Lesetagebuch
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Herr aller Dinge
 689 Seiten

"[Es ist] auch hier wieder ein einzelner Mann, welcher die Fäden in der Hand hält. Dieses Mal ist jedoch auch eine starke Frau als Ergänzung und Komplementär mit dabei. Und beide gemeinsam ziehen einen beim Lesen durch das Auf und Ab der Erkenntnisse und Emotionen. Beide stehen als Kinder am Anfang der Erzählung, beide bilden ganz am Ende den krönenden Abschluss.

Dazwischen wachsen Kinder heran, werden erwachsen, gewinnen an Wissen und Lebenserfahrung dazu. Sie machen dieses sowohl gemeinsam als auch vollkommen unabhängig voneinander. Es ist faszinierend. Während die Dame im Gespann zwar als hauptsächlich wunderschön gezeichnet ist, spielt erst ihre intellektuelle Weltsicht die eigentlich treibende Rolle. Quasi ganz allein stellt sie die komplette, bisher übliche Weltanschauung zur Menscheitsgeschichte in Frage, behauptet sie, dass es so etwas wie uns schon einmal vor geraumer Zeit gegeben hat. Und sie sucht nach Belegen und Gründen für deren Aussterben. Diese liefert – wie soll es anders sein? – der Herr im Bunde. Auf eine ebenfalls clevere Art lässt er sich von seinen Träumen zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen treiben. In der Nanotechnologie münden diese schlussendlich. Und deren Möglichkeiten sind immens. Sie vermögen es, Weltfrieden zu schaffen. Sie vermögen es, alles zu vernichten. Und genau zwischen diesen Polen pendelt die Realität. Beides scheint möglich. Und zwar bis zum gnadenlosen Ende."

(https://sr-rolando.com/2018/04/17/herr-aller-dinge-von-andreas-eschbach/)

Herr aller Dinge
 689 Seiten

Es gehört zur Faszination, die von aktuellen technischen Errungenschaften ausgeht, dass entweder ihre Gefahren oder ihre Möglichkeiten zur Verbesserung menschlichen Lebens in den Vordergrund gestellt werden. Manchmal werden dabei Ängste vor dem Unbekannten mobilisiert, wie es z.B. bei den ersten Eisenbahnen der Fall war, manchmal verschleiert die Formel von der Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen nur die Tatsache, dass die technische Neuerung vor allem dem Profit oder dem Herrschaftsanspruch weniger dient. Andreas Eschbach greift in seinem Buch die erst in ihren Ansätzen sichtbaren Möglichkeiten der Nano-Technologie auf und weist auf aus heutiger Sicht denkbare Risiken hin. Dass dies in einer etwas spinnerten Erzählidee daher kommt, ändert daran nichts und macht das Buch keine Zeile weniger spannend. Die rund 20 € sind gut angelegt.