Ich bin wahrscheinlich etwas biased, weil ich von dem Autor viel halte, aber für die ca. 120 Seiten, die es nur hat, ist es wirklich ein hervorragendes Buch, wenn man in kompakter Weise den roten Faden (der wortwörtlich von dem Auto gezogen wird) von Kolonialismus und Kapitalismus in unserer Geschichte hin zur Klimakrise verstehen will. Es ist ein super Einstieg, um einen Überblick über die heutigen Verhältnisse zu bekommen, weshalb ich es wirklich jeder Person ans Herz legen würde, die sich bisher nur oberflächlich mit der Klimakrise bzw. rein vom wissenschaftlichen Standpunkt heraus beschäftigt hat. Das Buch räumt in Kürze mit Versprechen des „Grünen Wachstum“ bzw. „Grünen Kapitalismus“ auf, zeigt die vielfältige Geschichte von Umwelt- und Klimagerechtigkeitsbewegungen, die nicht nur hier im globalen Norden aktiv sind, und verknüpft dementsprechend nicht nur geschichtlich sondern auch global die Geschehnisse miteinander.
Über Liebe im Spätkapitalismus. Wollte mir eh noch Eva Illouz dazu reinziehen, aber wie immer bietet Liv Strömquist eine unterhaltsamen Überblick verschiedener, kontemporärer Theorien (darunter eben auch Eva Illouz). Vieles war schmerzhaft nachzuvollziehen, allerdings würde ich noch anbringen, dass die ganzen beschrieben Verhältnisse aus einer recht heteronormativen Perspektive betrachtet werden. Aber dennoch sehr lesens- und sehenswert, was Selbstoptimierung und (ver)Lieben miteinander zu tun haben.
Ist jetzt definitiv auf meiner Must-Read-Liste feministischer Bücher. Auch, weil es die deutschsprachigen Debatten der letzten Jahre darüber miteinbezieht.
Sollte kritisch gelesen werden, was die Nicht-Inklusivität trans-, inter- und nicht-binärer Geschlechtlichkeit und damit einhergehender struktureller Diskriminierung angeht. Dazu gibt es auch Blogartikel, die sich damit auseinandersetzen. Aber solange man das im Hinterkopf hat, finde ich es trotzdem lesenswert, um einen Überblick zur Faktenlage der strukturellen Benachteiligung von (cis) Frauen zu bekommen. Bei der Analyse, wie es zu dieser Benachteiligung kommt, gehe ich nicht ganz mit. Dass es an der reinen Ignoranz liegt, ist zu verkürzt. Aber ich glaube, für ein solches Buch ist es auch okay, das nicht tiefer zu ergründen, sondern erst mal den Ist-Zustand zu beschreiben, der an sich schon bereits geleugnet wird. Für die Ursachen und Analyse kann man sich auch anderer feministischer Literatur bedienen.