– Hingabe. Warum wir uns auf die Welt einlassen
 286 Seiten

Lange zwischen drei und vier Sternen geschwankt. Lange Zeit war es mir zu sehr auf Extreme ausgerichtet, stellte reine Devotion und Egoismus gegenüber, um beide als untauglich erkennen zu können. Das sind sicher interessante Gedankenexperimente, aber die Erkenntnis könnte schneller gefasst sein. Immerhin: die literarischen Beispiele, allen voran Fernando Soares aus dem Buch der Unruhe, waren allesamt aufschlussreich und machten neugierig. Und: die Synthese am Ende, wie ein glückliches Leben gelingen kann, aus einer Symbiose von Authentizität, Erkennen der eigenen Rollen und Aufgaben und Hingabe auf selbige, las sich ermutigend. Das Buch ist sicher nicht für jede und jeden geeignet, zunächst hoch theoretisch, und führt dazu literarische Beispiele zur Argumentation an (über die Zulässigkeit dieser Vorgehensweise kann man diskutieren). Wer sich darauf einlassen kann und Interesse an dem Thema verspürt, findet ein Buch mit seltenen Fokus.

& – Wofür stehst Du?
 248 Seiten

Das Buch ist natürlich toll geschrieben, sprachlich ein Vergnügen. Auch die Geschichten, Erfahrungen und Gedanken, die sie teilen, sind häufig interessant, treffend, und manchmal, insbesondere bei dir Lorenzo, auch aus einer eigenen Perspektive neu. Dazu ist natürlich einiges aus dem Alltag gegriffen. Ich hätte mir allerdings gewünscht, weniger Anekdoten und mehr Auseinandersetzung zu finden, so wie es manchmal bei gegenseitigen Bezügen (sie schreiben die Absätze abwechselnd) aufkommt. Das Buch ist so eine ehrliche Reflexion geworden, aus der man für sich selbst etwas ziehen kann. Hätte aber mehr Diskurs und weniger Deskription sein dürfen. Eigentlich 3,5*

– Das Dorf der acht Gräber
 384 Seiten

Ein toller Kriminalroman. Sehr atmosphärisch im Nachkriegsjapan angesiedelt mit Hintergrundgeschichte, Legenden, falschen Fährten und bewusst unwissendem Erzähler. Dazu ein tolles Setting in den Bergen mit Höhlen, Tempeln und alteingesessenen Familien. Der Fall könnte noch kniffliger sein und einen mehr an der Nase herumführen, ansonsten keine Kritikpunkte.