Gelesen als Ebook. Hatte ich mich zuletzt noch beschwert, dass Doctorow die Klimakrise zu wenig thematisiert? Hier holt er das alles nach. Wenn auch in einem Setting, in Kalifornien, das eine extrem in zwei konträre Positionen gespaltene Gesellschaft zeigt. Aber das sind die USA ja schon länger. Und auch gerade jetzt im Wahlkampf, Doctorow extrapoliert die heutige Situation, es wird alles noch krasser. Und natürlich auch das Klima. Insgesamt musste ich mich durch die erste Hälfte des Romans ziemlich durchquälen, und auch wenn die Story später Fahrt aufnimmt, bleiben die Längen, sich wiederholende Beschreibungen und Erklärungen. Dazu kommt, dass einige Ereignisse wie Zufälle erscheinen, die die Handlung vorantreiben, nicht als logische Konsequenz vorheriger Ereignisse. Abgesehen passt aber vieles zusammen, sind die Figuren stimmig, sind viele Ideen ziemlich cool und progressiv, ist die Handlung oft ein Wechselbad der Gefühle, und an und zu kommt auch Spannung auf. Aber ein Page-Turner war es für mich leider trotzdem nicht. Leider, weil ich ein Fan von Doctorow bin. Und auch bleibe.
Science Fiction, im engen Sinne, denn der Roman handelt von einer Wissenschaftlerin, die über intelligente Oktopoden forscht. Unterstützt wird sie dabei von einer KI, auf die es wiederum eine geheime Organisation mit Hilfe eines genialen Hackers abgesehen hat. Teils SciFi-Thriller, teils First Contact mit einer intelligenten Spezies, aber ohne Aliens. Dafür in einer hyper-kapitalistischen und technologisch überwachten Welt. Dystopisch definitiv, hoffnungsvoll etwas. Dabei ist es weniger der Plot, der es spannend macht, sondern die Gedankenexperimente.