Humorvoll und nah an der Gaming-Realität vieler, die dieses Buch nie lesen werden.
Einzigartig, grandios, wahnsinnig.
Guter Essay, der darlegt warum die queerfeministische Bewegung sowie die deutsche Kulturszene einen moralischen Bankrott seit dem 07. Oktober 2023 verursacht haben und der ein Ansatz zur Diskussion sein möchte, wie man dieser Verrohung entgegnet.
I am not well. Das Buch ist alles was alle darüber erzählen und so viel mehr. Ein absoluter Must-Read, da führt kein Weg dran vorbei. Es wird als wegweisendes Buch in die Geschichte eingehen, klingt pathetisch aber ich bin mir da einfach sicher.
In den 90ern publiziert hat dieses Buch nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Treffendes Szeneporträt über die Schwulenszene auf Gran Canaria, speziell Playa del Inglés und auch heute noch brandaktuell, denn die Schauplätze des autobiografisch geprägten Episodenromans, die mit Charme und viel Witz eingefangen werden, gibt es zu 90% noch heute und werden weiterhin vom gleichen Publikum frequentiert.
Spannende Einblicke in das gesellschaftliche Bild des Trinkens in der deutschen Kultur und eines Krankheitsbildes, das heute auch noch viel Stigmatisierung erfährt.
Mir persönlich kommt AA in dem Erfahrungsbericht zu gut weg, da hätte ich mir mehr Reflexion und wenigstens die Nennung von Kritikpunkten (z.B. religiöser Einschlag obwohl beteuert wird, nichts mit der Kirche zu tun zu haben) bei einem kritikwürdigen Vereinigung gewünscht.
Auch Reha-Kliniken kommen bei Herrn Schreiber nicht gut weg, sie werden lediglich in einem Nebensatz erwähnt und quasi als „nicht notwendig“ deklariert, was ich auch schwierig finde.
Alles in allem aber lesenswert, vor allem wenn man sonst keine Berührungspunkte mit dem Thema hat und sich informieren möchte.
Mungo hat nix wronges gemaked und verdient alles Glück dieser Erde
Stellenweise sehr witzig, stellenweise nur etwas für Liebhaber höherer Literatur (ich verstand z.B. etliche Referenzen auf Proust, Sartre usw. nicht), aber auf jeden Fall etwas für alle Herrndorf-Fans.
Mein erster Murakami, sehr abstrus aber auch sehr spannend. Macht Lust auf mehr!
Ein Buch, das sich gut und schnell durchgelesen hat, viel sein will aber wenig davon richtig auf die Kette bekommt.
Die Einblicke in die schwule (bewusst nicht „queere“) Szene sind fein beobachtet, die Archetypen bleiben aber solche. Die Grabenkämpfe zwischen den schwulen Männern in der Sauna wirken eher konstruiert: die einen sehen die Homo-Ehe als das ultimative Feindbild und Anpassung an eine heteronormative Gesellschaft. Die anderen sind Schwule, die in der AIDS-Krise Partner verloren haben und sich gewünscht hätten, rechtlich abgesichert gewesen zu sein. Das alles verpufft jedoch im Nebel der Wut des Protagonisten auf jeden, der nicht komplett die heutige Gesellschaft ablehnt, es gibt keine Gewinner in dieser Diskussion und die Erkenntnis, die der Protagonist daraus zieht, wirkt zynisch.
Die revolutionären Ansichten des Protagonisten Johan kommen aus dem Nichts, es wirkt streckenweise dolle wie ein „Idiot plot“, der mit einem klärenden Gespräch obsolet wäre. Dazu gesellen sich Passagen, die die „suspension of disbelief“ ins Wanken bringen (z.B.: wieso findet der Protagonist Johan ständig ganz zufällig sehr für die Handlung günstig platzierte Ziegelsteine?). Generell ist der Protagonist Johan seeeehr unlikeable, er fühlt sich wie der Nabel der Welt und versteht es nicht, wenn er zu verstehen bekommt, dass er dies nicht ist.
Dem Roman wäre gut getan gewesen, den Plot wirklich um den trans love Interest zu zentrieren, denn hier spielen sich die deutlich spannenderen Gefühlswelten und Entwicklungen ab. Bedroht von Gesetzesänderungen und getrieben vom Wunsch, den Körper endlich akzeptieren zu können bewegt sich William auf einer Reise zu sich selbst, die Johan mit seinen Handlungen leider – teils mit Absicht und teils ohne – zu sabotieren droht.
Immerhin steht am Ende die Erkenntnis, dass sich Johan verrannt hat und er bekommt die Quittung für seine Handlungen. Er ist nun wieder dort, wo er am Anfang stand und macht sich auf nach Berlin, wo er einen Neuanfang starten will. Ich bin mir unsicher, ob das das richtige für ihn sein wird.