Die junge Tracy zu ihren Eltern "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Ich heirate, die schlechte: Er ist Perser. Und übrigens: Er hat bereits zwei Frauen."
Mein erstes Buch vom Autoren und bin sehr vom Schreibstil begeistert.
2029 Deutschland steht erneut vor einer vorgezogenen Bundestagswahl. Die Regierung ist gescheitert, die politischen Lager stehen sich noch unversöhnlicher gegenüber als zuvor. Wenn Machtwillen den ursprünglichen Überzeugungen der Kandidaten entgegen stehen.
Ein Doppelagent will in Kasachstan ein letztes großes Ding drehen, ein Dichter hofft auf das Abenteuer seines Lebens und eine Italienischlehrerin versucht, das Schlimmste zu verhindern. Und das ist, was Saša Stanišić sehr treffend dazu sagt: »Wäre Kristof Magnussons Literatur ein Wetterphänomen, wären wir im April: erst Heiterkeit, dann ein Donner, dann Kälteeinbruch, und am Ende sitzt man da mit kurzen Ärmeln und findet es die fantastischste Zeit des Jahres.«
Ein wunderbares Buch. Leise, poetisch und in jeder Zeile angefüllt mit wunderschönen Beschreibungen der Natur und den Fragen, die sich ein 10jähriger Junge stellt, wenn er sein neues Zuhause auf einer einsamen Insel entdeckt.
Ein Blick in ein Familienleben der 60er Jahre mit den damals klassischen Rollenbildern. Else emanzipiert sich und macht als erste Frau in Hessen einen Taxischein. Familie und Freunde erfahren davon lange Jahre nichts. Eine interessante Rückblende, wenn man bei den eigenen Eltern ähnliches erlebt hat. Für mich blieb die Person Else allerdings etwas blass.
Warum Marlene nach 30 Ehejahren über Rolfs Tod eher wütend als traurig ist? Trotz der doch eher ernsten Thematik ist dieser Roman immer wieder unerwartet komisch. Susann Pásztor hat eine gut komponierte Geschichte kreiert.
1941 - Anne lebt in der Kleinstadt Friedeberg in Pommern bei ihren Eltern. Bei einem Badeausflug lernt sie Wilhelm kennen und folgt ihm nach Berlin. Was Anne nicht weiß - Wilhelm ist in der Waffen-SS und arbeitet für die Gestapo. Es kommt zu einem brutalen Streit und Anne flieht zu ihrer Freundin Elsie. ......Kein Verglich zu "Marseille 1940", Sätze wiederholen sich. Ich habe das Gefühl, der Autor hat sich nicht genug Zeit genommen.
Nach realen Erlebnissen von Betty Oudkerk als Betreuerin in einem jüdischen Kindergarten in Amsterdam. Die Geschichte wird einem nahe gehen, denn es geht um Kinder, die 1941 deportiert werden sollen. Es geht um Kollaboteure und ein Netzwerk im Untergrund, die einigen wenigen helfen, einen sicheren Platz bei Pflege- oder Adoptiveltern zu finden. In einer Szene beschreibt Betty, wie sie sich angesichts der Grausamkeiten von ihren Gefühlen abkoppelt, damit sie weiter ihre Aufgaben erfüllen kann. Vielleicht ist es diese Distanziertheit, die ich auch im Schreibstil empfinde. Die Charaktere in diesem Buch bleiben für mich eher fremd.
USA: Die Geschichte der Waisenzüge ist historisch belegt: Zwischen 1853 und 1929 brachten Sozialorganisationen Kinder von den übervölkerten Großstädten im Osten der USA per Zug in den Mittleren Westen zu Pflegefamilien. Die junge Molly heuert im Rahmen einer sozialen Auflage bei der betagten Vivian an, um deren Speicher aufzuräumen. Beide haben ihre Kindheit und Jugend in Pflegefamilien erlebt. Es schafft die Verbindung, dass Vivian von ihrer Vergangenheit erzählt. Christina Baker Kline beschreibt in ihrem Buch sehr bewegend von dem oft steinigen Weg der Kinder.
Etwas anstrengende Lektüre, wenn einem der Protagonist nicht so sympathisch ist. Dennoch bietet der Stoff einen guten Einblick in die Zeit der 1970er Jahre, die gesellschaftlichen und moralischen Ansprüche und Konflikte, besonders im katholischen Umfeld.
Die Charaktere und Zeitgeschehen waren fiktiv mit Episoden, die tatsächlich, aber in anderer Konstellation ähnlich stattgefunden haben. Mit zwei Geschichten, jeweils in zwei Jahrhunderten werden die Erlebnisse der Frauen betrachtet und wie sie der Verleumdung, Geringschätzung und Aneignung ihrer Ideen ausgesetzt waren.
Ein ⭐️ Ist noch gut benotet. Man nehme die Eckdaten aus Dokumenten, konstruiere ein paar erfundene Ereignisse dazu, ergänze mit "Was geschah in diesem Jahr?" aus der Wikipedia und fertig ist ein Buch. Mir ist das zuwenig.