Mr. Feeney haben mir gut gefallen.
Doch die Emotionen hinter der Geschichte waren leider hinter dem Schreibstil verborgen. Der schuf eine gewisse Distanz zu den Charakteren, sodass ich nur am Ende Brendans Emotionen spürte und selbst da immer noch hinter dem Filter eines schlichten, nüchternen Schreibstils. Allgemein gibt es viele Szenen und vor allem Dialoge, die vor sich hinplätscherten und keinen Sinn zu haben schienen, sodass selbst die Momente, die mir gefielen, nicht so stark leuchten konnten, wie ich es gehofft hätte.
Außerdem störte es mich, dass viele Fragen, die Brendan sich am Anfang stellt, offen gelassen wurden. Ich war wirklich gespannt darauf, zu hören, was genau mit Ronan passiert ist und welche Botschaft er für Brendan möglicherweise hinterlassen hat, aber keine dieser Fragen wird beantwortet, sodass mich das Ende eher frustriert als emotional zurückließ.
Ronans Darstellung als Mensch im Rollstuhl bzw. als Mensch mit Behinderung kann ich leider nicht beurteilen, weil sie mir zwar problematisch vorkam, ich mich aber nicht versiert genug mit dem Thema fühle, um eine endgültige Aussage zu treffen.
Insgesamt also ein Buch, dessen dargestellte Beziehungen mir zwar gefielen, mit dem ich mich emotional jedoch nicht verbinden konnte.