The Facemaker
221 Seiten

Ein sehr informatives Buch über den Chirurgen, der während des Ersten Weltkriegs das Feld der plastischen Chirurgie begründet hat.

Ich persönlich fand einige der Beschreibungen der Kriegsverletzungen zu detailliert, andererseits verstehe ich, dass sie nötig sind, um die Arbeit, die Harold Gillies geleistet hat, zu kontextualisieren. Ich bin schon froh, dass ich das Hörbuch gehört habe, bei dem offensichtlich keine Fotos dabei waren. Dann wiederum ist das eine zentrale Aussage des Buchs: Verletzungen im Gesicht werden sozial anders behandelt als andere Verletzungen. Gillies war für viele dieser Männer eine der einzigen Personen, die ihnen vorurteilsfrei und völlig ohne jegliche Scheu gegenübergetreten sind.

Auch den Abschnitt über die Masken, die manchmal anstelle von Operationen gewählt wurden, fand ich sehr spannend. Und den Epilog, in dem erzählt wird, dass Gillies die erste Phalloplastie an einem trans Mann durchgeführt hat, und so viel für ihn getan hat, dass er sich sicher und wohl fühlt, hat mich extrem gerührt.

Auf jeden Fall ein sehr gutes Buch über eine sehr beeindruckende Persönlichkeit!

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