Seinen fünfzigsten Geburtstag möchte Jakob am liebsten an sich vorbeiziehen lassen. Er bittet seine Freundin Ellen, keine Party vorzubereiten, weil ihn das nur an sein Alter erinnern würde. Also schenkt Ellen ihm eine Badehose, damit er mal wieder schwimmen gehen kann. Zu seiner Überraschung begegnet er im Freibad seiner großen Liebe, die er seit über zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Sie sprechen sich aus und auf dem Weg zum Taxi begegnet Jakob einem weiteren bekannten Gesicht: Seinem ehemals besten Freund, dessen Filmerfolg er versehentlich stahl. Auch sie sprechen sich aus, und so geht es immer weiter. Mit jeder Person aus der Vergangenheit findet Jakob einen Weg in die Zukunft, bis er bei der Person ankommt, die es überhaupt möglich machte …
Dieser Roman ist ein kurzweiliges Vergnügen, der vor allem durch Jakobs Hintergrundgeschichte brilliert. Mit jeder Person ein wenig mehr aus seinem Leben zu erfahren, fand ich sehr faszinierend, weil auch die Geschichte der Person dabei beleuchtet wird und dadurch ein komplettes Bild entsteht. Das hat mir sehr gefallen, weil ich es allgemein mag, wenn verschiedene Puzzleteile ihren Platz finden.
Hier sollte man jedoch bedenken, dass es fast ausschließlich um Jakobs Leben und das Wiedersehen mit Menschen aus seiner Vergangenheit geht und die Handlung deshalb recht ruhig ist. Durch die Kürze des Buchs war das leicht zu akzeptieren, ist aber trotzdem erwähnenswert; die Geschichte ist kurzweilig, unterhaltsam und hat trotzdem mehrere bedeutsame Themen, bleibt aber den ganzen Roman hinweg eine unaufgeregte Geschichte. Wer also genau so etwas braucht, ist hier bestens bedient, nur die Actionsfans werden hier logischerweise nicht viel Spannendes finden. Für einen ruhigen Abend ist die Geschichte dafür perfekt!
Alice feiert ihren vierzigsten Geburtstag, doch richtig freuen tut sie sich nicht. Ihr Vater Leonard ist todkrank und sie macht sich Sorgen, dass jeder Tag der letzte sein könnte. Ihren Geburtstag verbringt sie relativ unspektakulär und schläft im Wachhäuschen ihres Vaters ein. Und wacht im Körper ihres sechzehnjährigen Ichs wieder auf. Sie kann es sich nicht erklären, doch schnell begreift sie, was das bedeuten könnte: Dass sie das Schicksal ihres Vaters in der Zukunft möglicherweise verändern kann …
Dieser Roman hat mich vor allem aufgrund seines Zeitreise-Aspekts interessiert, der auch sehr gut und kreativ umgesetzt ist. Auch, wie die Vater-Tochter-Beziehung beschrieben worden ist, hat mir sehr gefallen, vor allem auch aufgrund der Tatsache, dass nur wenige der Romane, die ich gelesen habe, sich stärker auf familiäre als auf romantische Beziehungen konzentrieren. Trotzdem würde ich den Roman insgesamt 'nur' als „ganz gut“ beschreiben.
Das liegt zum einen daran, dass der Beginn ein wenig langgezogen ist. Zwar ist einiges, was am Anfang beschrieben hat, durchaus notwendig für den Rest der Handlung, aber für mich, die eher auf die Zeitreise gewartet hat, ein wenig zu lang. Ironischerweise fand ich dafür die „Experimente“, die Alice im späteren Verlauf der Handlung durchführt, zu kurz, und hätte gerne noch viel mehr von ihnen gelesen.
Die Charaktere und die Handlung selbst (ab der Zeitreise) waren recht gut; an sich eigentlich nichts Besonderes, aber mir haben sie gefallen. Vor allem natürlich Alices und Leonards Interaktionen; die anderen Charaktere waren zwar auch okay, aber es ist wohl nur natürlich, dass in einem Roman, der sich auf eine Vater-Tochter-Beziehung konzentriert, ebendiese am besten beschreibt. Tatsächlich wünschte ich, die Interaktionen mit anderen Charakteren wären ein wenig weiter heruntergeschraubt worden, um Alice und Leonard noch mehr in den Fokus zu stellen!
Insgesamt handelt es sich also um einen ganz guten Roman, der sich zugegeben nicht stark von anderen abhebt, aber trotzdem gut zu lesen ist.
