Postmans Kritik an der Fernsehkultur aus den 80ern lässt sich ohne weiteres auf die sozialen Medien von heute übertragen. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie zeitlos manche Gedanken und Erkenntnisse sind und wie sich dieselben Probleme in einer veränderten Gestalt wieder und wieder ereignen. Davor oder danach kann man passenderweise „Brave new world“ lesen, da Postman sich darauf regelmäßig bezieht.
Anstrengend zu lesen, erschütternd im Inhalt, aber sehr lehrreich.
Es ist mir zufällig in die Hände gefallen und weil ich immer wieder gerne meine Basics checke, habe ich es mal durchgelesen. Für den Einstieg ins Studium ist es ganz in Ordnung, allerdings kann es nicht mit "101 Things I Learned in Architecture School" von Matthew Frederick mithalten, das zeitloser gestaltet ist - sowohl inhaltlich als auch grafisch.
Vielleicht habe ich mir zu viel Zeit gelassen, um es zu lesen... Aber bis zur Hälfte hat es mich auch kaum gepackt und das Lesen fühlte sich für mich sehr mühsam an. Ich führe das darauf zurück, dass sehr viele neue Charaktere nur ein, zwei Kapitel aus ihrer Perspektive bekommen haben, so dass sie sich für mich nicht wirklich eingeprägt haben und ich ihre Storylines gerne übersprungen hätte, um mich mehr den schon lieb gewonnen Charakteren zu widmen. Gegen Ende zieht es dann aber noch mal ordentlich an und endet vielleicht mit ein bisschen zu vielen Cliffhangern. Es ist weiterhin gut geschrieben, aber leider ist auch viel Stückwerk dabei.
Ich habe sehr viel über Feminismus, Rassismus und Identität gelernt. Der direkte und ehrliche Schreibstil haben mich ein ums andere mal umgehauen. Ein Gedanke, der mich beim Lesen begleitet hat: Es ist schon verrückt, wie die Liebe die Bedeutung von Raum und Zeit außer Kraft setzen kann. Das mag jetzt kitschig klingen, aber so wie Adichie darüber schreibt, ist es das keineswegs.