Bücherregal lädt …
System Collapse
256 Seiten

Ja, da war ich ziemlich schnell durch, und irgendwie kam vieles nicht überraschend, wenn man schon mehrere Teile der Serie kennt. Routiniert runtergeschrieben. Klar gibt es einige erwartbar unerwartete Wendungen und ein paar schöne Ideen, und es liest sich flüssig und spannend. Aber ein gewisser Gewöhnungseffekt ist nicht von der Hand zu weisen.

Blue Skies
400 Seiten

Habe länger nichts mehr von Boyle gelesen, weil mich die Inhalte nicht interessiert haben. Hier ist das anders, aber die Story ist im Vergleich zu älteren Büchern irgendwie gedämpfter, weniger drastisch. Auch hier geht das Leben trotz aller Katastrophen immer weiter, die Einschläge kommen zwar immer näher, aber so lange die Protagonisten noch Alkohol im Haus und viel Geld haben, scheint es egal. Einerseits ein schonungs- und hoffnungsloser Blick darauf, wie die Welt mit dem Klimawandel umgeht; andererseits bleibt der Fokus so eng auf einer Familie, dass die globalen folgen unklar bleiben.

Project Hail Mary
496 Seiten

Hatte schon viel Gutes gehört, und Andy Weir ist ja mittlerweile sehr bekannt. Und die Geschichte enttäuschte wirklich nicht. Beste Unterhaltung, die bestimmt auch früher oder später verfilmt werden wird. Es gibt immer wieder Plot-Twists, die unerwartet Spannung erzeugen, und immer steht alles auf einer wissenschaftlichen Basis. Zumindest ist es fast nie so abwegig, dass es erzwungen wirkt. Mir hat auch gefallen, dass zunächst ein guter Teil auf der Erde spielt und die Verhältnisse und Dynamiken dort erzählt, es dann aber in ein anderes Sonnensystem inklusive Aliens geht. Empfehlung!

Greetings from Bury Park
276 Seiten

Ich habe das Buch gelesen, nachdem ich eher zufällig den Film "Blinded by the light" gesehen hatte. Mir gefiel der Film, mich interessiere die "wahre Geschichte" dahinter, und ich habe auch eine gewisse Schwäche für Bruce Springsteen und den Titel dieses Buches 😉 Das Buch ist allerdings nicht linear aufgebaut, wiederholt sich manchmal und dreht sich bisweilen im Kreis. Dafür beleuchtet es aber andere Aspekte (der britischen Gesellschaft) genauer, die im Film kaum oder gar nicht vorkommen. Von daher würde ich sagen, lieber den Film schauen, den man die Musik mag, und bei Interesse das Buch hinterher.

Red Team Blues
224 Seiten

Ein klassischer Doctorow, in kurzer Zeit durchgelesen. Spannend, thematisch mein Ding, hätte aber gern etwas mehr auf andere aktuelle Themen (Klima, ...) eingehen können. Aber vielleicht hätte das der Story auch geschadet.

Steinerner Himmel
432 Seiten

Der finale Teil der Trilogie, großer Showdown inklusive. Aber es hat sich gezogen, und irgendwann wollte ich nur noch das Ende erreichen. Die Handlung macht einen großen Bogen, nimmt diverse neue Stränge auf und wird zwischendurch etwas unübersichtlich. Auf der anderen Seite sind einige interessante Ideen dabei, z. B. was das Verhältnis zwischen Erde und Menschen betrifft.

Brennender Fels
432 Seiten

Zweiter Teil der Trilogie, endet mit einem Cliffhanger und macht für sich allein wenig Sinn. Fand ihn langatmiger und konstruierter als Teil eins, aber über weite Teile durchaus spannend. Viele Details der Story werden klarer herausgearbeitet, und das meiste erscheint mir sinnvoll und kohärent. Nur das Ende lässt mich etwas frustriert zurück, weil es gar nicht für sich allein stehen kann.

Zerrissene Erde
512 Seiten

"Zerrissene Erde" ist teils Fantasy, teils Science oder Speculative Fiction. Die Wikipedia nennt es "science fantasy", und das trifft es eigentlich ganz gut. Es ist der erste Band der "Broken Earth"-Trilogie (alle Bände haben nacheinander den Hugo Award als bester Roman erhalten).

ZE spielt auf einer Welt, die in unregelmäßigen Abständen von Klimaanomalien, insbesondere vulkanischen Wintern, von mehrjähriger Dauer betroffen ist - den so genannten "Fünftzeiten" (engl. "Fifth Seasons"). Außerdem gibt es Menschen mit "magischen" Fähigkeiten, z.B. die "Orogenen", die kinetische Energie erspüren ("mentasten") und vor allem ausüben können. Einige von ihnen sind so mächtig, dass sie große Landstriche samt der Bewohner vernichten können.

Den Einstieg fand ich etwas zäh, was mir oft so geht, aber die Welt entfaltet sich Stück für Stück, ohne dass es allzu erzwungen wirkt. Es gibt mehrere örtlich und zeitlich getrennte Handlungsstränge, die am Ende ohne Hektik schön wieder zusammenlaufen. Die deutsche Übersetzung fand ich weitgehend okay, aber die englischen Begriffe, die ich mir im Nachhinein angesehen habe, gefallen mir besser. Insgesamt ganz schön dystopisch bisher, was teilweise am Setting (Klima) liegt, aber vor allem an der daraus abgeleitet Gesellschaftsstruktur. Ich bin gespannt, wie es in den nächsten beiden Bänden weitergeht.