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Slow Horses
 336 Seiten
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Glücklicherweise vor einigen Wochen bei Dussmann mitgenommen, weil es eine Prize Winner-Markierung am Regal hatte. Ich verstehe nicht ganz, wie ich nicht schon früher auf die Idee kam, eine Spionage-Geschichte könnte mir gefallen. Slow Horses ist exakt das, was ich mir von einem Roman über Spione erhoffen würde. Hoffentlich lese ich schon bald den nächsten Teil!

Slow Horses
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Der MI5 ist sicher den Meisten hinlänglich bekannt - DER britische Inlands-Geheimdienst. Weniger bekannt dürfte jedoch sein, dass in Misskredit geratene AgentInnen, sogenannte Slow Horses, nach Slough House versetzt werden, um dort bis zum Ende ihrer Tage deprimierende Hilfsarbeiten für ihre erfolgreichen KollegInnen in Regent's Park, der Zentrale, zu erledigen. Sie sind ein heterogener Haufen Individualisten, die nur wenig gemeinsam haben: einen Fehler, den jede/r gemacht hat; den Arbeitsort, an den sie verbannt wurden; und das Hadern mit ihrem Schicksal. Als eine Geheimdienstaktion der Zentrale aus dem Ruder zu laufen scheint, ist jedoch ihre Unterstützung gefragt - allerdings anders als gedacht.
Wie bei Spionageromanen zu erwarten, ist nichts so wie es scheint. Dies gilt auch für den Auftakt dieser Serie, die in Großbritannien bereits 2010 erschienen ist. Die Entführung eines britischen Bürgers, der geköpft werden soll, scheint klar von der islamistischen Szene auszugehen. Doch dieser Bürger heißt Hassan und es sind die Rechten, die hier vor laufender Kamera ein Exempel statuieren wollen. Geschickt spielt der Autor mit den Erwartungen der Lesenden und immer, wenn man sicher zu sein scheint zu wissen, wie was warum und weshalb geschieht und geschehen wird - passiert doch etwas völlig anderes.
Die Geschichte ist nicht nur voller verblüffender und spannender Wendungen, sondern überrascht zudem mit einem herrlich subtilem Humor, wie beispielsweise die Beschreibung, wie ein bestimmter Sitzplatz für geheime Besprechungen frei gehalten wird: "Freigehalten wurde sie durch einen ekelhaft aussehenden Flecken Vogelscheiße, der praktisch die gesamte Sitzfläche verschmierte; widerwärtiger Dreck, der garantierte, dass sich selbst der müdeste Tourist ein anderes Plätzchen zum Ausruhen suchte. Dabei handelte es sich bei dem Fleck in Wirklichkeit um einen gut angebrachten Farbklecks aus Kunststoff." Und tatsächlich scheint es beim MI5 neben solch profanen Dingen mehr um die eigenen Befindlichkeiten zu gehen als um die Sicherheit des Landes.
Ein wirklich gelungener Auftakt, der durch die schnellen Szenenwechsel ein aufmerksames Lesen erfordet; mit seinen nicht alltäglichen ProtagonistInnen aber auf jeden Fall Lust auf die weiteren Folgen der Reihe macht.

Slow Horses
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Kaum zu glauben, aber der Autor hat es tatsächlich geschafft das ausgelaugte Agententhriller Genre neu aufleben zu lassen: Tatsächlich ein spannender Fall und lauter perfekt ausgearbeitete Charaktere -was meint, dass sie selbst eben nicht perfekt sind- die alle ihre eigene Geschichte zu bieten haben. Die Dialoge sind von einem trockenen, englischen Humor getragen der dem Ganzen die Kirsche auf dem Sahnehäubchen auf der Hochzeitstorte auf dem Tischleindeckdich aufsetzt. Diogenes hat mich ein weiteres mal nicht enttäuscht. :)