Irgendwie crazy, wie wenig der Erzähler seine Eltern verurteilt. Deswegen trotz der schweren Materie sehr schön und gut auszuhalten.
Irgendwie crazy, wie wenig der Erzähler seine Eltern verurteilt. Deswegen trotz der schweren Materie sehr schön und gut auszuhalten.
Der Erzähler geht durch die eingelagerten Kisten seiner Mutter, deren Wohnung zwangsgeräumt wurde. Aufgrund einer Verwechslung wurden alle Kisten von Wert in fortgeworfen, geblieben sind Kisten mit Abfall. Von seiner eigenen Familiegeschichte bleibt somit nichts zurück. Er geht der Geschichte seiner Familie nach. Alle waren psychisch krank: die Grossmutter, der Grossvater. Seine Mutter war Alkoholikerin, sein Vater depressiv. Er hat grosse Angst davor, seit Kindheitsjahren, selbst "verrückt" zu werden. Er ist rastlos, flüchtet nach New York, dann nach Wien. Schliesslich studiert er Psychologie und landet in der Psychiatrie - als Psychologe. Er versucht, die Menschen und deren Krankheiten zu verstehen, zu deuten, die Frage "Was ist ein normaler Mensch" zu beantworten. Und immer wieder kehrt er zu seiner eigenen Familiengeschichte zurück.
Mich hat die Geschichte, die wie's scheint autobiografisch angelehnt ist, sehr berührt. Zärtlich, mit Feingefühl und nicht ohne Humor schreibt er über psychische Krankheiten. Ich mochte seinen Schreibstil und die Bildsprache, die er nutzt, sehr. Irgendwie ein trauriges, aber auch sehr tröstliches Buch. Auch wenn der Erzähler unter den Krankheiten seiner Eltern leider, kann er sie annehmen. Der Roman verhilft, wie ich glaube, zu einem grösseren Verständnis für psychische Erkrankungen. Mir persönlich fehlte in der Erzählung ein bisschen der roten Faden, zu folgen fiel mir manchmal etwas schwer.