This Is Your Mind on Plants
288 Seiten

Ich habe bisher ein Buch von Michael Pollan gelesen ("Cooked") und das mochte ich sehr gerne. Dann wurde ein anderes Buch von ihm ("The Omnivore's Dilemma") mal von Michael Hobbes und Aubrey Gordon in Maintenance Phase besprochen, und seitdem stehe ich ihm etwas kritischer gegenüber. Aber ich dachte, ich gebe ihm mit diesem Buch nochmal eine Chance.

"This Is Your Mind on Plants" behandelt drei unterschiedliche pflanzliche Drogen: Opium, Koffein und Mescalin. Das erste Kapitel über Opium fand ich sehr interessant, auch wenn ich da schon das Gefühl hatte, dass er mehr drauf eingehen sollte, mit was für einem riesigen Privileg er als weißer upper-middle class Mann sich dem Thema annähert (es geht in großen Teilen darum, dass er selbst Opium in seinem Garten anbaut und sich damit strafbar macht). Das zweite Kapitel über Koffein war an sich schon interessant aber ich musste auch teilweise sehr die Augen darüber rollen, als er sein Selbstexperiment mit Koffeinentzug beschrieben hat.

Beim dritten Kapitel über Mescalin wurde es meiner Meinung nach richtig haarig. Er hat verschiedene Native Americans dazu interviewed, die ihm eigentlich alle gesagt haben, dass er als weißer Mann die Finger von dieser für sie heiligen Praxis lassen sollte. Er will nämlich eigentlich unbedingt an so einer Zeremonie teilnehmen, aber sagt dann auch selbst, dass das cultural appropriation wäre. Nur um dann doch eine Nicht Native American Person zu finden, die auch Zeremonien anbietet, und ihn zu einer einlädt. Das letzte Kapitel war dann ein Bericht von dieser Zeremonie und hat, finde ich, gezeigt, dass es Pollan nicht wirklich darum ging, die Kultur rund um Mescalin/Peyote zu respektieren sondern es vor allem einfach selbst ausprobieren wollte, egal wie.

Sociopath
368 Seiten

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und bietet auch eine insights zu sociopaths. Aber ich werde das Gefühl irgendwie nicht los, dass sie vielleicht nicht die beste Person ist, um ihre eigene Geschichte zu erzählen (doppelt sogar, wenn man das Buch, wie ich, als Hörbuch hört). Irgendwie ging es mir manchmal zu viel darum, was für ein cooles Leben sie lebt und wie schlagfertig sie immer ist und zu wenig um echte insights. Ich hätte mir auch mehr wirklich informative wissenschaftliche Teile gewünscht aber das war wohl nicht das Buch, das sie schreiben wollte.

Cultish
320 Seiten

Ich höre ja gerne Sachbücher, während ich spazieren gehe, aber dieses hat leider nicht meinen Ansprüchen entsprochen. Ich fand es viel zu oberflächlich und vor allem nach der ersten Hälfte hatte ich das Gefühl, dass es eher darum ging, Seiten zu füllen, anstatt etwas Neues zu sagen. Außerdem hat mich die These und die Exekution dieser sehr an eine Bachelorarbeit erinnert: Sache A ist wie Sache B, ein Vergleich - aber gestreckt auf mehrere Kapitel und mit Wiederholung der immer gleichen Gegenargumente.

Skipshock
400 Seiten

Ich habe mir das Buch angehört, weil ich Carolines Podcast mag und die Sprecherin vom Hörbuch auch kenne. Es handelt sich um YA Fantasy, was ich schon länger nicht gelesen habe. Aber ich fand es nice! Das world building ist interessant (auch wenn mich ein plot hole fertig macht, aber irgendwas ist ja immer). Die Charaktere sind auch gut gezeichnet. Ich bin nur nicht sicher, ob das dual POV eine gute Idee war, da man so gar keine Spannung hat, ob sie beide die gleichen Gefühle füreinander haben (es ist von Anfang an klar, dass das der Fall ist). Aber alles in allem ist das Buch unterhaltsam und ich würde es empfehlen.