A.J. Fikry, der Besitzer der einzigen Buchhandlung auf Alice Island, durchlebt eine schwere Zeit: Seit dem Tod seiner Frau zieht er sich völlig zurück. Der Buchladen läuft schlechter denn je, und zu allem Überfluss wurde auch noch sein wertvollster Besitz, eine seltene Erstausgabe gestohlen. Zu Beginn lernt er die neue Verlagsvertreterin Amelia kennen und zeigt sich von seiner schroffen Seite. Trotz dieser skurrilen ersten Begegnung finden die beiden bald Gefallen aneinander. Gleichzeitig kommen durch die zweijährige Maya, deren Mutter Suizid begangen hat und per Brief um Hilfe beim Buchhändler bittet, seine liebenswerten Seiten zum Vorschein. Ich hatte mit dem Buch eine wirklich gute Zeit und immer mit dem Gedanken von Oje und wie komisch.
Erzählt wird über moderne junge Frauen dreier Generationen in einer nigerianischen Familie, deren Leben durch eine unheilvolle Prophezeiung überschattet wird. Mich lässt das etwas irritiert zurück, denn ich kann nicht so recht einschätzen, ob mir die Geschichte so richtig gut gefallen hat, aber lest selbst.
Eniiyi wird an dem Tag geboren, an dem ihre Tante Monife begraben wird. Aufgrund der unheimlichen Ähnlichkeit mit Monife ist sich die Familie sicher: Sie ist ihre Reinkarnation. Die Frauen in Eniiyis Familie finden seit Generationen schon keinen Frieden, weil sie ihre geliebten Männer verlieren.
In einer Rezension im Feuilleton las ich, Vea Kaiser schreibe hier "Buttercremeprosa". Klingt etwas abwertend, oder? Mir hat das Buch dagegen gut gefallen. Es beschreibt Umbrüche. Zum einen das sehr einfache Leben in der griechisch-albanischen Grenzregion, die Kindheit und die familiären Bindungen. Durch politische Veränderungen werden Lebensentwürfe auf den Kopf gestellt. Die beiden Hauptakteure, die streitbare Eleni und ihr Cousin Lefti finden sich als Ehepaar in einer deutschen Kleinstadt wieder und auch am neuen Ort läuft es nicht in ruhigeren Bahnen weiter. Der Bogen spannt sich von amüsant bis dramatisch, oft unerwartet.
Ein ⭐️ Ist noch gut benotet. Man nehme die Eckdaten aus Dokumenten, konstruiere ein paar erfundene Ereignisse dazu, ergänze mit "Was geschah in diesem Jahr?" aus der Wikipedia und fertig ist ein Buch. Mir ist das zuwenig.
Die junge Tracy zu ihren Eltern "Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Ich heirate, die schlechte: Er ist Perser. Und übrigens: Er hat bereits zwei Frauen."
Mein erstes Buch vom Autoren und bin sehr vom Schreibstil begeistert.
2029 Deutschland steht erneut vor einer vorgezogenen Bundestagswahl. Die Regierung ist gescheitert, die politischen Lager stehen sich noch unversöhnlicher gegenüber als zuvor. Wenn Machtwillen den ursprünglichen Überzeugungen der Kandidaten entgegen stehen.
Ein Doppelagent will in Kasachstan ein letztes großes Ding drehen, ein Dichter hofft auf das Abenteuer seines Lebens und eine Italienischlehrerin versucht, das Schlimmste zu verhindern. Und das ist, was Saša Stanišić sehr treffend dazu sagt: »Wäre Kristof Magnussons Literatur ein Wetterphänomen, wären wir im April: erst Heiterkeit, dann ein Donner, dann Kälteeinbruch, und am Ende sitzt man da mit kurzen Ärmeln und findet es die fantastischste Zeit des Jahres.«
Ein wunderbares Buch. Leise, poetisch und in jeder Zeile angefüllt mit wunderschönen Beschreibungen der Natur und den Fragen, die sich ein 10jähriger Junge stellt, wenn er sein neues Zuhause auf einer einsamen Insel entdeckt.
Ein Blick in ein Familienleben der 60er Jahre mit den damals klassischen Rollenbildern. Else emanzipiert sich und macht als erste Frau in Hessen einen Taxischein. Familie und Freunde erfahren davon lange Jahre nichts. Eine interessante Rückblende, wenn man bei den eigenen Eltern ähnliches erlebt hat. Für mich blieb die Person Else allerdings etwas blass.
Warum Marlene nach 30 Ehejahren über Rolfs Tod eher wütend als traurig ist? Trotz der doch eher ernsten Thematik ist dieser Roman immer wieder unerwartet komisch. Susann Pásztor hat eine gut komponierte Geschichte kreiert.
1941 - Anne lebt in der Kleinstadt Friedeberg in Pommern bei ihren Eltern. Bei einem Badeausflug lernt sie Wilhelm kennen und folgt ihm nach Berlin. Was Anne nicht weiß - Wilhelm ist in der Waffen-SS und arbeitet für die Gestapo. Es kommt zu einem brutalen Streit und Anne flieht zu ihrer Freundin Elsie. ......Kein Verglich zu "Marseille 1940", Sätze wiederholen sich. Ich habe das Gefühl, der Autor hat sich nicht genug Zeit genommen.
Nach realen Erlebnissen von Betty Oudkerk als Betreuerin in einem jüdischen Kindergarten in Amsterdam. Die Geschichte wird einem nahe gehen, denn es geht um Kinder, die 1941 deportiert werden sollen. Es geht um Kollaboteure und ein Netzwerk im Untergrund, die einigen wenigen helfen, einen sicheren Platz bei Pflege- oder Adoptiveltern zu finden. In einer Szene beschreibt Betty, wie sie sich angesichts der Grausamkeiten von ihren Gefühlen abkoppelt, damit sie weiter ihre Aufgaben erfüllen kann. Vielleicht ist es diese Distanziertheit, die ich auch im Schreibstil empfinde. Die Charaktere in diesem Buch bleiben für mich eher fremd.
Eine Hommage an eine vergangene Zeit im Leben des Autors, für die ein verlassenes, heruntergekommenes, kleines Haus in einem Seitental eines Seitentals im Piemont steht. In den 1990er Jahren erschwinglich und die passende Herausforderung für einen Mann, der nach dem Studium beabsichtigte, dort seinen ersten Roman zu schreiben. Fünf unbeschwerte sonnige Sommer, voller Müßiggang, Freunde, Liebe und Gedanken über den Sinn des Lebens. Die Fahrten im gelben Renault 4 mit Frau Nadja dorthin, die heißen Tage mit Besuch und Einsamkeit, wenn alle Anfang September zurück abreisten und er allein blieb. Er werkelte tagelang entweder am und im Haus herum oder tippte auf der Schreibmaschine. Ein feines Buch und ein kleiner Sommerurlaub für den Leser.