– Ein letzter erster Augenblick
 496 Seiten

Joel kann in seinen Träumen die Zukunft sehen. Gute, schlechte und neutrale Ereignisse weiß er oft Tage, Monate oder sogar Jahre im Voraus. Weil die Träume ein großer Ballast für ihn sind, hat er bisher darauf verzichtet, eine ernste Beziehung anzufangen - bis er auf Callie trifft. Sie arbeitet in einem Café, hat kürzlich ihre beste Freundin verloren und traut sich nicht so richtig, aus sich rauszukommen. Sie und Joel verlieben sich ineinander, doch Joels Träume drohen, ihre Beziehung zu zerstören ...

Der übernatürliche Aspekt in diesem Roman hat mir sehr gut gefallen und ich fand, dass Holly Miller mit Joel realistisch beschrieb, was für einen Einfluss solche Träume auf einen Menschen haben können. Callie war am Anfang zugegebenermaßen nicht so interessant und ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mit ihr warm wurde, aber letztendlich gewann auch sie mein Herz.

Die Liebe zwischen den beiden ist rührend beschrieben, wobei sie vor allem in der Mitte des Buches Überhand nimmt. Mir persönlich war sie stellenweise zu lang gezogen, aber Fans romantischer Geschichten werden sich an ihr erfreuen.

Die Nebencharaktere bleiben größtenteils leider blass und ich muss zugeben, dass ich mir letztendlich nur ein paar wenige Namen merken konnte, weil der Fokus definitiv auf Joel und Callie selbst liegt. Wie ihre Beziehung sich gerade nach der Hochphase entwickelt, hat mir dafür außerordentlich gut gefallen!

Weinen musste ich während des Buches zwar nicht, aber emotional ist es durchaus. Von daher würde ich raten, vorsichtshalber ein paar Taschentücher einzupacken ;)

– Das Leben ist zu kurz für irgendwann
 384 Seiten

Terrys Freundin Iris leidet an Multipler Sklerose. Aus diesem Grund entschließt sie sich, von Irland nach Zürich zu reisen, um sich dort in einer Klinik das Leben zu nehmen. Als Terry früher als beabsichtigt davon erfährt, zögert sie keine Sekunde damit, zusammen mit ihrem dementen Vater ihre Freundin zu begleiten und sie umzustimmen. So machen sich die drei auf die Reise - eine Reise, die Terry von Grund auf verändern wird.

Auch wenn das Buch spannende Elemente enthält, lebt es vor allem durch seine realistischen Charaktere, mit denen ich mich gut identifizieren konnte. Terry, Iris und Eugene, Terrys Vater, fühlten sich so real an, wie ich es selten erlebt habe. Zwar treffen sie manchmal Entscheidungen, mit denen ich nicht übereinstimmte, aber gerade das machte sie umso realistischer.

Auch der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen beendete. Die Themen Sterbehilfe und Demenz sind nicht für jedermann, aber Ciara Geraghty geht respektvoll mit ihnen um und man merkt, dass sie sich ausführlich mit diesen Themen beschäftigt hat.

Insgesamt kann ich den Roman aus vollstem Herzen empfehlen!

– Was dir bleibt
 253 Seiten

An einem Tag wie jedem anderen steigt die 76-jährige Gladys in einen Zug und lässt ihre suizidale Tochter alleine zurück. Ein junger Lehrer verfolgt ihre Reiseorte, um ihre Beweggründe herauszufinden, die sich niemand erklären kann.

Auf dem Weg begegnet der junge Lehrer mehreren Persönlichkeiten, jeder mit seiner eigenen Geschichte. Während er die Geschehnisse rekonstruiert, kommt er der Wahrheit immer näher - und als der Leser sie mit ihm erfährt, ändert sich seine Sichtweise komplett.

Tod spielt wie schon in "Ein Leben mehr" eine entscheidende Rolle und wurde auf herzzerreißende Weise hier umgesetzt. Ich fasziniert davon, wie hier mit diesem Thema umgegangen wurde.

Ein wenig lang kommt mir die Geschichte trotzdem vor. Manchmal plätschert sie vor sich hin, manchmal rüttelt ein Sturm sie auf. Letztendlich hätte sie wohl ohne größere Probleme gekürzt werden können ... aber dennoch genoss ein Teil von mir die Schicksale, die in den "unnötigen" Teilen beleuchtet wurden.

Insgesamt ein Roman, den ich gern gelesen habe.