Im zweiten Murdoku besuchen wir verschiedene ikonische Zeiten: Das Mittelalter, den Wilden Westen, die goldene Zeit der Piraten, die Steinzeit und zuletzt das Antike Ägypten. Alle mit ihren eigenen Extra-Regeln, aber vor allem: Alle mit jede Menge Charme.
Denn das ist zunächst einmal die erste große Stärke dieses Rätselbuchs: Das Design. Jede Zeit hat ihr eigenes Graphic Design, einschließlich eigener Schriftart, passender Charaktersilhouetten (einschließlich der vereinfachten Figuren in der Lösung), einer Vielfalt verschiedener Orte und sogar Gegenständen, die in verschiedenen Zeiten vorkommen, aber passend zur Zeit gestaltet sind. Jede Epoche hat ihren eigenen Stil und das war absolut großartig! Die ganze Detailliebe zeigt, wie viel Mühe und Herzblut in diesem Rätselbuch steckt.
Und das ist noch nicht mal alles: Die mit Abstand beste Verbesserung waren die Notizzettel. Im ersten Band waren sie einfach eine leere Nachbildung der Räume, doch hier im zweiten Band werden alle speziellen Felder nochmal extra markiert: Felder, die nicht besetzt werden können, sind z.B. leicht dunkler; Felder mit Stühlen, Pferden, Teppichen usw. werden nochmal umrandet; und auch Extra-Felder, die es z.B. in der Steinzeit und im Antiken Ägypten gibt, bekommen ein kleines Symbol zur Differenzierung. All diese Verbesserungen waren unglaublich praktisch und haben es so viel angenehmer gemacht, die Felder auszufüllen! Am liebsten wünsche ich mir jetzt eine Neuauflage des ersten Bandes, die ebenfalls spezielle Felder im Notizzettel markiert, weil ich im Nachhinein nicht weiß, wie ich ohne diese Markierungen zurechtgekommen bin.
Aber reden wir über die Rätsel an sich!
Im Mittelalter sind die Charaktere in Adlige, Bürger und Ritterinnen eingeteilt, wobei Adlige nur in adligen Orten sein können, Bürgerinnen nicht in adligen Orten sein können und Ritter überall. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, die Charaktere dementsprechend in die Felder einzuordnen und ich mochte es, wie mein Gehirn die Logik hinter den Charakterplatzierungen verarbeitete. Gerade die späteren Rätsel waren hier sehr gut, wobei ich mir bei Rätsel 15 (Die Belagerung) sogar einen Lösungshinweis holen musste. (Nach dem ersten Murdoku war das Nachschauen eines Hinweises zum Glück nur selten notwendig, aber wenn doch, habe ich mich meistens dafür verflucht, nicht selbst auf die richtige Strategie gekommen zu sein – anstatt, wie beim ersten Murdoku, erleichtert darüber zu sein, weil ich eben nicht selbst darauf gekommen wäre.)
Der Wilde Westen war da schon unspektakulärer. Hier muss man neben der Mörderin auch die Gesetzlosen identifizieren, aber dadurch, dass das Opfer selbst nie ein Gesetzloser war, es nur diese eine Rolle gab und diese keinerlei Zusammenhang mit dem Mörder hatte, habe ich keinen richtigen Sinn hinter dieser Mechanik gesehen. Hier finde ich, dass die Rätsel davon profitiert hätten, eine engere Bindung zwischen den Gesetzlosen und dem Mörder und/oder Opfer einzubauen. Dafür hatte dieser Teil des Buchs mein absolutes Lieblingsrätsel: Rätsel 30 (Der Zugraub), das statt einem großen Gitter vier kleine hatte, was für ein spaßiges Umdenken der Platzierungslogik sorgte. Tatsächlich war das Lösen dieses Rätsels so spaßig, dass ich mir gerne noch mehr dieser Art gewünscht hätte!
Das goldene Zeitalter der Piraten war meine persönliche Lieblingszeit, weil hier meine liebste Rätselart verwendet wurde: Bei manchen der Rätsel muss man die Orte nämlich selbst benennen (z.B. bei Rätsel 41 (Schmugglerbucht), wo es drei verschiedene Höhlen gibt, deren Namen wir anhand der Charakterhinweise zuordnen sollen), was für mich nicht nur der größte Spaß war, sondern auch eine packende Art von neuer Logik bot. Das See/Land-Prinzip fand ich nicht allzu interessant, aber jedes Rätsel, das verlangte, die Namen der Orte zu deduzieren (plus das Geisterschiff-Rätsel, bei dem man seinen Ort selbst bestimmen muss sowie das Papagei-Rätsel, bei dem man den Hinweis, der doppelt vorkommt, finden muss) war ein Highlight für sich.
