Fizzy ist erfolgreiche Liebesroman-Autorin, doch als sie eines Tages feststellt, dass sie selbst noch nie richtig verliebt war, gerät sie in eine Schreibblockade, die sie an ihrem bisherigen Liebesleben zweifeln lässt. Connor ist eigentlich Dokumentarfilmer, soll jetzt aber eine Dating Show mit Fizzy als Star produzieren. Zunächst ist Fizzy skeptisch, aber in den Wochen vor Drehbeginn lernt sie Connor immer besser kennen und er auch sie. Doch der Drehbeginn rückt immer näher und beide wissen, dass ihre wachsenden Gefühle dabei keinen Platz haben ...
Ich gebe dem deutschen Untertitel die Schuld daran, mir einen falschen Eindruck von der Handlung vermittelt zu haben, denn die eigentliche Handlung besteht gar nicht daraus, dass Fizzy in der Show nach dem Richtigen sucht. Tatsächlich kommen sie und Connor sich bereits in der Kennenlernphase nah genug, dass ein frühzeitiger Abbruch der Serie ihnen vermutlich schon ihr Happy End beschert hätte. Das hat mir insofern nicht gefallen, weil ich das Konzept des Untertitels persönlich besser fand – die Vorstellung, dass Fizzy tatsächlich nach ihrer großen Liebe sucht und während der Serie feststellt, dass er hinter der Kamera steht, fand ich sehr prickelnd! Deshalb war ich ein wenig enttäuscht, dass die beiden bereits vor Serienstart ihre ersten Gefühle füreinander entdecken und ihnen bereits kurz danach frönen. Im Roman geht es nicht darum, dass sie nach dem Richtigen sucht, sondern verbergen muss, dass sie ihn bereits gefunden hat.
Dafür war die Kennenlernphase allgemein sehr süß und romantisch. Tatsächlich mochte ich sie mehr als Serienphase danach, weil sie sich im ersten Teil vor allem seelisch näher kommen, während der zweite Teil sich sehr auf das Körperliche fokussiert. Fizzy und Connor bleiben zwar in beiden Teilen sympathische Protagonisten, aber den Funken zwischen ihnen spürte ich vor allem in der ersten Hälfte.
Die eigentliche Dating Show gefiel mir übrigens ausgesprochen gut und ich fand es schade, dass sie erst nach zweihundert Seiten begann und allgemein nicht so viel Platz einnahm, wie ich mir gewünscht hätte. Es war überraschend spaßig, Fizzy mit den verschiedenen Männern Zeit verbringen zu sehen, während sie sich nach Connor umsieht. Hier übrigens ein großes Lob für die Darstellung der verschiedenen Männer (unter denen auch ein Verflossener Fizzys dabei ist) sowie der Darstellung von Connors Exfrau Nat. Es wäre so leicht gewesen, diese ehemaligen bzw. potentiellen Liebhaber negativ darzustellen, aber im Gegenteil erleben wir dafür erfrischende Charakterdynamiken, die auf Freundschaft bauen. Im realen Leben natürlich eher ungewöhnlich, aber hier in Romanform eine wahre Freude, weil niemand dämonisiert wird.
Das Ende gefiel mir zugegeben nicht so gut. Meine Idee war es, Connor und Fizzy Screentime in der Serie zu geben, woraufhin die Zuschauer ihne Chemie sehen und ihnen ihre Stimme geben – und tatsächlich geschieht so etwas Ähnliches auch. Doch dass Zuschauer ganz verrückt nach den beiden waren, obwohl sie in der eigentlichen Serie nur selten zusammen waren, hat es mir schwer gemacht, zu glauben, dass sie glaubwürdig für Connor stimmen würden. Deshalb zeigte Connor ihnen wohl, was "off camera" vor sich ging, doch die Art und Weise, wie seine und Fizzys Beziehung so vor einem Millionenpublikum enthüllt wurde, hat bei mir einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Ich bin kein großer Fan von solchen Gesten, weshalb ich so gehofft hatte, dass sie gar nicht notwendig sein wird, weil sie auch vor der Kamera genug Chemie zeigen. Schade, dass das nicht geschah.
Zusammengefasst finde ich die Geschichte trotzdem gut und unterhaltsam, doch die Story, dir ich mir dank des Untertitels erhofft hatte, bekam ich leider nicht.
