Lesetagebuch
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Conversations with Friends
 272 Seiten
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Das Buch hatte mich von Anfang an und irgendwie flog regelrecht durch diesen Roman. Auch wenn Sally Rooneys Stil auf den ersten Blick nicht ganz so zugänglich sein mag, mochte ich die Art wie sie die Welt und vor allem die Beziehungsgeflechte, in der sich ihre Hauptfiguren, allen voran Frances, bewegen, beschreibt. Irgendwie hat mich dieses Buch mehr berührt als viele vor ihm. Ob sie wirklich die Stimme meiner Generation ist, kann ich nach einem ihrer Bücher nicht beurteilen; aber ich glaube, es stellt die Lebensrealität in der wir uns befinden, ziemlich gut dar.

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"Everyone’s always going through something, aren’t they? That’s life, basically. It’s just more and more things to go through"

Es ist mir fast etwas unangenehm wie gut mir das Buch gefallen hat. Die Themen des Buches, die Sprache, die Gedankenwelt hallte sehr in mir nach. Es war als hätte es einen Faden zu einer Facette meiner Person gesponnen, der ich lange keine Beachtung geschenkt habe. Wenn ich jetzt also jemandem erzähle, dass ich das Buch mag oder es mich emotional berührt hat, fürchte ich, zu viel von mir Preis zu geben und dabei fast intim hinter meine Fassade blicken zu lassen. Ähnlich dem Gefühl, wenn jemand sich die eigene Wohnung ganz genau anschaut und versucht daraus zu schließen, was für ein Mensch man ist. Es ist wirklich nicht das erste Mal, dass ich so ein Gefühl nach einem Buch hatte. Gute Bücher sind häufig Projektionsflächen oder Spiegel bzw. Identifikationsmöglichkeiten für einen. Wenn man gar keine #relatable-Momente hätte, könnte man ja kaum etwas mit dem Inhalt anfangen (und sei es nur "oh das ist ja ganz anders als bei mir, wie spannend"). Ich erwähne es in diesem Zusammenhang, weil dieses Buch sich eigentlich genau damit beschäftigt: wer bin ich? Wen will ich hinter die Fassade blicken lassen?

Das Buch lebt nicht von der Story sondern von den ungelenken Charakteren die irgendwo zwischen skurril und echt sind. Deswegen glaube ich, dass das Buch damit steht und fällt, ob man sich auf den etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil einlassen kann. Und wahrscheinlich hilft es, wenn man Millennial ist. (Ich las eine Rezension, die sich darüber aufregte, dass die Protagonistin kein Interesse an Arbeit und Geld hat und damit dem Buch 1 Stern gab - ich war selbstverständlich auch so empört, mir ist glatt mein Avocado-Toast auf die Immobilienangebote gefallen, die ich mir nie werde leisten können)

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Viel zu gut. Hat mich nicht ganz so berührt wie "Normal People", aber ist trotzdem einfach sensationell gut. Wenn ich Journalist wäre und Literaturrezensionen fürs Feuilleton schreiben würde, würde ich mich zu Aussagen wie "Sally Rooney ist die Stimme ihrer Generation" hinreißen lassen. Ich würde es schöner formulieren und noch etwas mehr über ihren Stil faseln, aber ich würde mich in jedem Fall sehr überschwänglich äußern. Und wisst ihr womit? Mit Recht! (Jaja, abgedroschene Phrase. I know)