Die Steinzeit bot eine um einiges interessantere Variante des Wilden Westens: Hier gibt es verschiedene Rollen (Jägerin, Fischer, Werkzeugmacherin, Sammler, Wolfsbändigerin), die ein Teil der Charaktere erfüllen muss, wobei es bestimmte Felder für die Rollen gibt, in der Regel nur ein bis zwei Charaktere eine bestimmte Rolle haben können und das Opfer in diesem Fall dazu zählt; das machte die Rätsel noch interessanter! Obwohl es auch hier keine Verbindung zwischen Mördern, Opfer und deren Rolle gab, waren diese Rätsel allein schon wegen der verschiedenen Rollen genial. (Hier kamen auch die ersten Rätsel vor, bei denen ich ein bestimmtes Feld bereits als besetzt markierte und erst später deduzierte, welcher Charakter dorthin gehört. Das war ebenfalls eine interessante, neue Art von Logik.) Mein Lieblingsrätsel war Rätsel 58 (Flusskrokodile).
Dann haben wir das Antike Ägypten, bei dem es mir zugegeben schwer fiel, die Logik hinter den Glyphen zu begreifen, weshalb ich mir vergleichsweise oft einen Hinweis holen musste. Es gibt zwei verschiedene Gylphen: Eine, die bedeutet, dass der Charakter, der auf ihrem Feld steht, allein ist; und eine, die bedeutet, dass er nicht allein ist. Falls man feststellt, dass ein Charakter auf einem der Glyphen steht, half einem das theoretisch, die Platzierung anderer Charaktere besser einzuordnen, aber praktisch gesehen habe ich mich damit sehr schwergetan. Dafür gab es ein paar echt coole Rätsel: meine Lieblinge waren Rätsel 72 (Römischer Gesandter), das, ähnlich wie im Mittelalter, Charaktere in zwei Lager aufteilte, und Rätsel 77 (Die Pyramide), das durch seine kreative Gitterform hervorstach.
Die letzten zwei Rätsel waren ein großartiger Abschluss, den ich nicht vorwegnehmen will, deshalb möchte ich stattdessen die einzige Rätselart ansprechen, die mir etwas zu kurz kam: Die „Es gab keinen leeren Raum“-Rätsel. Es gibt durchaus ein paar (vor allem im Mittelalter) sowie Rätsel mit ähnlicher Logik (z.B. „fünf Menschen waren östlich des Flusses, fünf waren westlich davon“), aber im Vergleich zum ersten Band kamen sie recht selten vor. Da ich die Logik hinter diesen Rätseln so mochte, hätte ich sie gerne noch mehr gesehen.
Insgesamt ist dieses Rätselbuch allerdings immer noch eine starke Steigerung zum großartigen ersten Band, mit sehr viel Variation und sehr viel Charme!
Im zweiten Murdoku besuchen wir verschiedene ikonische Zeiten: Das Mittelalter, den Wilden Westen, die goldene Zeit der Piraten, die Steinzeit und zuletzt das Antike Ägypten. Alle mit ihren eigenen Extra-Regeln, aber vor allem: Alle mit jede Menge Charme.
Denn das ist zunächst einmal die erste große Stärke dieses Rätselbuchs: Das Design. Jede Zeit hat ihr eigenes Graphic Design, einschließlich eigener Schriftart, passender Charaktersilhouetten (einschließlich der vereinfachten Figuren in der Lösung), einer Vielfalt verschiedener Orte und sogar Gegenständen, die in verschiedenen Zeiten vorkommen, aber passend zur Zeit gestaltet sind. Jede Epoche hat ihren eigenen Stil und das war absolut großartig! Die ganze Detailliebe zeigt, wie viel Mühe und Herzblut in diesem Rätselbuch steckt.
Und das ist noch nicht mal alles: Die mit Abstand beste Verbesserung waren die Notizzettel. Im ersten Band waren sie einfach eine leere Nachbildung der Räume, doch hier im zweiten Band werden alle speziellen Felder nochmal extra markiert: Felder, die nicht besetzt werden können, sind z.B. leicht dunkler; Felder mit Stühlen, Pferden, Teppichen usw. werden nochmal umrandet; und auch Extra-Felder, die es z.B. in der Steinzeit und im Antiken Ägypten gibt, bekommen ein kleines Symbol zur Differenzierung. All diese Verbesserungen waren unglaublich praktisch und haben es so viel angenehmer gemacht, die Felder auszufüllen! Am liebsten wünsche ich mir jetzt eine Neuauflage des ersten Bandes, die ebenfalls spezielle Felder im Notizzettel markiert, weil ich im Nachhinein nicht weiß, wie ich ohne diese Markierungen zurechtgekommen bin.
Aber reden wir über die Rätsel an sich!
Im Mittelalter sind die Charaktere in Adlige, Bürger und Ritterinnen eingeteilt, wobei Adlige nur in adligen Orten sein können, Bürgerinnen nicht in adligen Orten sein können und Ritter überall. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, die Charaktere dementsprechend in die Felder einzuordnen und ich mochte es, wie mein Gehirn die Logik hinter den Charakterplatzierungen verarbeitete. Gerade die späteren Rätsel waren hier sehr gut, wobei ich mir bei Rätsel 15 (Die Belagerung) sogar einen Lösungshinweis holen musste. (Nach dem ersten Murdoku war das Nachschauen eines Hinweises zum Glück nur selten notwendig, aber wenn doch, habe ich mich meistens dafür verflucht, nicht selbst auf die richtige Strategie gekommen zu sein – anstatt, wie beim ersten Murdoku, erleichtert darüber zu sein, weil ich eben nicht selbst darauf gekommen wäre.)