Als Kind berühmter Eltern wurde Sophie-Marie stets behütet, doch dieses Mal will sie endlich eine eigene Entscheidung treffen und macht bei der Dating-Show Vibes & Hearts mit. Dort trifft sie auf Yannick, bei dem sie sofort ein Knistern verspürt und den sie gerne näher kennenlernen möchte. Doch auch ihr Kindheitsfreund Leander ist bei der Show dabei und möchte Sophie-Marie im Auge behalten. Doch wer von beiden ist der Richtige für sie? Fünf Entscheidungen über den Roman hinweg bestimmen, mit wem sie letztendlich zusammenkommt …
Da ich Entscheidungsgeschichten mag, freute ich mich darauf, hier eine besonders weitgespannte zu lesen, doch leider war das Leseerlebnis letztendlich sehr frustrierend, weil es trotz des Versprechens der Autorin, es würde keine falschen Entscheidungen geben, schmerzhaft offensichtlich war, dass das nicht stimmt. Klar, mit beiden Love Interests ist letztendlich ein Happy End möglich – aber es ist wirklich überaus deutlich, wer der Favorit ist.
Aufgrund ihrer anfänglichen Chemie entschied ich mich nämlich zunächst dafür, Leanders Pfad zu folgen, woraufhin sich mehrere Kapitel entspannten, in denen Sophie-Marie besonders viel Zeit mit Yannick verbringt, viele wichtige Konversationen mit ihm führt, die ihre Vergangenheiten und Unsicherheiten offenlegen, ständig genervt von Leander ist und sich, wenn sie doch mal eine Szene mit ihm hat, entweder mit ihm streitet oder belanglose Gespräche mit ihm führt. Wenn sie mit ihm gematcht wird, ist sie enttäuscht, bei Yannick dagegen freut sie sich stets und ist erleichtert. Schließlich gipfelt dieser Teil der Handlung in einem Kuss zwischen Sophie-Marie und Yannick, nach dem die Geschichte einen noch mal fragt, welchem Pfad man nun folgen möchte.
Das alles hatte ich natürlich nicht erwartet, als ich mich am Anfang für Leander entschied und war deshalb sehr frustriert, dass er in seinem eigenen Anfangspfad fast schon zu einem Nebencharakter degradiert wurde. Tatsächlich musste ich mich mehrmals vergewissern, dass ich auch ganz sicher beim richtigen Kapitel weitergelesen habe und nicht aus Versehen die Kapitel vertauscht wurden, weil es keinen Anlass gab, daran zu glauben, dass ich gerade die aufblühende Beziehung zwischen Sophie-Marie und Leander lese. Natürlich habe ich mich danach für Yannick entschieden, weil absolut nichts darauf hindeutete, dass Sophie-Marie in Leander mehr als einen Bruder/besten Freund sieht, mich aber immer noch verraten gefühlt, weil die Geschichte mir dadurch sehr stark verdeutlichte, dass es eben doch falsche Entscheidungen gibt, weil ja nicht mal die Handlung selbst sich die Mühe gab, Leander als gleichwertige Option darzustellen.
Nach dem Abschließen der restlichen Handlung mit Yannick habe ich noch mal zurückgeblättert und bei der ersten Entscheidung Yannick gewählt in der Hoffnung, dass hier Leander mehr Screentime und Relevanz bekommt. Aber auch hier hat Sophie-Marie die tiefgründigen Gespräche, die Intimität und den Kuss mit Yannick, betont, dass sie ihn mehr mag und ist fast permanent sauer auf Leander. Als die Geschichte dann wie beim „Leander“-Pfad fragte, wem ich nun folgen will, habe ich ernsthaft überlegt, ob ich Leanders Pfad, der nach dieser zweiten Entscheidung geöffnet wird, überhaupt lesen soll, mich aber letztendlich dazu durchgerungen.
Leider besteht die Strategie, durch die Sophie Leander Aufmerksamkeit schenkt, daraus, Yannick zu einem unsympathischen, antagonistischen Charakter zu machen, der sehr starke Out-of-Character-Entscheidungen trifft und so gar nichts mit dem echten Yannick zu tun hatte, dass er genauso gut ein völlig anderer Charakter hätte sein können. Und das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Wäre es nicht viel besser gewesen, die beiden als gleichwertig gute Optionen darzustellen, indem beide sympathisch bleiben und die Neugier darauf wecken, den jeweils anderen in seinem Pfad näher kennenzulernen – statt zu verdeutlichen, dass einer von beiden definitiv die falsche Entscheidung ist?
Wenigstens gab es in diesem Pfad tatsächlich ein paar schöne Szenen mit Sophie-Marie und Leander, sogar mit ein, zwei wichtigen Gesprächen, einem besseren Third-Act-Break-Up als dem in Yannicks Storyline und einem zufriedenstellenden Ende. Trotzdem war ich letzten Endes nicht zufrieden, weil der gesamte Handlungsstrang nur deshalb geschehen konnte, indem Yannicks Charakter und Grundprinzipien komplett umgepolt wurden und das sogar ohne eine Erklärung oder Entschuldigung.
Der Roman hatte zwar einen flüssigen, gut zu lesenden Schreibstil und eine wunderbare Charakterentwicklung für Sophie-Marie, aber da er seine Love Interests so ungleich behandelte, kann ich ihn als Entscheidungsgeschichte leider nicht empfehlen.