Totenbraut
348 Seiten

Jasna wird von ihrem Vater an den reichen Gutsherrn Jovan Vuković verkauft, um dessen Sohn Danilo zu heiraten. Voller Angst betritt sie ihr neues Heim – und merkt bald, dass die Vukovićs ein Geheimnis haben. Die Dorfbewohner verachten sie, und die gespenstischen Geschichten über einen Vampir, der im Dorf umgehen soll, schüren ihre Ängste. Jasna ist entschlossen, das Geheimnis der Familie herauszufinden – ohne zu ahnen, wie groß es tatsächlich ist ...

Ich hatte dieses Buch bereits vor gut fünfzehn Jahren gelesen und damals sehr genossen, weshalb ich mich sehr über die Neuauflage gefreut habe. Viele wichtige Handlungsaspekte hatte ich noch gut in Erinnerung, aber es gibt mindestens genauso viel, das ich bereits wieder vergessen hatte, weshalb es erfrischend war, nach so vielen Jahren wieder in die Geschichte einzutauchen.

Neben dem wunderschönen Schreibstil ist gerade der Mystery-Aspekt hervorragend gelungen: Die Frage, was genau auf dem Hof der Vukovićs vor sich geht und ob die Geschichte sich eher in eine realistische oder in eine fantastische Richtung entwickeln wird, war sehr spannend umgesetzt und hat mich auch bei diesem Lesedurchgang ordentlich auf Trab gehalten. Die vielen Überraschungen sorgten für eine gute Spannung!

Jasna, Danilo und Dušan waren mühelos die stärksten Charaktere – sowohl die vorsichtige Freundschaft zwischen Jasna und Danilo als auch die langsame Romanze zwischen Jasna und Dušan waren großartig. Die anderen Charaktere (speziell die Dorfbewohner) bleiben dafür sehr blass, weshalb es schwierig war, mit ihrer Angst vor einer Bestie mitzufiebern. Allgemein waren die Szenen, die sich mit Jasnas Eingliederung in das Dorf beschäftigen, langsamer erzählt und ich fieberte viel mehr mit den Ereignissen auf dem Gut mit.

Davon abgesehen haben wir hier aber einen wunderschön geschriebenen, spannenden Roman, der mir auch nach all den Jahren immer noch wunderbar gefällt!

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