Bücherregal lädt …
Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
465 Seiten

Auf Jobsuche trifft Sylvia zufällig auf Adam Barnett, der dringend jemanden braucht, der sich um seine Frau Victoria kümmert. Diese ist nach einem Unfall zu einem Pflegefall geworden, spricht so gut wie nicht und ist auch kaum ansprechbar. Sylvia zögert, doch weil sie die gute Bezahlung dringend braucht und der Job nicht allzu kompliziert scheint, nimmt sie ihn an. Victorias Situation bestürzt Sylvia zutiefst – vor allem, als ihr bewusst wird, dass Victoria nicht ganz so abwesend ist, wie es scheint, denn sie macht Sylvia auf ihr Tagebuch aufmerksam, in dem sie und Adams Geschichte verschriftlicht hat. Und Sylvia ahnt, dass in diesem Tagebuch entweder die Wahrheit über das steht, was Victoria passiert ist – oder eine einzige große Lüge …

Freida McFadden steht für mich für lockere, spannende Thriller mit guten Twists, die zugegeben mal besser und mal schlechter sind, aber zu meiner Freude war „Die Ehefrau“ einer, der mir sehr viel Spaß gemacht hat!

Das Ausgangsszenario ist bereits sehr spannend und hat mich sofort fragen lassen, inwiefern Victorias Tagebuch wohl zu trauen ist – im Grunde, ob die Geschichte in die Gone-Girl-Richtung mit dem falschen Tagebuch gehen würde oder die Länge der Einträge eher dafür spricht, dass sie wahr sind. Hier ist es McFadden wirklich hervorragend gelungen, Hinweise in beide Richtungen zu streuen und die Diskrepanz zwischen der Vergangenheit und Gegenwart so groß zu halten, dass ich bis zum Ende wirklich nicht sicher war, welche Sichtweise am Ende stimmen würde.

Einen kleinen Teil der Handlung konnte ich aufgrund meiner bisherigen Erfahrung mit McFadden-Thrillern sogar vorhersehen, aber wie gesagt betrifft das nur einen kleinen Teil und nicht die Haupthandlung, die wunderbar undurchsichtig war.

Victorias Tagebucheinträge fand ich interessanter als Sylvias Gegenwart, denn obwohl es in beiden Teilen der Handlung spannende Elemente gibt, fand ich, dass Sylvias Alltag ein wenig zu langgezogen wurde. Ich habe zwar immer noch mitgefiebert, weil das Mysterium um Victoria mich so fesselte, aber das lag eher an den Tagebucheinträgen und nicht an Sylvias Erkundungen. Hier finde ich, dass man die Handlung etwas hätte straffen können, um die Spannung noch höher zu machen.

Gut fand ich, dass Sylvia eine eigene Vergangenheit mit ihrem Exfreund Freddy hatte, der sie unbedingt zurückgewinnen will. Ich habe lange überlegt, wie Freddy wohl in die Haupthandlung eingebaut werden würde und war insgesamt zufrieden mit seiner Rolle.

Das Ende ist etwas plötzlich, aber trotzdem spannend und passend für die Geschichte. Für manche Charaktere hätte ich mir gerne ein anderes Ende gewünscht, aber gleichzeitig war es (leider) realistisch, dass nicht jeder ein gutes Ende findet. Insgesamt betrachtet war dieser Thriller auf jeden Fall gut zu lesen, hatte eine gute Mystery und war schlicht ein sehr guter McFadden-Thriller!