Der Wilde Westen war da schon unspektakulärer. Hier muss man neben der Mörderin auch die Gesetzlosen identifizieren, aber dadurch, dass das Opfer selbst nie ein Gesetzloser war, es nur diese eine Rolle gab und diese keinerlei Zusammenhang mit dem Mörder hatte, habe ich keinen richtigen Sinn hinter dieser Mechanik gesehen. Hier finde ich, dass die Rätsel davon profitiert hätten, eine engere Bindung zwischen den Gesetzlosen und dem Mörder und/oder Opfer einzubauen. Dafür hatte dieser Teil des Buchs mein absolutes Lieblingsrätsel: Rätsel 30 (Der Zugraub), das statt einem großen Gitter vier kleine hatte, was für ein spaßiges Umdenken der Platzierungslogik sorgte. Tatsächlich war das Lösen dieses Rätsels so spaßig, dass ich mir gerne noch mehr dieser Art gewünscht hätte!
Das goldene Zeitalter der Piraten war meine persönliche Lieblingszeit, weil hier meine liebste Rätselart verwendet wurde: Bei manchen der Rätsel muss man die Orte nämlich selbst benennen (z.B. bei Rätsel 41 (Schmugglerbucht), wo es drei verschiedene Höhlen gibt, deren Namen wir anhand der Charakterhinweise zuordnen sollen), was für mich nicht nur der größte Spaß war, sondern auch eine packende Art von neuer Logik bot. Das See/Land-Prinzip fand ich nicht allzu interessant, aber jedes Rätsel, das verlangte, die Namen der Orte zu deduzieren (plus das Geisterschiff-Rätsel, bei dem man seinen Ort selbst bestimmen muss sowie das Papagei-Rätsel, bei dem man den Hinweis, der doppelt vorkommt, finden muss) war ein Highlight für sich.
Die Steinzeit bot eine um einiges interessantere Variante des Wilden Westens: Hier gibt es verschiedene Rollen (Jägerin, Fischer, Werkzeugmacherin, Sammler, Wolfsbändigerin), die ein Teil der Charaktere erfüllen muss, wobei es bestimmte Felder für die Rollen gibt, in der Regel nur ein bis zwei Charaktere eine bestimmte Rolle haben können und das Opfer in diesem Fall dazu zählt; das machte die Rätsel noch interessanter! Obwohl es auch hier keine Verbindung zwischen Mördern, Opfer und deren Rolle gab, waren diese Rätsel allein schon wegen der verschiedenen Rollen genial. (Hier kamen auch die ersten Rätsel vor, bei denen ich ein bestimmtes Feld bereits als besetzt markierte und erst später deduzierte, welcher Charakter dorthin gehört. Das war ebenfalls eine interessante, neue Art von Logik.) Mein Lieblingsrätsel war Rätsel 58 (Flusskrokodile).
Dann haben wir das Antike Ägypten, bei dem es mir zugegeben schwer fiel, die Logik hinter den Glyphen zu begreifen, weshalb ich mir vergleichsweise oft einen Hinweis holen musste. Es gibt zwei verschiedene Gylphen: Eine, die bedeutet, dass der Charakter, der auf ihrem Feld steht, allein ist; und eine, die bedeutet, dass er nicht allein ist. Falls man feststellt, dass ein Charakter auf einem der Glyphen steht, half einem das theoretisch, die Platzierung anderer Charaktere besser einzuordnen, aber praktisch gesehen habe ich mich damit sehr schwergetan. Dafür gab es ein paar echt coole Rätsel: meine Lieblinge waren Rätsel 72 (Römischer Gesandter), das, ähnlich wie im Mittelalter, Charaktere in zwei Lager aufteilte, und Rätsel 77 (Die Pyramide), das durch seine kreative Gitterform hervorstach.
Die letzten zwei Rätsel waren ein großartiger Abschluss, den ich nicht vorwegnehmen will, deshalb möchte ich stattdessen die einzige Rätselart ansprechen, die mir etwas zu kurz kam: Die „Es gab keinen leeren Raum“-Rätsel. Es gibt durchaus ein paar (vor allem im Mittelalter) sowie Rätsel mit ähnlicher Logik (z.B. „fünf Menschen waren östlich des Flusses, fünf waren westlich davon“), aber im Vergleich zum ersten Band kamen sie recht selten vor. Da ich die Logik hinter diesen Rätseln so mochte, hätte ich sie gerne noch mehr gesehen.
Insgesamt ist dieses Rätselbuch allerdings immer noch eine starke Steigerung zum großartigen ersten Band, mit sehr viel Variation und sehr viel Charme!