Lesetagebuch
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No One Is Talking About This
 224 Seiten

»No One Is Talking About This« von Patricia Lockwood. Ähnlich wie »Fake Accounts«, liest sich aber erwachsener, schlauer, umgreifender. Die Erzählerin lebt auf Twitter, das hier »Portal« heißt, ist für ein Mem bekannt – »Can a dog be twins?» – und fragt sich, inwiefern ihre Welt das Ergebnis russischer Cyberoperationen ist. Die erste Hälfte ist wahnsinnig komisch, richtig gut beobachtet – so fühlt es sich an, online zu sein. Die zweite Hälfte handelt von einer familiären Krise und Aufenthalten in der Intensivstation eines Krankenhauses. Wenn schon Kontrast, dann richtig. Weil die Erzählerin aber mit dem Internet groß geworden ist, ihr Denken vom Hivemind geprägt ist, von Mems, von den Gesetzen der Aufmerksamkeit, zerfließt die Trennung: Offline gibt es nicht mehr. Es ist erst Februar, aber dieses Buch zu toppen, scheint kaum möglich.

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