Detailreich und doch kurzweilig. Timothy Garton Ash hat mit diesem Buch ein gute Grundlage geschaffen, um Geschichtswissen aufzufrischen oder zu vertiefen.
Nach den "Baltimores" las ich gleich in einen weiteren Roman von Joël Dicker und lernte eine ganze Kleinstadt kennen und wie es für Schriftsteller so im Verlagswesen ablaufen kann. Gut beschriebene Charaktere und eine Geschichte, die mich zeitweise an die Fernsehserie TwinPeaks erinnerte. Auf jeden Fall blieb es durchgehend spannend und zum Ende wurde auch (zum Glück) meine Frage aufgelöst, warum die Art der Dialoge zwischen Nola und Harry Quebert mich so irritierten.
Es war mein erstes Buch von Joel Dicker und sein Erzählstil hat mich gleich gepackt, erst recht, weil Torben Kessler vorgelesen hat.
Es beginnt recht entspannt und harmonisch mit dem Aufwachsen dreier Cousins, erzählt in Rückblenden. Dabei deutet der Autor mehrmals eine kommende Katastrophe an. So blitzte immer wieder der Satz in meine Gedanken: 'Na, da bin ich ja mal gespannt. '
Auf 150 Cassetten hat die Großmutter Klara aus ihrem Leben erzählt. Möglicherweise ein Fundus für einen eindrucksvollen Roman. So ist aus diesen Berichten dann auch eine Trilogie entstanden. Für mein Empfinden sind die politischen Auswirkungen und Konflikte zu knapp thematisiert. Stattdessen werden endlos die Gedanken über die personelle Besetzung, Brautschau und die sonstige Organisation im Kinderheim beschrieben. So ist daraus eine eher flache Story entstanden.