Bücherregal lädt …
– Murdle Heist
 256 Seiten

Miss Ruby ist eine Diebin, die in Raubüberfällen spezialisiert ist – eine Fähigkeit, die sie nicht nur nutzen möchte, um sich selbst zu bereichern, sondern auch, um ihr Familienerbstück, den Rubin von Cimota, in die Finger zu bekommen. Dafür muss sie verschiedene Crews rekrutieren und verschiedene Heists komplettieren, während Logico hinter ihr her ist, die Rote Maske eine würdige Rivalin bietet und Boss Charcoal sie gerne für sich rekrutieren will …

Im neuesten Band der Murdle-Reihe folgen wir diesmal nicht Logico, sondern helfen der Diebin Miss Ruby dabei, mehrere Raubüberfälle zu planen. Das Zuordnungsprinzip ist immer noch das gleiche, außer, dass statt Gegenständen Jobs an die Charaktere verteilt werden müssen und auch das Timing bei zwei Schwierigkeitsgeraden eine Rolle spielt. Besonders letzteres gefiel mir sehr gut, weil es eine neue Art von Rätsellogik zuließ („X muss getan werden, bevor Y getan werden kann“), die meiner Meinung nach sogar noch stärker hätte genutzt werden können.

Dafür gibt es in diesem Band keine „der Täter lügt, die anderen sagen die Wahrheit“-Rätsel. Diese waren in den regulären Murdle-Bänden zugegeben mit Abstand die schwierigsten, aber gerade deshalb mochte ich sie sehr, weil sie die grauen Zellen tatsächlich anstrengten – hoffentlich kommen sie im nächsten regulären Murdle-Band wieder vor.

Besonders gut gefiel mir, dass in manchen der Lösungstexte nicht nur die Person erwähnt wurde, der der Diebstahl gelungen ist, sondern auch die Jobs der anderen Personen. Das gab den Rätseln nicht nur eine nette Prise Realismus, weil man sich den Heist so tatsächlich gut vorstellen konnte, sondern machte das Zuordnen der anderen Jobs, Orte etc. sogar relevant. Es ist der bisher einzige Band, bei dem ich das Gefühl hatte, dass nicht nur der Täter eine Rolle spielt, sondern alle involvierten Personen einen Rätsels. Deshalb hätte ich es gerne noch öfter gelesen, wie sämtliche Teile der Lösung im Lösungstext erwähnt werden! (Witzig war es übrigens auch, bei den Lösungen des ersten Schwierigkeitsgrads zu sehen, was Logico so treibt und wie seine Schlussfolgerungen auf Außenstehende wirken. ;))

Außerdem setzt das Buch auch eine Rätselart von „Merry Murdle“ ein, wo man bei den Endrätseln die Verdächtigen aufgrund der Hinweise selbst schlussfolgern muss, was ich unglaublich spaßig fand. Wer weiß, vielleicht gibt es sogar bald einen Band, bei denen auch die anderen Aspekte selbst geschlussfolgert werden müssen? Mir würde das sehr gefallen.

Was die Rätselschwierigkeit angeht, würde ich sie auf leicht bis mittel ansetzen – nur bei Rätsel 47 („The Soho Soup Swap“) brauchte ich einen Hinweis zur Lösung, alle anderen waren ohne Probleme gut lösbar. Das Ende war übrigens überraschend herzerwärmend und beantwortete zudem eine wichtige Cliffhanger-Frage von vor ein paar Murdle-Bänden, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte.

Insgesamt also ein angenehmer Rätselband für Zwischendurch, der mir sehr viel Spaß gemacht hat!