- Ende offen
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Ob es um Filme, Bücher, Songs, Bilder oder Bauten geht: Immer gibt es diejenigen, die von ihren Erschaffern aus diversen Gründen nicht vervollständigt wurden. Manchmal waren sie einfach nicht realisierbar. Manchmal kam der Tod dazwischen. Und manchmal hatte man einfach Pech.
In seinem Sachbuch stellt uns Thomas von Steinaecker in kurzen, überschaubaren Kapiteln sowohl die Künstler als auch ihre unvollständigen Werke vor. Je nachdem, welche Interessen man selbst hegt, sind manche Kapitel interessanter als andere (als Leserin war ich selbstverständlich am meisten von den unvollständigen Büchern fasziniert), aber so oder so bekommt man einen guten Einblick in alle möglichen Arten des Scheiterns.
Natürlich bleibt einem nicht jedes einzelne Kapitel in Erinnerung, doch hat es Spaß gemacht, über all die Kunstwerke zu lesen, die wir selbst nie in ihrer Vollständigkeit bewundern können werden. Wer gerne Sachbücher liest, die kurz und prägnant über verschiedene Werke - und ihrer Unvollkommenheit - berichten, ist hier bestens bedient!
Ich bin ganz und gar keine Zeichnerin und habe auch kein Interesse daran, eine zu werden, aber da ich die Youtuberin Lina Fleer sehr mag und wissen wollte, wie sie eine Zeichenschule gestaltet, kaufte ich mir ihr Buch - und war positiv überrascht darüber, wie viel ich gelernt habe!
Ein paar der Übungen habe ich spaßeshalber sogar mitgemacht (mit gemischtem Erfolg, aber großer Freude), was mir gezeigt hat, dass sogar in mir eine Künstlerin stecken könnte, die sich schlicht entschied, einen anderen Weg einzuschlagen. Das ist insofern beeindruckend, dass ich zuvor vollkommen überzeugt davon war, null Talent zu besitzen.
Die Lektionen selbst sind für pure Anfänger zugegeben nicht immer geeignet, denn auch, wenn Lina Fleer Schritt für Schritt aufzeigt, was zu tun ist, sollte man, wenn man Zeichnen ernsthaft anstrebt, jede Lektion am besten sehr oft wiederholen. Das ist zwar selbstverständlich, aber selbst dann ist es ein steiler Weg vom Amateur zum Künstler.
Am interessantesten fand ich das Kapitel zu Proportionen, weil es einiges Wissen enthielt, das mir bisher unbekannt war. Allgemein mochte ich es, wie Lina stets an ihren eigenen Zeichnungen illustriert hat, wie genau sie arbeitet. Selber machen ist natürlich immer etwas Anderes, doch gibt Lina nichtsdestotrotz ein paar wichtige Tipps.
Wer an Zeichnen interessiert ist, gerne einen Einblick in Linas Arbeitsprozess bekommen und/oder ein paar interessante Dinge über das Zeichnen lernen möchte, ist hier gut bedient!