Lesetagebuch
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Normal People
 304 Seiten

Ich habe dieses Buch mit in den Urlaub genommen, weil ich dachte, ich kann es entspannt die Woche über lesen. Stattdessen habe ich es jetzt mehr oder weniger in einem Rutsch durchgelesen, weil es mich so mitgerissen hat. Ich kann mich nicht wirklich erinnern, wann ein Buch zuletzt diesen Effekt auf mich hatte. Die erste Hälfte dachte ich nur, wie gut es ist und wie sehr ich es liebe. Von der zweiten Hälfte habe ich mich dann ein bisschen... betrogen gefühlt? Es geht irgendwie in eine andere Richtung, als man am Anfang dachte, und ich habe mich die ganze Zeit während des Lesens relativ schlecht gefühlt. Es ist sehr traurig aber teilweise sind die Konflikte nicht sonderlich "sinnvoll" sondern basieren auf schlechter Kommunikation und das stresst dann einfach sehr. Viele Szenen in der zweiten Hälfte des Buches haben auch großes Unbehagen in mir ausgelöst und ich habe das Gefühl, dass viele problematische Aussagen und Szenen zu sehr hingenommen werden, vor allem von Marianne. Das ist Teil ihres Charakters aber ich habe das Gefühl, es macht nicht so richtig Sinn und wie sie beschrieben wurde, trägt nicht dazu bei, sie zu verstehen. Das lässt einen als Leserin irgendwie sehr aufgewühlt zurück und auch das Ende hat mich gestört. SPOILER –––––––Dass sie quasi sagt, dass er jetzt sein Leben in der großen weiten Welt beginnen kann und sie für immer zurück bleiben wird, fand ich einfach nur extrem traurig. Ich hätte mir einfach für sie auch eine Art Emanzipation gewünscht, in Bezug auf ihn aber auch in Bezug auf ihr ganzes Leben dort und wie sie sich selbst sieht und was sie denkt, was sie verdient. Marianne deserved more.

Das klingt jetzt alles so negativ. Dabei fand ich das Buch trotzdem mega gut und würde es sofort weiterempfehlen (vor allem, weil ich gerne mit Freunden darüber diskutieren würde). Die Dialoge sind sehr on point und es hat auf jeden Fall starke Gefühle in mir ausgelöst, was ja auch schon Einiges über ein Buch aussagt.

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