Lesetagebuch
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Digital Minimalism
 304 Seiten
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In meinem Freundeskreis wurde dieses Buch immer mal wieder angesprochen. Als dann mein neues Audible-Guthaben verfügbar wurde, griff ich also logischerweise zu.

Cal Newport schreibt diesmal etwas abwechslungsreicher und mit weniger Wiederholungen als noch in So Good They Can't Ignore You. (Diesmal auch ohne Glossar am Ende eines Hörbuchs, Gott sei Dank.) Vielleicht lag es auch am Thema, das mich doch noch ein Stück mehr interessiert als die Wahl einer Karriere.

Der Inhalt des Buchs hat mich jedenfalls sehr überzeugt. Insgesamt geht es um die These, dass man die Qualität seines Lebens verbessern kann, indem man mehr auf sich selbst und sein Sozialleben achtet, und weniger auf rote Kreise mit Zahlen drin. Sehr einleuchtend, und auch durchaus etwas, das ich alle paar Monate merke, woraufhin ich (etwas ziellos) Apps deinstalliere oder Notifications deaktiviere. (Ich habe zum Beispiel schon seit Jahren keine Notifications für E-Mails, auf keinem Gerät – verrückterweise sind die Mails trotzdem noch da, wenn ich nach ihnen schaue. Ich hatte auch das letzte halbe Jahr nur die Twitter Webapp auf meinem iPhone und ich lebe immer noch.)

Aber dieses Buch fasst die ganzen Probleme, Hintergründe und Lösungsansätze gut zusammen, so dass es hoffentlich leichter ist, gezielte und nachhaltige Veränderungen durchzuführen.

So gibt es zum Beispiel ein Kapitel über Solitude, also positive, erholsame Einsamkeit, das mich so überrascht und überzeugt hat, dass ich das Hörbuch für über eine Woche nicht weiterhören konnte, weil ich mein iPhone entweder in meinem Rucksack hatte oder es gar nicht mitnahm, wenn ich das Haus verließ.

Durch Zufall passen dieses Buch und Ruined by Design, was ich zuletzt las, sehr gut zusammen und ergänzen sich gegenseitig. Während es in Ruined by Design darum geht, dass jeder Designer eine ethische Verantwortung hat, Dinge nicht so zu designen, dass sie Menschen schaden, geht es in Digital Minimalism darum, wie genau man diese schädlichen Teile von Social Networks erkennt und für sich unschädlich macht. Trotzdem finde ich Ruined by Designs Aussage noch wichtiger und stärker, aber vielleicht muss man damit anfangen, sich erst selbst die Atemmaske überzuziehen, bis man sich um seine Nachbarn kümmert. Oder so.

Oh, eine Sache noch: Hier könnte jetzt noch dieser offensichtliche „Haha, wie ironisch, dass ich ausgerechnet dieses Buch auf einer INTERNETSEITE im INTERNET eintrage!“-Witz kommen, aber er kommt nicht! Ich habe die Vor- und Nachteile, eine Webseite zu benutzen, die ich selbst programmiert habe, gründlich abgewogen, und bin zu dem Schluss gekommen, dass das Lesetagebuch vermutlich keine Demokratien zum Fall bringen wird! Dort wo man Lesetagebücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

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