Lesetagebuch
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Tiere essen
 392 Seiten

"Tiere essen" ist weniger Sachbuch als persönliche Auseinandersetzung mit einem Thema, das eigentlich all jene Menschen betreffen sollte, die Fleisch und/oder andere tierische Produkte konsumieren. Foer liefert in seinen Schilderungen zur Massentierhaltung keine wirklichen Enthüllungen, sondern eine Zusammenfassung längst bekannter Fakten, anhand derer er die Argumente, die häufig für den Konsum von Fleisch angeführt werden, analysiert, kritisch hinterfragt und damit ein Bewusstsein dafür schafft, wie stark Konsum und Verdrängen in dieser Thematik miteinander verknüpft sind. Letztlich ist "Tiere essen" ein Plädoyer für ethisches Handeln sowie Vegetarismus, ohne dabei in einen bevormundenden Tonfall abzurutschen, der bei dieser Thematik leider häufig anzutreffen ist.

Tiere essen
 392 Seiten

Endlich habe ich es gelesen. Und so langsam frage ich mich, ob ich das wohl unterbewusst so lange vor mir hergeschoben haben.

Die Fakten sind einem im Großen und Ganzen bekannt, wenn man nicht völlig blind durch die Welt läuft. Das besondere an dem Buch ist die Selbstfindungsreise von Foer, auf die er einen mit nimmt -- und die Gedankengänge, die er einem präsentiert.

Meine Haupterkenntnis ist zumindest, dass es nicht Vegetarier sind, die einer romantischen Idealvorstellung hinterher hängen. Wenn man Fleisch isst, braucht man viel eher eine romantische Sentimentalität, um über eine Menge Fakten hinweg sehen zu können.

Die Argumentation muss nicht geführt werden, warum man kein Fleisch essen sollte/könnte/dürfte. Viel mehr im Argumentationsdruck ist man, wenn man Fleischkonsum begründen möchte.

Und der Satz, der seit Tagen in meinem Kopf umherschwirrt:

Es ist immer möglich, jemanden aus dem Schlaf zu wecken, aber kein Lärm der Welt kann jemanden wecken, der nur so tut, als würde er schlafen.

Warum esse ich nochmal Fleisch?