„Die Kunst des Nichtauffallens besteht darin, sich nicht an die eigene Individualität zu klammern und alles, was man mag oder wovon man glaubt, es sei einem wichtig, als austauschbar zu begreifen.“ (S.21)
"Eine Scheidung ist wie eine Schachtel Pralinen, nur kann man bei Pralinen meist relativ gut abschätzen, welche einem schmecken werden und welche nicht, während bei Scheidungen immer die Chance besteht, Pech zu haben, Pech ist zum Beispiel, dass Tills Mutter am Tag vor der Unterzeichnung des Scheidungsvertrags mit ihrem um einige Jahr jüngeren Arbeitskollegen Händchen haltend auf der Praterstrasse gesehen wird und Tills Vater ihr daraufhin die einvernehmliche Scheidung verweigert, was zu vielen weiteren Komplikationen führt, denn eine Scheidung, die vor Gericht ausgefochten wird, ist, wie gemeinsam um eine Schachtel Pralinen herumzusitzen und zuzusehen, wie jede einzelne von Anwälten in der Mitte durchgeschnitten und einer Seite zugeteilt wird, heisst: sich darüber streiten, wie man Marzipan in Karamell umrechnet, Verpflichtungen in Urlaubswochen, Geld in Zeit." (S.33)
"Tills Leben ist so schlimm geworden, dass er nicht mehr von schönen Dingen träumt, sondern von Dingen, die nicht vollständig schlecht sind." (S.298)
"Es liegt eine Freiheit darin, seine Ängste wahr werden zu sehen, denn Ängste, die wahr werden, hören auf, Ängste zu sein." (S.322)
Eine Coming-of-Age-Geschichte, die sich hauptsächlich in einer Wiener Schule abspielt, mit Hauptprotagonisten Till. Ein Buch über die Jugend, das Verhältnis zu den Eltern, das Älterwerden, die Liebe, die Leiden der Schule - und über die Flucht in die Onlinewelt des "Empire of Age".
Sehr humorvoll, unterhaltsam und lebensnah geschrieben. Ich habe es sehr gerne gelesen.
Es gibt nichts, was ich zu dem Buch sagen kann, weder kann ich es bewerten, noch ein wirkliches Urteil darüber ziehen. Ich mag es nicht empfehlen oder kritisieren, denn es ist eine eigene Welt, etwas komplett anderes und doch fühlte ich mich selten fremd, eher als Betrachter und Zuhörer, aber auf eine Art und Weise war ich genauso mittendrin, vielmehr ein Teil dessen oder eher andersrum. Irgendwann entscheidet man nicht mehr darüber, ob man es mag oder nicht, sondern wie sehr man dort drin steckt. Ob ich das Buch wirklich beendet habe mit dem Fertiglesen, möchte ich bezweifeln. Eines jedoch muss ich noch hinzufügen: Hermann Hesse weiß, wie Schönheit in Buchstaben aussieht. (Jaja, und letztendlich habe ich doch etwas zu dem Buch gesagt.)