Rosalyn „Ross“ Quest gehört zu einer berühmten Familie, die aus Dieben besteht. Doch als ihre Mutter bei einem Diebstahl erwischt wird und die Entführer eine Milliarde Dollar für sie verlangen, sieht selbst Ross keine andere Möglichkeit, als am Thieves’ Gambit teilzunehmen und sich durch ihren Sieg einen Wunsch erfüllen zu lassen. In den verschiedenen Runden muss sie nicht nur einige der schwierigsten Diebstähle durchführen, sondern hat es auch mit Konkurrenz zu tun – unter anderem mit dem charmanten Devroe. Ross, die niemandem traut, will sich gar nicht erst auf ihn einlassen, doch je mehr Zeit sie mit ihm verbringt, desto mehr wird ihr Grundsatz auf die Probe gestellt …
In der Theorie habe ich „Wettbewerbsromane“ schon immer geliebt, in der Praxis aber schon einige gelesen, die zu vorhersehbar, klischeehaft und/oder zu fokussiert auf die Romanze waren. Deshalb war ich neugierig, wie „Thieves’ Gambit“ seinen Wettbewerb wohl umsetzen würde … und ich muss sagen, dass der Roman mich positiv überrascht hat!
Nicht nur ist er durchgängig spannend zu lesen, er stellt auch die wichtigen Charaktere angemessen vor. Die Romanze spielt eine relativ große Rolle, fügt sich aber sehr gut in den Rest der Handlung ein und nimmt keine Überhand. Und auch die einzelnen Runden bzw. Aufgaben, denen sich die Charaktere stellen, waren sehr gut umgesetzt und haben mich mehr als einmal überrascht. Ich habe mich sehr gefreut, endlich wieder einen Wettbewerbsroman zu lesen, der mich in Atem hält und mich mit den Charakteren mitfiebern lässt!
Nur eine Kritik habe ich: Das Ende, das zumindest teilweise vorhersehbar war. Wenn man die Kurzbeschreibung liest, weiß man im Grunde schon, was am Ende offenbart werden wird. Zugegeben, „Thieves’ Gambit“ bekommt definitiv Pluspunkte dafür, noch einen anderen unerwarteten Twist eingebaut zu haben, den ich sehr genial fand, aber trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass dafür der erwartete Twist anders umgesetzt worden wäre als in so vielen anderen Romanen seiner Art.
Nichtsdestotrotz hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf den zweiten Teil!
Sechs Monate sind vergangen, seit Devroe Ross beim Thieves’ Gambit verraten hat, doch trotzdem hört er nicht auf, mit ihr zu flirten. Als wäre das noch nicht genug, soll ein neuer Wettbewerb entscheiden, wer der Anführer ihrer Organisation werden soll – die akribische Count oder der entschlossene Baron. Drei Aufträge sollen entscheiden, wer das bessere Team hat, wobei Ross und Devroe auf verschiedenen Seiten stehen. Und für beide steht das Leben ihrer Familie auf dem Spiel …
Spannend endet die Dilogie mit „Royal Gambit“, wobei die drei Aufträge, die Ross und Devroe gegenüberstellen, definitiv das Highlight waren. Der Anfang, der dieses Gambit einleitet, ist nämlich recht langsam und ich war sehr viel investierter, als es mit den Aufgaben losging. Diese waren so spannend und gut geschrieben, dass ich sie mit Begeisterung verfolgte. Meine Lieblingsaufgabe war dabei das Casino, das viele meiner Lieblingsszenen enthielt, aber auch die anderen zwei Aufgaben waren wunderbar.
Die einzige Kritik, die ich für die Aufgaben selbst habe, ist tatsächlich Ross selbst – denn meiner Meinung nach war sie in ihrem Team das schwächste Glied. Sie machte viele Fehler, teils verständliche, teils unnötige, aber insgesamt zu viele. Ab einem bestimmten Punkt habe ich nicht verstanden, warum man sie engagieren sollte, weil es den Anschein hatte, als würden ihre Missionen fast immer scheitern. Am Ende haben sie und Devroe zum Glück gezeigt, was wirklich in ihnen steckt (und beide Szenen, in denen sie ihren Plan bzw. ihren Wunsch offenbaren, gehörten ebenfalls zu meinen Lieblingen), aber ich wünschte, Ross wäre auch zwischendrin ein wenig fähiger gewesen, statt sich fast ausschließlich auf die Hilfe ihrer Freund:innen zu stützen.
Apropos: Mir hat es sehr gefallen, dass Ross viel Zeit mit ihren Freund:innen verbrachte. Leider geschieht das auf Kosten der Romanze, weil sie und Devroe leider nicht so viele Szenen miteinander verbringen, aber dennoch fand ich es erfrischend, dass Ross’ Freundschaften dafür in den Fokus gerückt wurden. Logischerweise ist es aber immer noch ein Kritikpunkt, dass die eigentliche Romanze etwas zu kurz kommt.
Doch trotz dieser Kritikpunkte hat mit „Royal Gambit“ sehr gefallen und war für mich ein zufriedenstellender Abschluss der Dilogie!