When Shadows Darken the Sun
465 Seiten

In wenigen Monaten beginnen die Tag-und-Nacht-Spiele, in der die Prima des Taghofs, Di, und der Primus des Nachthofs, Nox, gegeneinander antreten müssen, um zu bestimmen, wer von beiden die nächsten dreißig Jahre über den Dritten Hof herrschen wird. Begleitet wird Di von ihrer Zofe Cass, die die unsichere Herrscherin unterstützt und Nox in seine Schranken weisen will. Gleichzeitig sind die beiden fasziniert voneinander, sich wohl bewusst, dass sie Feinde sind. Um Cass‘ besten Freund von einem Fluch zu retten, machen die beiden sich auf eine Reise auf, in der sie sich näher kennenlernen, während das Datum der Spiele immer näher rückt …

Dieser Fantasyroman hat einfach Spaß gemacht – vor allem wegen seinem cineastischen Schreibstil und der gut umgesetzten Romanze. Denn eigentlich sticht er davon abgesehen nicht zu stark hervor, er ist einfach eine klassische Fantasyromanze – und trotzdem ein sehr guter Genuss.

Mit „cineastisch“ meine ich hierbei einen Schreibstil, der er leicht macht, sich alle Szenen tatsächlich gut vorzustellen. Ich war positiv überrascht davon, wie viele denkwürdige Szenen es gab, die sich in mein Gedächtnis einbrannten, wobei mein liebster Teil der Handlung Cass‘ und Nox‘ Rettungsreise war. Hier gab es ein paar meiner absolut liebsten Szenen, weshalb mir dieser Handlungsabschnitt besonders positiv in Erinnerung geblieben ist.

Das liegt auch an den Protagonisten: Cass und Nox sind nicht nur sympathische Hauptcharaktere, sondern haben auch eine hervorragende Chemie miteinander. Zwar finde ich, dass ihre anfängliche Faszination etwas ZU schnell entstand und ich mir hier eine langsamere Entwicklung gewünscht hätte, aber ihre Chemie im Allgemeinen war immer noch großartig. Die Mischung aus schalkhaften Dialogen und genuinen Momenten war schlicht sehr gut dosiert und machte es leicht, mit den beiden mitzufiebern. Insgesamt eine sehr süße Romanze!

Von den anderen Charakteren mochte ich Cass‘ besten Freund Soley und ihre beste Freundin Di am meisten. Charaktere, die wie Soley die Handlung in Bewegung setzen, sind oft erstaunlich unwichtig für die Handlung selbst, aber obwohl ich mir durchaus mehr Screentime für Soley gewünscht hätte, hat er immer noch mehr Relevanz als viele andere vergleichbare Charaktere. Di währenddessen ist eine wunderbar unterstützende Freundin, obwohl sie und die anderen Charaktere zugegeben von mehr Screentime und Entwicklung profitiert hätten; sie haben genug, um mich an sie zu erinnern, aber nicht genug, um sie ins Herz zu schließen.

Die Spiele gehen erst nach dreihundert Seiten los, was mich zwar nicht störte, anderen Leser:innen aber bewusst sein sollte, falls diese sich vor allem auf die Spiele freuen.

Eine große Kritik habe ich allerdings: Die sehr vorhersehbaren Twists. Sogar schon vor dem Lesen ist es sehr leicht, sie zu erraten, sodass ich mir gewünscht hätte, sie wären sehr viel früher offenbart worden, als es der Fall ist. Tatsächlich war es ein wenig erschreckend, WIE vorhersehbar wichtige Handlungsaspekte waren!

Aber hat das meiner Lesefreude geschadet? Nein, nicht besonders. Ja, ich hätte mir eine frühere Offenbarung für die Dinge gewünscht, die mir sehr schnell klar waren, aber die Handlung war immer noch so spaßig geschrieben, dass mich das nicht störte. Wer eine Fantasyromanze lesen will, die sich leicht visualisieren lässt und es leicht macht, mit den beiden Hauptcharakteren mitzufiebern, findet hier eine, die mich sehr gut unterhalten hat!