Lesetagebuch
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Trail of Lightning
 304 Seiten
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Ich wollte dieses Buch wirklich mögen. Es war Teil von „Our favorite science fiction and fantasy books of 2018“ auf The Verge, und das Cover war badass genug, dass ich es mir gekauft habe.

Aber irgendwie wurden das Buch und ich dann keine Freunde. Rebecca Roanhorse konstruiert eine etwas zu schwerfällige postpokalyptische Welt (die nie so richtig erklärt, sondern immer in Nebensätzen beschrieben wird), in der unsterbliche, gottartige Wesen auf die Erde zurückkommen. Also eine gute, alte Urban Fantasy, nicht unähnlich zu beispielsweise American Gods von Neil Gaiman. Allgemein bietet sich der Vergleich mit American Gods immer wieder an, aber er ist auch ein bisschen unfair, denn American Gods ist halt American Gods.

Was mich übrigens in Büchern mit Ich-Perspektive richtig nervt: Wenn der Erzähler beiläufig Namen von Personen, Orten und Ereignissen erwähnt, ohne, dass erklärt wird, wer diese Personen sind, was an diesen Orten passiert ist, oder was das besondere an den Ereignissen war. Das ist die billigste und langweiligste Art, Spannung zu erzeugen, denn die Spannung existiert nur für mich, weil ich nicht alles erzählt bekomme, aber die Hauptfigur weiß eigentlich Bescheid und könnte die Spannung auflösen, und sagt es einfach nicht. Ich will mit der Hauptfigur zusammen Rätsel lösen, Geheimnisse lüften und Entdeckungen machen, und nicht auf Seite 240 gesagt bekommen, dass klar war, dass Figur X irgendwas tun würde, denn das passe ja genau zu dem, was vor vier Jahren schon mal passiert sei.

So wird auch in diesem Buch erstmal sehr viel Information zurückgehalten, und dann nach und nach in Flashbacks aufgedeckt, wobei das meistens so unglaublich offensichtlich ist, dass man sich nicht davon einfangen lassen kann.

Insgesamt war ich enttäuscht davon, dass das Buch gefühlt viel mehr hätte sein können, aber mit den eher unsympathischen Hauptfiguren, den etwas zu offensichtlichen Wendungen, die den Plot voranbringen müssen („Oh, er geht kurz alleine fort, um etwas zu machen. Oh, jetzt ist er in einer gefährlichen Prügelei und muss gerettet werden, damit der Plot weitergeht! Sowas verrücktes!“), und dann dem plötzlichen, etwas verwirrenden Ende, waren es dann vielleicht ein paar verpasste Chancen zu viel.

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