Zweiter Band, den ersten fand ich vielleicht noch etwas besser, aber es passt schon alles gut zusammen. Das Blöde an diesen Einträgen hier ist ja, dass ich eigentlich eine Weile bräuchte, um das Gelesene zu reflektieren - aber dann würde ich halt vergessen, das Buch hier zu tracken. So bleibt es eben bei relativ nichtssagenden Kommentaren ...
Hat ein wenig gedauert, bis ich damit warm wurde, und dann war ich auch schnell fertig. Aber es war ja erst der erste Band des Hainish-Zyklus'.
Gelesen in der Neuübersetzung (?) von 2022. Ich hatte bisher nichts von der Existenz dieses Buches gewusst und bin erst kürzlich auf einer Solarpunk-/SF-Utopien-Liste darauf gestoßen. Hätte ich es doch schon damals bekannt, als ich den Bericht des Club of Rome gelesen habe. Aber anyway. Literarisch ist das Buch sicher kein großes Meisterwerk, aber inhaltlich finde ich es erstaunlich. Dafür, dass es vor 50 Jahren erschien und so vieles vorwegnimmt. Dass Ideen wie autofreie Innenstädte, BGE, das ganze Solarpunk-Zeug damals schon so detailliert beschrieben werden konnten. Jedes dieser Konzepte musste ich mir über die Jahre mühsam aneignen. Da finde ich es krass, hier einen Gesamtentwurf präsentiert zu bekommen. Natürlich hat sich die Welt teilweise anders entwickelt, aber für viele Aspekte finden sich Parallelen. Ökotopia wird sicher noch eine Weile in mir arbeiten.
Neuübersetzung, aber ich fand sie (ohne das Original zu kennen) nicht sonderlich gelungen. Abgesehen davon gefiel mir der Roman aber gut, die Story liest sich flüssig, die Fülle von Einfällen ist bisweilen toll. Manchmal gingen mir die Beschreibungen zu sehr ins Detail, man hat die Idee längst kapiert, aber es werden noch drei Schleifchen drum gebunden. Aber auch wenn das Buch schon über 25 Jahre alt ist, ist es immer noch aktuell.
Das bisher komplexeste und ausgefeilteste Buch von Nnedi Okorafor (zumindest von den mir bekannten), und deswegen habe ich auch eine Weile gebraucht, um reinzukommen. Aber dann konnte ich es nicht mehr weg legen. Zwei Geschichten, die stärker miteinander verwoben sind, als es zunächst scheint. Zelu, die Autorin, die dank futuristischer Technologien einem Roboter immer ähnlicher wird, und über Roboter schreibt. Und ein Roboter, der das Andenken an sie Menschen bewahren will, nachdem sie sich selbst von der Erde getilgt haben.
Schnell noch gelesen, bevor die Serie rauskommt. Wobei Ich gar nicht weiß, ob ich die gucken werde.
Ein Roman über Vendor Lock-In und das frühe Silicon Valley.
Ein aktueller Blick auf Ostafrika in Zeiten der Klimakrise. Madagaskar, die Komoren, Tansania Mosambik, Äthiopien, Sudan. Eigentlich zum Verzweifeln, aber nicht ganz ohne Hoffnung. Das Buch basiert auf einer Sammlung von Reiseberichten aus der ZEIT und hat mich von Beginn an gefesselt. Subjektiv natürlich, aber kenntnisreich und nachdenklich beschreibt Kermani, was er in den Ländern Ostafrikas vorfindet.
Bin zufällig in der Online-Stadtbücherei darauf gestoßen, hörte sich gut an. Die Handlung spielt im Norden von Südkorea, in der Stadt Sokcho, und irgendwie macht die Beschreibung der Gegend und des Lebens dort mehr her als die eigentliche Handlung. Aber vielleicht gehört beides sowieso zusammen.
Roboter beherrschen die Erde, und es gibt nur noch einen Menschen. Aber sind Maschinen nicht auch Menschen, nur anders?
Nachdem mir sein vorheriger Roman "Arbeit" sehr gut gefallen hatte, war ich sogar auf der Lesung zu diesem Buch in Mainz. War ein angenehmer Abend mit Freunden. Und ein großer Teil der Geschichte spielt ja auch in Mainz. Ein anderer großer Teil in Südamerika. Zwei Lebensgeschichten, die sich kreuzen, in einer Krise jeweils, bei weitem nicht der ersten Krise. Zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen unterwegs sind und nie wirklich ankommen, aber auch zumindest kurz näher kommen. Ein bisschen ist es auch eine deutsche Nachkriegsgeschichte, und auch eine übers Auswandern und Ankommen oder eben nicht. Und natürlich über Einsamkeit. Soledad.
Gelesen als Ebook. Hatte ich mich zuletzt noch beschwert, dass Doctorow die Klimakrise zu wenig thematisiert? Hier holt er das alles nach. Wenn auch in einem Setting, in Kalifornien, das eine extrem in zwei konträre Positionen gespaltene Gesellschaft zeigt. Aber das sind die USA ja schon länger. Und auch gerade jetzt im Wahlkampf, Doctorow extrapoliert die heutige Situation, es wird alles noch krasser. Und natürlich auch das Klima. Insgesamt musste ich mich durch die erste Hälfte des Romans ziemlich durchquälen, und auch wenn die Story später Fahrt aufnimmt, bleiben die Längen, sich wiederholende Beschreibungen und Erklärungen. Dazu kommt, dass einige Ereignisse wie Zufälle erscheinen, die die Handlung vorantreiben, nicht als logische Konsequenz vorheriger Ereignisse. Abgesehen passt aber vieles zusammen, sind die Figuren stimmig, sind viele Ideen ziemlich cool und progressiv, ist die Handlung oft ein Wechselbad der Gefühle, und an und zu kommt auch Spannung auf. Aber ein Page-Turner war es für mich leider trotzdem nicht. Leider, weil ich ein Fan von Doctorow bin. Und auch bleibe.
Science Fiction, im engen Sinne, denn der Roman handelt von einer Wissenschaftlerin, die über intelligente Oktopoden forscht. Unterstützt wird sie dabei von einer KI, auf die es wiederum eine geheime Organisation mit Hilfe eines genialen Hackers abgesehen hat. Teils SciFi-Thriller, teils First Contact mit einer intelligenten Spezies, aber ohne Aliens. Dafür in einer hyper-kapitalistischen und technologisch überwachten Welt. Dystopisch definitiv, hoffnungsvoll etwas. Dabei ist es weniger der Plot, der es spannend macht, sondern die Gedankenexperimente.