– Die Ballade von Ronan McCoy
 415 Seiten

Brendan und Ronan sind beste Freunde, doch als Ronan am ersten Tag des letzten Schuljahres im Rollstuhl zur Schule kommt, ist Brendan komplett überfordert mit der Situation. Ronan hat einen schweren Unfall erlitten, kann sich kaum artikulieren und ist nicht mehr die Person, die er mal war. Brendan möchte herausfinden, was passiert ist und bemüht sich, seinem besten Freund zu helfen, doch wie soll er ihre Freundschaft fortführen, wenn alles, was Ronan zu Ronan machte, verschwunden zu sein scheint?

Colin Morgan kannte ich bisher nur als „Merlin“-Schauspieler und war deshalb positiv überrascht, einen Roman von ihm zu lesen, doch muss ich leider sagen, dass er mir leider nicht so gut gefallen hat, wie ich es mir gewünscht hätte.

Zunächst aber die große Stärke des Romans: Brendans und Ronans Freundschaft. Auch, wenn ich mir mehr Szenen mit Ronan gewünscht hätte, weil es sich teils so anfühlte, als wäre er ein Nebencharakter in seinem eigenen Buch, mochte ich die Szenen zwischen Brendan und Ronan sehr und freute mich, ihre Freundschaft auf andere Weise wieder aufblühen zu sehen. Auch andere Beziehungen wie die zu Brendans Crush Jennifer oder seinem Arbeitgeber Mr. Feeney haben mir gut gefallen.

Doch die Emotionen hinter der Geschichte waren leider hinter dem Schreibstil verborgen. Der schuf eine gewisse Distanz zu den Charakteren, sodass ich nur am Ende Brendans Emotionen spürte und selbst da immer noch hinter dem Filter eines schlichten, nüchternen Schreibstils. Allgemein gibt es viele Szenen und vor allem Dialoge, die vor sich hinplätscherten und keinen Sinn zu haben schienen, sodass selbst die Momente, die mir gefielen, nicht so stark leuchten konnten, wie ich es gehofft hätte.

Außerdem störte es mich, dass viele Fragen, die Brendan sich am Anfang stellt, offen gelassen wurden. Ich war wirklich gespannt darauf, zu hören, was genau mit Ronan passiert ist und welche Botschaft er für Brendan möglicherweise hinterlassen hat, aber keine dieser Fragen wird beantwortet, sodass mich das Ende eher frustriert als emotional zurückließ.

Ronans Darstellung als Mensch im Rollstuhl bzw. als Mensch mit Behinderung kann ich leider nicht beurteilen, weil sie mir zwar problematisch vorkam, ich mich aber nicht versiert genug mit dem Thema fühle, um eine endgültige Aussage zu treffen.

Insgesamt also ein Buch, dessen dargestellte Beziehungen mir zwar gefielen, mit dem ich mich emotional jedoch nicht verbinden konnte.