- Die 7 Männer der
- Evelyn Hugo
- Taylor Jenkins Reid
- Ullstein
- Belletristik
- Schauspielerei
- Ehen
- Liebe
- Skandale
- Filme
- Fiktive Biografie
- LGBTQ+
- Highlight
Monique Grant ist sehr überrascht, als die berühmte Schauspielerin Evelyn Hugo speziell nach ihr verlangt, um ein Exklusivinterview zu führen. Noch überraschter ist sie, als Evelyn ihr offenbart, dass Monique gar kein Interview, sondern ihre Biographie schreiben soll. Monique möchte natürlich wissen, warum ausgerechnet sie dafür ausgewählt wurde, weil sie keinerlei Verbindung zu Evelyn hat – und so beginnt Evelyn, von ihrem Leben zu erzählen: Von ihrer Schauspielkarriere, ihren sieben Ehemännern – und ihrer großen Liebe …
Dieser fesselnde Roman erzählt die Geschichte einer fiktiven Schauspielerin, die auf realen Schauspielerinnen basiert und vielleicht deshalb so realistisch wirkt, als wäre sie eine wahre Person. Ich habe die Erzählung ihres Lebens so neugierig verfolgt, dass ich mich gar nicht davon losreißen wollte. Wobei es interessanterweise nicht die sieben Männer sind, die ich am interessantesten fand (eigentlich ist nur einer von ihnen überhaupt der Rede wert), sondern die Geschichte ihrer wahren Liebe, die der eigentliche Fokus des Romans ist. (Wobei ich auch die Erwähnungen all der Filme und Szenen mochte, in denen Evelyn mitgespielt hat. Die kurzen Beschreibungen der Szenen und Handlungen haben mein Interesse so sehr geweckt, dass ich diese nicht existierenden Filme gerne angeschaut hätte!)
Natürlich sind die sieben Ehemänner nicht komplett unwichtig, sondern zeigen verschiedene Arten und Weisen, wie eine Beziehung und Ehe (nicht) laufen kann. Das war durchaus faszinierend – zu sehen, wie und warum Evelyn ihr Leben und ihre Ehen so gestaltet, wie sie sich der Außenwelt präsentieren –, aber letztendlich waren sie für mich fast schon das Uninteressanteste in Evelyns Leben. Trotzdem würde ich nicht behaupten, dass der Titel des Romans fehlgeleitet ist, weil er im Anbetracht der Tatsache, wie die Geschichte sich entwickelt, auf ironische Weise passt.
Die Gegenwartsszenen zwischen Monique und Evelyn sind die Rahmengeschichte für die eigentliche Handlung – Evelyns Leben –, wobei ich es schön fand, wie sie mit den erzählten Ereignissen verwoben wurden. Die Art und Weise, wie ihre Geschichten zusammenhängen, war ebenfalls gut gemacht und beantwortete auf zufriedenstellende Weise, warum Evelyn ausgerechnet Monique als ihre Biographin wollte.
Insgesamt war das also ein Roman, der mich sehr gefangen genommen hat und ein persönliches Highlight für mich geworden ist!
In der Nähe der Wäscherei Sunshine Cleaning gibt es einen Spielplatz mit einem Nilpferd, dem nachgesagt wird, das es einen heilt, wenn man ihn dort berührt, wo es einen selbst schmerzt. Einige Menschen finden beim Nilpferd, dem sogenannten Rikabari Kabahiko Unterstützung: Kanato, der nach dem Wechsel in die Highschool plötzlich sehr viel schlechtere Noten als sonst bekommt; Sawa, die sich unter anderen jungen Müttern eines Kindergartens nicht willkommen fühlt; Chiharu, die vom Arbeitsstress und Eifersucht schlimme Ohrenschmerzen bekommt; Yuya, der vor einem Rennen behauptet, sein Bein würde schmerzen, bis es dann wirklich wehzutun beginnt; und Kazuhiko, der im Alter nicht nur unter schlechteren Augen leidet, sondern auch unter der angespannten Beziehung zu seiner Mutter.
Am stärksten ist Michiko Aoyama, wenn sie sich auf wenige Charaktere konzentriert, statt besonders viele auf einmal zu beschreiben, weshalb ich froh war, dass sie in diesem Roman genau das getan hat. So konnten wir alle Charaktere genug kennenlernen, wobei ich die kleinen Verbindungen zwischen ihnen zu schätzen wusste, aber auch die Geschichten an sich.
Der Roman startet mit einer starken Geschichte: Ich war sehr investiert in Kanato, der unter seinen Leistungen leidet und sich aufgrund seiner Noten dumm fühlt; er hatte auch die wohl engste Verbindung zum Nilpferd, dem er sogar hilft. In Sawa konnte ich mich dafür nicht ganz so gut hineinversetzen, weil ihre Probleme so ganz anders als meine waren, aber dafür war sie sehr sympathisch. Chiharu wirkte zunächst unsympathisch, aber ihre Charakterentwicklung war sehr zufriedenstellend. Auch mit Yuya konnte ich zunächst nicht warm werden, aber tatsächlich entwickelte er sich bald zu einem Liebling und ich mochte seine Freundschaft zu Suguru sehr. Zuletzt haben wir Kazuhiko, bei dem mir vor allem die sich entwickelnde Beziehung zu seiner Mutter gefiel. Letztendlich waren aber alle Charaktere auf ihre Weise sympathisch, gerade weil jeder von ihnen etwas für sein eigenes Leben lernte.
Obwohl das Nilpferd natürlich eine wichtige Rolle spielt, war ich sogar noch investierter in die Wäscherei Sunshine Cleaning, die alle Charaktere besuchen und nach der auch das Buch benannt ist. Die Besitzerin ist es, die die Sage über das heilende Nilpferd überhaupt erzählt und die Art und Weise, die die verschiedenen Charaktere mit ihr interagieren, obwohl sie selbst stets ein Nebencharakter bleibt, war äußerst faszinierend. Oft war sie sogar der eigentliche Ratschlag, den die Charaktere brauchten, was ich einfach schön fand.
Insgesamt also ein schöner Roman mit fünf wundervollen Geschichten!