Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit einem Schüler wird Vidar, ein Lehrer in seinen Vierzigern, von der Schule suspendiert. Als er kurz darauf im Keller seines Hauses aufräumt, findet er ein altes Telefonbuch, in dem er die Nummer des Sommerhauses findet, in dem er als Kind seine Ferien verbrachte. Aus Spaß wählt er die Nummer – und sein verstorbener Vater hebt ab. Schockiert legt Vidar auf, doch nach ein paar Experimenten stellt er das Unglaubliche fest: Jedes Mal, wenn er seine alte Nummer wählt, nimmt er Kontakt zum 17. Juni 1986 auf. Brennend darauf, zu erfahren, was an diesem Tag geschah, spricht er mit seinem achtjährigen Ich und notiert sämtliche Geschehnisse des Tages. Doch eine große Lücke am Abend bleibt, in der etwas Schreckliches geschehen sein muss – etwas, woran Vidar sich nicht mehr erinnert und worüber sein früheres Ich nicht reden will …
Das Prinzip der Handlung fand ich unglaublich interessant und zum Glück auch sehr gut umgesetzt. Allein die Idee, durch ein Telefon Kontakt mit einem speziellen Tag aus der Vergangenheit aufnehmen zu können, der sich murmeltiermäßig wiederholt, war einzigartig und die Art und Weise, wie Vidar Wissen sammelte und nutzte, einfach wunderbar. In der Regel redet er mit seinem früheren Ich und schafft es auf schlaue Weise, die richtigen Fragen zu stellen und den Tag Minute für Minute zu rekonstruieren. Und nicht nur das: Er nutzt sein Wissen um die Geschehnisse auf geniale Weise, um die Charaktere zu beeinflussen.
Eine Kritik gibt es diesbezüglich allerdings: Dadurch, dass Vidar nur einen Anruf pro Tag machen kann und der sich stets wiederholende 17. Juni beweist, dass er langfristig nichts verändern kann, sahen wir leider nicht die Konsequenzen seiner Anrufe für die vergangenen Charaktere, sodass ich das Gefühl hatte, dass seine Taten letztendlich nichts bewirkten. Hier finde ich, dass mehrere Anrufe pro Tag sehr geholfen hätten, um zu zeigen, wie sein Eingreifen die vergangenen Ereignisse verändert, selbst, wenn der Tag selbst sich wiederholt.
Die Frage dahinter, was genau am Abend des Tages passiert ist, war allerdings eine sehr gute Art und Weise, meine Neugier anzufachen, denn genau wie Vidar wollte ich unbedingt wissen, welches Ereignis er damals vergessen hat. Ähnlich geht es mir mit der gegenwärtigen Handlung: Die gewalttätige Auseinandersetzung mit dem Schüler entstand nämlich, nachdem dieser Vidar etwas zugeflüstert hatte, woraufhin Vidar einen Blackout bekam – und was genau diese Worte waren, war ebenfalls ein starker Punkt, der mich neugierig machte.
Allerdings mochte ich die Anrufe mit der Vergangenheit immer noch lieber als Vidars Probleme in der Gegenwart, denn bei denen störte es mich extrem, dass sie aus Eigenverschulden entstanden. Vidar trifft bewusst so viele unkluge Entscheidungen, dass es frustrierend mitanzusehen war. Zumal wird dieser Handlungsstrang nicht komplett aufgelöst, was ich schade fand – zwar erfahren wir die Worte des Schülers und noch etwas mehr, aber welche Konsequenzen Vidars Handlungen haben, bleibt leider offen.
Das letzte Kapitel, das die Geschehnisse des 17. Juni 1986 von Anfang bis Ende erzählt, war dafür ausgesprochen zufriedenstellend. Ich wusste nicht genau, was ich als Erklärung für Vidars Trauma erwartete, aber die, die wir bekamen, fand ich sehr gut und verständlich.
Insgesamt also ein gutes Buch mit einer genialen Idee und einer tollen Umsetzung!
Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit einem Schüler wird Vidar, ein Lehrer in seinen Vierzigern, von der Schule suspendiert. Als er kurz darauf im Keller seines Hauses aufräumt, findet er ein altes Telefonbuch, in dem er die Nummer des Sommerhauses findet, in dem er als Kind seine Ferien verbrachte. Aus Spaß wählt er die Nummer – und sein verstorbener Vater hebt ab. Schockiert legt Vidar auf, doch nach ein paar Experimenten stellt er das Unglaubliche fest: Jedes Mal, wenn er seine alte Nummer wählt, nimmt er Kontakt zum 17. Juni 1986 auf. Brennend darauf, zu erfahren, was an diesem Tag geschah, spricht er mit seinem achtjährigen Ich und notiert sämtliche Geschehnisse des Tages. Doch eine große Lücke am Abend bleibt, in der etwas Schreckliches geschehen sein muss – etwas, woran Vidar sich nicht mehr erinnert und worüber sein früheres Ich nicht reden will …
Das Prinzip der Handlung fand ich unglaublich interessant und zum Glück auch sehr gut umgesetzt. Allein die Idee, durch ein Telefon Kontakt mit einem speziellen Tag aus der Vergangenheit aufnehmen zu können, der sich murmeltiermäßig wiederholt, war einzigartig und die Art und Weise, wie Vidar Wissen sammelte und nutzte, einfach wunderbar. In der Regel redet er mit seinem früheren Ich und schafft es auf schlaue Weise, die richtigen Fragen zu stellen und den Tag Minute für Minute zu rekonstruieren. Und nicht nur das: Er nutzt sein Wissen um die Geschehnisse auf geniale Weise, um die Charaktere zu beeinflussen.
Eine Kritik gibt es diesbezüglich allerdings: Dadurch, dass Vidar nur einen Anruf pro Tag machen kann und der sich stets wiederholende 17. Juni beweist, dass er langfristig nichts verändern kann, sahen wir leider nicht die Konsequenzen seiner Anrufe für die vergangenen Charaktere, sodass ich das Gefühl hatte, dass seine Taten letztendlich nichts bewirkten. Hier finde ich, dass mehrere Anrufe pro Tag sehr geholfen hätten, um zu zeigen, wie sein Eingreifen die vergangenen Ereignisse verändert, selbst, wenn der Tag selbst sich wiederholt.
Die Frage dahinter, was genau am Abend des Tages passiert ist, war allerdings eine sehr gute Art und Weise, meine Neugier anzufachen, denn genau wie Vidar wollte ich unbedingt wissen, welches Ereignis er damals vergessen hat. Ähnlich geht es mir mit der gegenwärtigen Handlung: Die gewalttätige Auseinandersetzung mit dem Schüler entstand nämlich, nachdem dieser Vidar etwas zugeflüstert hatte, woraufhin Vidar einen Blackout bekam – und was genau diese Worte waren, war ebenfalls ein starker Punkt, der mich neugierig machte.
Allerdings mochte ich die Anrufe mit der Vergangenheit immer noch lieber als Vidars Probleme in der Gegenwart, denn bei denen störte es mich extrem, dass sie aus Eigenverschulden entstanden. Vidar trifft bewusst so viele unkluge Entscheidungen, dass es frustrierend mitanzusehen war. Zumal wird dieser Handlungsstrang nicht komplett aufgelöst, was ich schade fand – zwar erfahren wir die Worte des Schülers und noch etwas mehr, aber welche Konsequenzen Vidars Handlungen haben, bleibt leider offen.
Das letzte Kapitel, das die Geschehnisse des 17. Juni 1986 von Anfang bis Ende erzählt, war dafür ausgesprochen zufriedenstellend. Ich wusste nicht genau, was ich als Erklärung für Vidars Trauma erwartete, aber die, die wir bekamen, fand ich sehr gut und verständlich.
Insgesamt also ein gutes Buch mit einer genialen Idee und einer tollen Umsetzung!