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Alice möchte sich unbedingt einen Satz tätowieren lassen, der sie ihr Leben lang begleiten und leiten soll. Allerdings weiß sie nicht, welcher Satz am besten dafür geeignet wäre. Als sie eines Tages in ein Kaninchenloch fällt, landet sie im Land der Ideen – einem Land, in dem sie die Geschichte der Philosophie von der Antike bis zur Moderne hautnah miterleben kann. Und sie ist nicht alleine: Zwei Mäuse, ein Känguru und eine Fee helfen ihr dabei, die Philosophen früherer Zeiten zu verstehen. So lernt Alice zahlreiche mögliche Sätze kennen, die ihr fürs Leben helfen können – doch welcher Satz eignet sich am besten für ihr Tattoo?
Dieser Roman hat mich gleich von Anfang an an eine Mischung aus „Alice im Wunderland“ und „Sophies Welt“ erinnert und auch nach dem Lesen finde ich, dass dieser Eindruck sehr gut passt, wobei die Verbindung zu „Sophies Welt“ besonders stark ist. Das liegt natürlich an Alices Reise, in der sie die wichtigsten philosophischen Lehren kennenlernt, was definitiv der Fokus des Romans ist: Die verschiedenen Philosophien mit ihren Vor- und Nachteilen. Die eigentliche Geschichte spielt sich eher im Hintergrund ab, weil die Analyse der Philosophien so stark im Fokus steht.
Das mochte ich zugegeben nicht so sehr, weil die ganzen Informationen sich ganz schön trocken lasen und mich nicht alle gleichermaßen interessierten. Dabei waren die Informationen selbst sehr gut umgesetzt, denn zu jeder Philosophie und jedem Philosophen werden Pro- und Kontra-Argumente aufgeführt, wodurch keine Philosophie bevorzugt oder benachteiligt wird, sondern alle gleichwertig behandelt werden. Hier muss ich unbedingt Alices Sidekicks erwähnen: Die Mäuse waren witzig und das Känguru informativ, doch am liebsten mochte ich die Fee der Widerrede, weil sie es war, die stets für Gegenargumente sorgte. Von Sokrates bis zu Freud bekommen wir so die Möglichkeit, uns eigene Gedanken zu machen.
Zu meiner eigenen Überraschung musste ich feststellen, dass die antiken Philosophien, die ich früher mochte, nicht mehr ganz so ansprechend für mich waren, während viele der moderneren Philosophien mich um einiges mehr interessierten. Trotzdem gab es keine einzige Philosophie, die mir perfekt erschien, und genau das war großartig. Diejenigen, die auf eine neutrale Weise die verschiedenen Philosophien kennenlernen möchten, sind hier goldrichtig – man sollte sich jedoch bewusst sein, dass das Wissen und die Informationen tatsächlich zentral sind und deshalb nicht gut für diejenigen geeignet, die einfach eine schöne Geschichte brauchen.
Zuletzt war das Ende äußerst zufriedenstellend und ich mochte es, wie Alices Geschichte abgeschlossen wurde. Alle, die „Sophies Welt“ mochten, werden sich bei „Alice im Land der Ideen“ sicher zu Hause fühlen!
Es gibt viele Mythen über die Antike, doch welche sind letztendlich wahr? Wie haben sie wirklich gelebt, gegessen und gekämpft? Warum waren ihre Statuen nackt und wie schafften sie es, das Kolosseum in weniger als einem Jahrzehnt zu bauen? Diese und viele andere Fragen beantwortet Garrett Ryen in „Antike unzensiert“.
Wichtig dabei ist, dass das Sachbuch nicht für beständiges, sondern spontanes Lesen geschrieben ist. Ich habe zuerst versucht, es auf einmal gelesen, aber schnell gemerkt, dass zu viele Kapitel hintereinander auslaugend sind und es eher vorgesehen ist, immer mal wieder reinzuschauen. Selbst dann war nicht jedes Kapitel gleich interessant für mich, wahrscheinlich auch, weil der Schreibstil stärker ins Informative geht und nicht ins Humorvolle, wie ich es aufgrund des Titels annahm. Deshalb würde ich das Sachbuch nicht als eines für Zwischendurch beschreiben, sondern als eines, für das man die notwendige Konzentration braucht.
Aber viele der Informationen, die es dann letztendlich bietet, waren tatsächlich interessant. Ich mochte speziell die Teile, die sich mit dem Alltagsleben, der Gesellschaft und den Hinterlassenschaften beschäftigen, während Glaubensinhalte, Sport und Freizeit sowie Krieg und Politik zwar ein paar interessante Kapitel hatten, aber auch so einige, die ich eher ermüdend fand. Am interessantesten fand ich die Erwähnungen von Alexander dem Großen, weil es stets unterhaltsam war, zu lesen, was er in seinem Leben tat und was nach seinem Tod geschah.
Letztendlich würde ich das Sachbuch vor allem denjenigen empfehlen, die sich stark für die Antike interessieren und immer mal wieder kleine Wissensschnipsel von ihr sammeln wollen.